Reittalent Pia Stieborsky will hoch hinaus

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Volker Kämper betreut Pia Stieborsky seit gut zwei Jahren. Eins der zehn Pferde, die Pia reitet, ist der Wallach Spartacus.

Lüdenscheid - Pia Stieborsky investiert viel in ihre Leidenschaft. Sehr viel. Lange Fahrten, ihre Freizeit und Energie. Doch für den Reitsport nimmt sie die Anstrengungen – die in ihren Augen gar keine sind – gerne auf sich.

Von Emanuel Holz

Sechsmal pro Woche sitzt die zwölfjährige Lüdenscheiderin, die für die Reit- und Turniergemeinschaft Silberberghof (Wipperfürth-Kreuzberg) startet, im Sattel von bis zu zehn Pferden und Ponys. An zwei Tagen in der Woche fördert sie ihr erfahrener Trainer Volker Kämper (56) im Dressur- und Springtraining. Dabei sind die Vorlieben klar verteilt: „Springen ist einfach schöner und nicht so langweilig. Es ist aufregend“, sagt Pia, die seit rund zwei Jahren intensiv von Kämper betreut wird und in den Wettkämpfen der S-Springen meist die jüngste Starterin ist.

Dies hinderte sie aber nicht daran, die ältere Konkurrenz beim S-Springen in Leichlingen-Witzelden zu düpieren – sie gewann den Wettbewerb kurzerhand. Eine außergewöhnliche Leistung für eine so junge Reiterin. Pias Eifer trägt weitere Früchte, denn die Siebtklässlerin des Zeppelin-Gymnasiums steht im Landeskader Rheinland und im nationalen Perspektivkader der 12- bis 14-Jährigen. Dreimal bereits wurde sie zu Lehrgängen ins Bundesleistungszentrum nach Warendorf eingeladen. Erstmals im Frühjahr 2014: dann hieß es Sachen packen für den dreitägigen Lehrgang: „Das ist jetzt schon normal für mich. Man spricht dort andere an und schließt Freundschaften“, berichtet das Talent über die Erfahrungen mit den anderen Reitern, die aus ganz Deutschland anreisen, um der Einladung zu folgen.

Im August nahm sie auf dem Großpferd und dem Pony – das mit bis zu 1,48 m Schulterhöhe größer ist als landläufig angenommen – an den Springen der Deutschen Meisterschaft in Zeiskam teil. Dort gelang ihr die Final-Qualifikation, bei dem sie einen Mittelfeldplatz erreichte – Ziel erfüllt.

Angesprochen auf die ersten Trainingssprünge über die ungewohnt hohen Hindernisse, sagt Pia: „Ich hatte schon erst ein bisschen Angst, aber nach ein paar Turnieren ging das.“

Fast immer mit dabei ist Mutter Kathy, die ihre Tochter nahezu täglich zum Silberberghof fährt – von Lüdenscheid aus eine knappe halbe Stunde pro Strecke. Auf den Fahrten zum Training oder zu Wettkämpfen nutzt Pia die Gelegenheit, um Hausaufgaben zu machen oder zu lernen. „Die Schulsachen hat Pia immer mit dabei. Es ist auch eine Willenssache“, sagt Kathy Stieborsky.

Für ihre Tochter ist das selbstverständlich, denn sie träumt davon, aus dem Hobby ihren Beruf zu machen: „Mit Pferden zu arbeiten macht Spaß. Am liebsten möchte ich im Großen Sport starten, beim CHIO in Aachen oder in Balve.“

Den nächsten kleinen Schritt dorthin kann Pia Stieborsky im Dezember machen, wenn sie beim Salut-Festival in Aachen startet.

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