Eishockey (DEL)

Roosters: Ankert, der „100-Prozent-Typ“, der immer alles gibt

Eishockey-Spieler vor dem Tor
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Torsten Ankert (rechts) ist als Verteidiger und Führungsspieler für die neue Saison bei den Iserlohn Roosters gesetzt.

Am Mittwoch starten die Iserlohn Roosters in die neue DEL-Saison. Einer der Hoffnungsträger ist Torsten Ankert, ein 100-Prozent-Typ, der aus Krefeld an den Seilersee gekommen ist.

Iserlohn – Wenn man ehrlich ist, hätte es viele Momente in der 20-jährigen Geschichte der Iserlohn Roosters gegeben, in denen ein Spieler wie Torsten Ankert nicht an den Seilersee gewechselt wäre. Einerseits, weil die Blau-Weißen sich einen Verteidiger wie ihn nicht hätten erlauben können, andererseits, weil der ‘Kölner’ Ankert einen Weg ins Sauerland gescheut hätte, andere Angebote aus der Liga definitiv lukrativer gewesen wären, finanziell und von der Kilometerzahl zur Familie.

Vor dieser Saison ist alles anders. Krefelder Chaos, die Unsicherheiten der Corona-Pandemie und guter Wille führen einen Traditionsclub und einen echten Charakterspieler zusammen, die objektiv betrachtet hervorragend zusammenpassen. „Torsten ist ein Glücksgriff, aufgrund seiner Persönlichkeit und aufgrund seiner Arbeit auf dem Eis“, sagt Christian Hommel.

Das hat der ehemalige Krefelder Teamkapitän in den letzten Jahren auf besondere Art und Weise unter Beweis gestellt, denn wer ihn unter Vertrag nimmt, bekommt vor allem eines: 100-prozentige Identifikation.

„100-Prozent-Typ“, der immer alles gibt

„Wenn ich mich entscheide, nach Iserlohn zu wechseln, dann bin ich auch vollkommen hier. Dann machen mir lange Autofahrten, aber auch andere Herausforderungen nichts aus. Meine Familie kommt aus Essen, ich habe am Seilersee mein allererstes DEL-Spiel gesehen. Wir reden von Entfernungen, da können andere nur von träumen. Und deshalb bin ich mir auch bewusst, dass ich in einer sehr komfortablen Lage bin.“

Ankert sagt das nicht nur, weil es sich gut liest oder weil es seinem Image guttut. Der 32-Jährige ist entspannt, gelassen und will sich einfach nur auf Hockey konzentrieren. Das war auch der Grund, warum er sich aus Krefeld, wo er Kapitän war, wo er sich gut mit den Jungs verstanden hat, doch noch verabschiedet hat. „Ich habe mich letztes Jahr mit der drohenden Insolvenz und in diesem Jahr mit der Gesamtsituation einfach jeden Tage mehrere Stunden auseinandersetzen müssen. Irgendwann habe ich mich mit 20 Prozent Eishockey beschäftigt, 80 Prozent waren irgendwelche Dinge drum herum. Man führt Gespräche mit Mitspielern, die sich Sorgen machen. Erst in der Halle, dann im Auto. Irgendwann hat das auch körperlich an mir gezerrt“, so Ankert.

Ich habe mich letztes Jahr mit der drohenden Insolvenz und in diesem Jahr mit der Gesamtsituation einfach jeden Tage mehrere Stunden auseinandersetzen müssen. Irgendwann hat das auch körperlich an mir gezerrt

Torsten Ankert (Roosters-Neuzugang)

Als die Entscheidung reifte, sich vom Niederrhein zu verabschieden, kam der Anruf von Christian Hommel – und der hat überzeugt. So folgte nach den Stationen Köln, Wolfsburg und Krefeld die Waldstadt Iserlohn. Für Ankert definitiv kein sportlicher Abstieg. „Köln ist eine andere Geschichte. Ich lebe in dieser Stadt, bin da groß geworden, habe für den Club in zwölf Jahren 600 Spiele gemacht. Das ist eine besondere Verbindung. Danach aber habe ich mich immer auf mein Gefühl verlassen, mit den Sportlichen Leitern gesprochen, und die konnten mich überzeugen mit ihrem Konzept – und von der Rolle, die ich für sie übernehmen sollte. Alle Teams sind sehr eng zusammengerückt, deshalb sehe ich das gar nicht so.“

Auf dem Eis ist der defensive Part der, den Ankert vollauf erfüllt. Viele deutsche Spieler mit dieser Qualität gibt es nicht auf dem Markt. Hinzu kommt, dass die Arbeit abseits des Eises mindestens so wichtig ist wie sein Job auf dem Eis. „Ich versuche, meine Mentalität, meine Arbeitseinstellung, meine Erfahrung an andere Jungs und insbesondere junge Spieler weiterzugeben. Ich bin ein Typ, der immer 100 Prozent gibt, immer seine gesamte Energie in seinen neuen Arbeitgeber steckt.“

Ankert will das Feuer mit in die Saison nehmen

Daran wird sich auch nichts ändern, wenn er nicht zum Mannschaftsrat oder zum Kreis der Kapitäne gehören wird. „Darüber haben wir, ehrlich gesagt, überhaupt noch kein Wort verloren. Aber es spielt für mich auch keine zentrale Rolle.“ Hauptsächlich wünscht sich der ehemalige Nationalverteidiger vor allem Erfolg für seine neue Mannschaft.

„Es ist schwer einzuschätzen. Ich denke, unser Team sieht gut aus, die Trainingsintensität ist hoch, höher sogar als letztes Jahr. Aber man kann es nicht einschätzen, weil die Unterschiede in der Vorbereitung zu groß sind zwischen den einzelnen Mannschaften. Deshalb hilft es nur, sich auf sich selbst zu konzentrieren und das Feuer mit in die Saison zu nehmen.“

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