FSV: Metamorphose zum Landesliga-Topteam

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Das Jubel-Rudel kurz nach dem 2:1-Siegtreffer der FSV Werdohl: Zusammen mit Trainerstab und Betreuer feierten die Riesei-Kicker den Überraschungserfolg auf der Dröscheder Emst.

Werdohl - Die Mannschaft schüttete zusammen mit Trainer und Betreuer in einem Jubel-Rudel das überschüssige Adrenalin aus, an der Bande klatschten sich Sportchef Carsten Minker und Jugendleiter Rüdiger Backes ab und FSV-Urgestein Heinz Möller ließ sich es sich nicht nehmen, jedem einzelnen Spieler für den Last-Minute-Coup beim FC Borussia Dröschede zu gratulieren. Die Stimmung im Lager des Fußball-Landesligisten FSV Werdohl war am Samstag eine berauschende.

Es ist richtig, dass der Rangzweite FC Lennestadt die Mannschaft der Stunde in der Südwestfalenliga und die Konstanz von Liga-Dominator SC Neheim eine respekteinflößende ist, die Überraschung der zweiten Saisonhälfte allerdings kickt am Riesei. Das belegt auch die Statistik: Mit 17 Punkten aus acht Partien ist die FSV Werdohl das drittbeste Team der Rückrunde, musste sich 2016 nur dem FC Lennestadt geschlagen geben - und das auch noch spät und äußerst unglücklich. Binnen weniger Monate jedenfalls hat Trainer Manuel Sander aus einem Abstiegskandidaten eine Elf geformt, die es inzwischen mit jedem Team der Liga aufnehmen kann. Der FSV gelang die Metamorphose zu einem Landesliga-Topteam.

„Wir sind absolut konkurrenzfähig“, sagte Sander zwei Tage nach dem furiosen 2:1-Sieg im MK-Derby auf der Dröscheder Emst. Dass der „Dreier“ zumindest in der Entstehung etwas glücklich war, wollte „Manni“ erst gar nicht wegdiskutieren: „Na klar wäre ein Unentschieden gerechter gewesen. Aber Glück und Pech haben sich bei uns innerhalb einer Woche halt ausgeglichen. Gegen Hohenlimburg haben wir in der Nachspielzeit noch einen kassiert, in Dröschede in letzter Minute einen gemacht.“

Entschuldigen mussten sich die Werdohler für den Streich gegen die in der Rückrunde nicht in Schwung kommenden Borussen freilich nicht. Die Gäste vom Riesei machten einmal mehr ein taktisch cleveres Spiel, in dem sich alle Akteure an den vorgegebenen Matchplan hielten. Vor allem Moritz Klamann und Emre Aydin verdienten sich auf der „Doppel-Sechs“ Fleißkärtchen, machten reichlich Kilometer und funkten meist im richtigen Moment dazwischen. Aber auch die Vierer-Abwehrkette war physisch wie psychisch voll auf der Höhe, hatte Dröschedes Torjäger Arif Et sogar besser im Griff als dessen Sturmpartner Ayoub Alaiz. Emsig unterwegs war auch die Abteilung Attacke, in der „Bubi“ Topcu früh seinen Torriecher unter Beweis stellte (0:1, 5.) und Rejhan Zekovic seine Topleistung in der 90. Minute krönte. Sein Schuss war es, den Philip Fischer zum Siegtreffer unhaltbar abfälschte.

Mit nun elf Punkten Vorsprung auf die Abstiegsränge ist der vorzeitige Klassenerhalt reine Formsache und lediglich eine Frage der Zeit. Ausruhen, das betonte Sander am Montag gleich mehrfach, wolle sich die FSV aber im Saisonendspurt keineswegs. „Wir wollen uns auch in den nächsten Spielen weiterentwickeln und weiter Gas geben. Am Sonntag kommt der BSV Menden, gegen den wir uns für die Hinspielniederlage ebenfalls revanchieren wollen“, blickt der FSV-Trainer voraus. Gelingt der nächste Coup, dürfte Heinz Möller wohl wieder zu den ersten Gratulanten gehören...

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