FSV Werdohl hat einen neuen Knipser

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Melih Akdeniz (links), hier im Duell mit Dröschedes Stürmer Arif Et, machte im MK-Derby ein gutes Spiel.

Werdohl - Es gibt Geschichten, die schreibt wohl nur der Fußball: Ein weiteres, kleines Vereinskapitel der FSV Werdohl schrieb am Sonntag der Spieler mit der Rückennummer 4: Robert Bierkoch.

Von Lars Schäfer

Weil mit Fisnik Zejnullahu (Grippe) und Damiano Intravaia (Innenbandzerrung) am Samstag zwei gelernte Stürmer für dass MK-Derby der Fußball-Landesliga gegen Borussia Dröschede abwinkten, einen Tag zuvor Angreifer Gian-Marco De Luca den Verantwortlichen der FSV Werdohl mitteilte, aus persönlichen Gründen vorerst Abstand vom Fußball nehmen zu wollen und der verletzte Rejhan Zekovic ohnehin seit Wochen ausfällt, stand FSV-Cheftrainer Marco Sadowski vor dem richtungweisenden Duell ohne Torjäger da. Aus der (Personal-)Not heraus beorderte der Übungsleiter aus Lüdenscheid seinen Rechtsverteidiger Robert Bierkoch ins Sturmzentrum. Und der avancierte zum Mann des Tages, machte beim 2:0-Erfolg beide Tore.

Den ersten Treffer erzielte der gelernte Torverhinderer mit viel Gefühl, als er das Leder über Borussen-Keeper Schmahl hinweg in die Maschen streichelte. Bei seinem zweiten Streich knipste Bierkoch im Stile eines abgebrühten Torjägers, als er freistehend vor Schmahl die Kugel mit voller Wucht in den Kasten donnerte. Mehr noch: Der hoch gewachsene Interimsangreifer netzte in Durchgang zwei nach einem sehenswerten Spielzug über die rechte Außenbahn gar ein drittes Mal ein.

Schiedsrichter Brinkmann (Drensteinfurt) aber versagte diesem Treffer die Anerkennung, weil beim den Angriff einleitenden Abstoß von FSV-Torhüter Grete der Ball „nicht geruht“ haben beziehungsweise außerhalb des „Fünfers“ ausgeführt worden sein soll. Der Assistent hatte diese vermeintliche Regelwidrigkeit beobachtet und die Fahne gehoben, was Brinkmann aber nicht gesehen hatte und erst nach dem Treffer Bierkochs von seinem Assistenten informiert wurde. Aus Werdohler Sicht ärgerlich, aber nicht spielentscheidend.

Wesentlich bitterer aus Sicht der Lennetaler war hingegen die rote Karte gegen Dominik Schwenck, die der Linksverteidiger in einer nickeligen und in der Schlussphase hitzigen Partie wegen einer Tätlichkeit sah (77.). Da zuvor schon Rechtsverteidiger Melih Akdeniz mit einer Fußverletzung ausgewechselt werden musste, droht der FSV nun der Ausfall von zwei Akteuren der Abteilung Sicherheit.

„Deswegen bin ich vorsichtig zufrieden“, sagte Marco Sadowski mit Blick auf die dünne Personaldecke. Gegen Dröschede fehlten neben den eingangs genannten Stürmern und dem Langzeitverletzten Caliskan nämlich auch noch Robin Breitenbach, der am Samstag wegen Knieproblemen absagte, und der angeschlagene Florian Neuke. „Mit den grippegeschwächten Kaya und Kessler sowie den nach Verletzungen noch nicht ganz fitten Schröder und El Alami standen vier angeschlagene Spieler in der Startelf. Außerdem hat ‘Manni’ Sander nach langer Verletzungspause 40 Minuten spielen müssen, hatte aber zuvor schon 90 Minuten bei der ‘Zweiten’ ausgeholfen. Diese Jungs haben auf die Zähne gebissen. Daher war es auch ein Sieg des Willens, der ganz, ganz wichtig war“, so Sadowski.

Der Anschluss an das Tabellenmittelfeld ist inzwischen hergestellt, die FSV aber auch noch lange nicht aus der Gefahrenzone heraus. „Die Liga ist sehr ausgeglichen. Daher schaue ich vorerst eher nach unten“, sagt Marco Sadowski, der am Sonntag mit seinem Team beim SV Hohenlimburg gastiert. Vielleicht ja wieder mit Sturmtank Robert Bierkoch.

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