Laufsport

Adventskalenderlauf für einen guten Zweck

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Sebastian Vollmers freut sich über die neue Bestzeit.

Rönkhausen – Sebastian Vollmers ist Tennisspieler, ein sehr guter sogar. Der Rönkhauser zählt seit vielen Jahren zur südwestfälischen Spitze, war mehrfach Kreismeister und Südwestfalenmeister und hat 2020 die Turniere um den Kindelsberg-Pfingstcup und den Hundem-Lenne-Cup gewonnen. Auch beim Turnier des TC Blau-Gold Einsal war er mehrfach zu Gast, siegte 2012 und stand 2017 im Finale. Mit dem TC RW Schwerte spielt Vollmers in der Herren 30-Westfalenliga. In dieser Altersklasse nahm der 34-Jährige, der auch schon für den TC BW Sundern und den TC Kaunitz aktiv war, bereits an Deutschen Meisterschaften teil.

Sebastian Vollmers ist aber auch ein guter Ausdauerläufer. 2019 wagte er sich erstmals an einen Marathon, startete im Oktober in der Domstadt Köln. TV-Aktuell, die Vereinszeitung des TV Rönkhausen, schrieb damals: „Und das Schöne ist: Die Schmerzen gingen zügig vorüber ... doch das Erfolgserlebnis und die sensationellen Eindrücke bleiben für immer!“

Lauftür 2020 öffnet sich spät

Dennoch sagte sich Vollmers in Sachen Marathon anschließend: „Nie wieder“. Doch er sollte seine Meinung ändern. Nach dem Halbmarathon (1:26:57 Stunden) beim Marburger Lahntallauf Ende Februar 2020 kam es bekanntermaßen zur Entschleunigung in allen Lebensbereichen. Sebastian Vollmers hatte jede Menge Zeit und bekam Lust, den kompletten Sommer über zu trainieren und sich erneut der Herausforderung Marathon zu stellen. Doch diese Motivation erhielt einen Dämpfer nach dem anderen: Berlin, Hamburg, München, Köln, zahlreiche Events im Ruhrpott, Palma de Mallorca – alle diese Veranstaltungen mussten coronabedingt abgesagt werden.

Erst spät öffnete sich die Lauftür in Niedersachsen. Der Startschuss zum Marathon in Cuxhaven sollte mit einem Hygienekonzept ertönen. Vollmers jubilierte: „Nun kannst du doch noch deine Corona-PS auf die Strecke bringen…Juchuu!“ Hochmotiviert ging es mit einem Acht-Wochen-Plan in die Marathonvorbereitung. Der Lehrer am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung des Kreises Siegen-Wittgenstein bereitete sich mit unzähligen Läufen an der Biggetalsperre, Tempo-Einheiten unmittelbar vor oder nach dem Unterricht in der Sieg-Arena sowie drei wöchentlichen Biketouren von Olpe nach Siegen als regenerative Einheit auf den Marathon vor. Als Zielzeit setzte er sich 3:13 Stunden – neun Minuten schneller als vor einem Jahr in Köln.

Anreise als Tagestourist

Der Plan war, weil der Termin für den Lehrer günstig in den Herbstferien lag, ein paar Tage vorher anzureisen und ein paar Tage nach dem Lauf abzureisen. Die neue Normalität, respektive Realität, sah dann aber etwas anders aus. Das Beherbergungsverbot in Niedersachsen ließ für Bürger aus dem Risikogebiet Kreis Olpe nur eine Einreise als Tagestourist zu. Also machte sich Sebastian Vollmers gemeinsam mit Vater Andreas um 4 Uhr morgens auf den Weg gen Nordsee.

In Cuxhaven angekommen, fiel nach der Startnummernausgabe und dem Warm-up der Startschuss für vier Runden zu je 10,5 km. Das flache Streckenprofil erwies sich für die Jagd nach einer neuen Bestzeit als geeignet. Ausgehend von Start und Ziel in der Innenstadt wurden alle Sehenswürdigkeiten Cuxhavens passiert, kamen die Läufer auf dem Rundkurs am Hafen, der Alten Liebe, der Grimmershörnbucht, der Kugelbake sowie dem Sandstrand mit Blick auf den Nationalpark Wattenmeer vorbei.

Der Wind blies bei 11 Grad gleichmäßig entweder von vorn oder von hinten. Vollmers hatte mit jedem voranschreitenden Kilometer das Gefühl: „Heute könntest du die 3-Stunden-Marke knacken“ - und so kam es am Ende auch. Der Rönkhauser steigerte seine Rundenzeiten von 43:21 Minuten über 43:17 auf 43:15, ehe er auf der letzten Runde zwar etwas langsamer wurde (45:02), aber dennoch in neuer persönlicher Bestzeit von 2:54:53 Stunden finishte. In der Altersklasse M 30 reichte diese Leistung zu Treppchenplatz drei, in der Gesamtwertung der Männer zum 19. Rang. Ganz vorn lagen am Ende zwei weitere Läufer aus Südwestfalen: Es gewann Timo Böhl von der LG Wittgenstein, der in 2:35:25 Stunden neuen Streckenrekord lief, vor Tim Dally vom TuS Deuz (2:35:40), in Plettenberg bekannt als Seriensieger beim P-Weg-Halbmarathon.

Streakrunning für das Kinderhospiz

Komplett k.o., aber zufrieden und stolz, will Sebastian Vollmers nach der Regeneration nun die nächste Herausforderung angehen, ein „Adventskalender-Streakrunning“, verbunden mit einem Spendenaufruf. Streakrunning wird definiert mit den Worten: jeden Tag laufen – das ist die einzige Regel. Im Dezember plant Vollmers vom 1. bis 24. täglich die Ziffer des Datums in Kilometern zu laufen. Angefangen mit einem Kilometer am 1. Dezember über sechs am Nikolaustag und 20 am 4. Advent bis hin zu 24 Kilometern an Heiligabend. Was zunächst relativ leicht beginnt, summiert sich am Ende auf 300 Kilometer. Für dieses Unterfangen sucht Vollmers nun Unterstützer, vor allem in den Reihen seines Heimatvereins TV Rönkhausen: 300 Rönkser sollten bereit sein, jeweils drei Euro für einen guten Zweck zu spenden. „Werden diese 900 Euro erreicht, komplettiere ich die Spendensumme auf 1.000 Euro und überreiche diese im Namen des TV Rönkhausen an das Kinder- und Jugendhospiz Balthasar in Olpe“, verspricht Sebastian Vollmers, freut sich auf die läuferische Herausforderung und hofft auf viele Unterstützer. An den Adventssonntagen will er diesen mit einem TVR-StartBlog buchstäblich auf dem Laufenden halten.

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