MZV-Serie: Übungsleiter der Woche

„Möchte immer als Vorbild gelten – nicht nur sportlich, auch menschlich“

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Mit Herz und Seele für die Jugend: Rolf Granzow im Kreise einiger seiner Taekwondo-Schüler.

Lüdenscheid - Trainer und Übungsleiter im Sport: Auf der einen Seite sind da die „Profis“, die in der Bundesliga oder bei Olympia im Rampenlicht stehen und viel Geld verdienen. Auf der anderen Seite gibt es im Sport aber auch unzählige Trainer und Übungsleiter, die ehrenamtlich oder für eine kleine Aufwands-Entschädigung in der Halle oder auf dem Sportplatz stehen.

Seit seinem 19. Lebensjahr schlägt sein Herz für die Kampfsportart Taekwondo, und er ist Gründer des TKD Lüdenscheid. Mit der Zeit hat Rolf Granzow nicht nur die Trainer-C-Lizenz, sondern auch den 4. Dan erworben und ist zudem als Kampfrichter aktiv. Im Interview mit Kevin Herzog stellt er sich als unser Übungsleiter der Woche vor. 

Eigener Wunsch oder die Überredungskunst eines anderen? Was ist der Antrieb für Ihre Übungsleiter-Tätigkeit, und wie sind Sie dazu gekommen? 

Mir hat die Nachwuchsarbeit schon immer sehr viel Spaß gemacht. Man kann aus talentierten, aber auch weniger talentierten Kindern immer etwas machen. Das war schon immer mein Antrieb. Der Faktor Zeit spielt für viele Menschen eine entscheidende Rolle. 

Wieviel Zeit investieren Sie pro Woche? Und wie geht das Umfeld damit um? Gibt es Kritik? 

Ich habe vor Corona vier Mal pro Woche trainiert – am Dienstag, Mittwoch, Donnerstag und Freitag. Insgesamt sind das so zehn Stunden pro Woche. Klar ist, dass die Partnerin da auch mitspielen muss. Meine Partnerin macht aber auch selbst Sport und hat Verständnis für meinen Sport. 

Stichwort Ziele: Geht es Ihnen um konkrete sportliche Ziele bei der Arbeit als Übungsleiter oder eher um gesellige Aspekte? 

Gesellige Aspekte gehören auch dazu. Mein Interesse liegt aber darin, die Talente zu fördern und sie zu führen. Allerdings haben wir beim TKD Lüdenscheid aber auch eine gute Gemeinschaft, und man freut sich schon, wenn man die Leute beim Training trifft. 

Stichwort Selbstkritik: Als Trainer bzw. Übungsleiter beurteilen Sie Ihre Schützlinge, üben Kritik, um sie zu verbessern. Wenn Sie auf sich selbst schauen, was gibt es da zu kritisieren und zu verbessern? 

Ich bin jetzt 66 Jahre und möchte immer als Vorbild gelten – nicht nur sportlich, sondern auch menschlich. Ob einem das immer gelingt, ist dann natürlich eine andere Frage. Klar ist, dass ich körperlich nicht mehr so gut drauf bin wie noch mit 24. Insgesamt möchte ich aber wieder fitter werden. Da bin ich momentan aber auch auf einem guten Weg. Es ist einfach schwierig, etwas für sich selbst zu tun, wenn man andere trainiert. Daran arbeite ich jetzt aber. 

Stichwort Coronavirus: Was machen Sie mit der aktuell ungewohnten Freizeit? 

Ich habe auf dem Dachboden ein Rudergerät und ein Spinningbike stehen, und außerdem hängt in meiner Garage ein Sandsack. Mit meiner Partnerin gehe ich außerdem wandern, und ich selbst fahre auch sehr gerne Mountainbike. Ich mache jetzt fast jeden Tag Sport für mich selbst.

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