Playoff-Überraschung

Roosters im DM-Viertelfinale

Die Saison geht für Michael Wolf und die Iserlohn Roosters weiter: Die Sauerländer gewannen gegen die Red Bulls um Daniel Richmond das entscheidende Pre-Playoff-Spiel und treten morgen schon in Hamburg im DM-Viertelfinale an. Foto: Jentzsch

ISERLOHN/MÜNCHEN - Zum zweiten Mal in der DEL-Geschichte haben die Roosters das Viertelfinale um die Deutsche Meisterschaft erreicht. Die Mannschaft von Trainer Jari Pasanen gewann am Freitagabend beim EHC Red Bull München mit 4:1 (0:1, 1:0, 3:0) und entschied damit die „Best-of-three“-Serie in den Pre-Playoffs mit 2:1 für sich. Bereits am Sonntag (14.30 Uhr) geht es für die Roosters mit dem DM-Viertelfinale in Hamburg weiter.

Die Partie im Olympiapark der bayrischen Landeshauptstadt wogte lange hin und her, ehe sich zu Beginn desAbschlussdrittels die Ereignisse aus Sauerländer Sicht überschlugen. Zunächst erhöhte Jeff Giuliano für die Sauerländer auf 2:1 (43.). Dann folgte eine denkwürdige Situation, als Dupont vermeintlich auf 3:1 erhöht hatte, das Schiedsrichtergespann Piechaczek/Jablukov den Treffer aber nicht sofort anerkannte und der Videobeweis zum Einsatz kam (47.). Sekunden des Hoffens und Harrens auf beiden Seiten bestimmten die Szenerie – und dann durften die mitgereisten Roosters-Fans jubeln: Der Traum vom Einzug ins Viertelfinale nahm Kontur an. Und es sollte für die Anhänger aus dem Sauerland noch besser kommen, als Macek auf Vorarbeit des Youngsters Orendorz das entscheidende 4:1 erzielte (56.). Während die Red Bull-Fans enttäuscht den Rückzug aus dem Olympiapark antraten, starteten die der Roosters ihre Party.

„Die ganze Mannschaft hat dazu beigetragen, dass wir gewonnen haben. Wir wollten unser Spiel spielen und haben uns auch durch den frühen Rückstand nicht irritieren lassen“, sagte Roosters-Goalie Lange. Bereits nach 97 Sekunden brachte Palmieri den Favoriten, der mit enormen Tempo begann, in Führung. In der Folgezeit gerieten die Iserlohner unter starken Druck, konnten sich aber aufgrund guter Verteidigung und eines sicheren Torwarts schadlos in die Drittelpause retten.

Im Mittelabschnitt beackerten sich beide Mannschaften intensiv, die Zuschauer sahen einen echten Playoff-Fight, in dem die Roosters den nächsten Schlag setzen konnten: Macek (32.) gelang der Ausgleich. Und er setzte mit diesem Treffer Kräfte bei seinen Teamkollegen frei, die im Abschlussabschnitt clever und nach einem feinen Kontertor durch Giuliano (43.) entfesselt aufspielten. Die beiden weiteren Treffer machten die Sauerländer Party in Bayern möglich. Was für ein Abend, bei dem sich Lasse Kopitz in allem Trubel als sachlicher Analyst erwies und den Blick schon auf die bevorstehende Aufgabe richtete: „Unser Trip soll noch nicht vorbei sein, ich gehe in die Kabine freue mich, komme aus der Kabine raus und konzentriere mich auf Hamburg.“ Mit dieser Einstellung könnte die Reise vielleicht noch weiter gehen als im Jahr 2008, als das Viertelfinale gegen die Frankfurt Lions die Endstation bedeutete. „Diese Saison hat vielleicht noch mehr zu bieten“, hatte Roosters-Chef Wolfgang Brück vor Beginn der Pre-Playoffs geäußert – nun gilt es, die Hamburger schockzufrosten.

Red Bull: Noronen – Petermann, Lewis; Smaby, Brückner; Richmond; Barta, Urbas,; Duncan, Holzmann, Seidenberg; Carciola, Sparre, Palmieri; Merl, Herpich, Bois (Ritter, Wozniewski, Mackay)

Roosters: Lange – Danielsmeier, Kopitz; Raymond, Brennan; Orendorz, Teubert – Giuliano, Foster, Frosch; Sertich, Raedeke, Wolf; Connolly, Dupont, Macek; Hommel, Mulock, Gödtel; Fischhaber

Schiedsrichter: Piechaczek (Finning), Jablukov (Berlin)

Tore: 1:0 (1:37) Palmieri (Lewis, Duncan), 1:1 (31:35) Macek (Brennan), 1:2 (42:45) Giuliano (Teubert, Foster), 1:3 (46:56) Dupont, 1:4 (55:19) Macek (Orendorz)

Strafminuten: Red Bull 13 + Spieldauer (Wozniewski) – Roosters 14

Zuschauer: 5 133

Von Mirko Heintz

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