Torhüter helfen Flüchtlingen

Jonas Ermes (links, Ex-Profi in Bochum und Aachen und mittlerweile Bezirksliga-Schlussmannn) sowie VfL Bochums Keeper Andreas Luthe sind federführend bei der Unterstützung für die Flüchtlinge.

Rönkhausen - Das Schicksal der hunderttausenden Flüchtlinge, die dieses Jahr nach Deutschland kommen, betrifft jeden. Und: Jeder kann helfen, jede Hilfe hilft. Diesen Leitgedanken haben auch Andreas Luthe und Jonas Ermes.

Luthe, Torhüter des Fußball-Zweitligisten VfL Bochum, und sein seit dieser Saison für den Bezirksligisten SC LWL 05 spielender Torwartkollege, der Rönkhauser Jonas Ermes, das Hilfsprojekt „In safe hands“ ins Leben gerufen.

„Die Flüchtlinge sind in einer schwierigen Situation. Sie haben in ihrer alten Heimat ihr Hab und Gut, ihre Familien und Freunde zurückgelassen, haben viel Elend und Not gesehen und befinden sich jetzt immer noch in völliger Ungewissheit und Sorge“, unterstreichen Ermes und Luthe. Deshalb wollen die beiden Keeper mit „In safe hands“ unbürokratisch, schnell und direkt helfen.

Das Projekt stützt sich auf mehrere Säulen: schnelle und unbürokratische Hilfe durch Weiterleiten von Spenden an ausgewählte bestehende Hilfsprojekte, von Ermes und seinen Mitstreitern geleitete Torwarterlebnistage für Flüchtlinge, Versteigerung von „Match-worn“-Artikeln zur Generierung von Spendengeldern, direkte Ansprache von Fans, Mitspielern und Vereinen als Teil eines bewussten und offenen Umgangs mit dem Thema Flüchtlinge sowie die Vermittlung von Brieffreundschaften zwischen deutschen Kindern und Flüchtlingskindern.

Beim Heimspiel des VfL Bochum gegen den 1. FC Kaiserslautern fiel am 25. September der offizielle Startschuss für die Aktion, der sich mit Tobias Sippel (Borussia Mönchengladbach), Marius Müller (1. FC Kaiserslautern) und Thomas Kessler (1. FC Köln) bereits weitere Profi-Torhüter angeschlossen haben. „Wir wollen sofort aktiv werden und auch Fans und Kollegen mitnehmen. Mit unserem Projekt heißen wir Flüchtlinge willkommen und wollen unseren kleinen Beitrag zur Integration und zu einem Neuanfang leisten“, sagen Ermes und Luthe und sind sich sicher, „dass wir gemeinsam eine breite Masse an Menschen für unsere Aktionen begeistern und so unseren Beitrag zu einer Willkommenskultur leisten werden.“

Jonas Ermes, der als Vorstandsvorsitzender des Vereins „In safe hands“ fungiert, übernimmt die Koordination zwischen Projekten und Spendern und pflegt das Netzwerk des Vereins in den Sport und zu seinen Partnern.

Nächste Veranstaltung des Vereins ist am Samstag ab 12 Uhr ein Torwarttag mit Flüchtlingskindern im Nachwuchsleistungszentrum des VfL Bochum. Jonas Ermes: „Wir möchten die teilnehmenden Kinder kennenlernen, ihnen das Torwartspiel in einer Trainingseinheit näher bringen und zusammen mit ihren Familien einen Nachmittag abseits der alltäglichen Sorgen verbringen. Nach dem Training laden wir alle Interessierten zu Kaffee und Kuchen ein, um dabei mehr über die Geschichte der Flüchtlinge, ihre aktuelle Situation und ihre Bedürfnisse zu erfahren.“

Student statt Profifußballer

Jonas Ermes war bis zum Juni 2015 als Profifußballer aktiv. Im Alter von 16 Jahren wechselte der Rönkhauser vom TuS Plettenberg in die Jugendabteilung des VfL Bochum, durchlief die Juniorennationalmannschaften des DFB und unterzeichnete im Sommer 2011 einen Profivertrag beim VfL. Im Sommer 2014 wechselte er zum Regionallisten Alemannia Aachen, erlebte im Rekordspiel gegen RW Essen seinen absoluten Karrierehöhepunkt und beendete mit Ablauf der letzten Saison seine Fußballerlaufbahn, um sich nun auf sein Studium („Management und Economics“ in Bochum) und seine berufliche Entwicklung konzentrieren zu können.

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