Balve Optimum, DM der Springreiterinnen

Nur Sophie Hinners bleibt fehlerfrei

Sophie Hinners und Vittorio
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Als sie mit dem 13-jährigen Vittorio in der Luft über dem letzten Sprung war, fiel die Anspannung aus dem Gesicht von Sophie Hinners, der neuen Deutschen Meisterin der Springreiterinnen, ab. Als einzige Reiterin blieb sie an beiden Tagen ohne Fehlerpunkt.

Lange schien es so, als sollte Finja Bormann mit ihrem Pferd A crazy son of Lavina ihren Deutschen Meistertitel der Springreiterinnen, 2020 in Riesenbeck errungen, beim Longines Balve Optimum 2021 erfolgreich verteidigen können. Doch jubeln durfte am Ende eine andere.

Balve - Nach einer fehlerfreien ersten Wertungsprüfung spulte die Niedersächsin Bormann auch den ersten Umlauf im entscheidenden zweiten Springen am Freitag mit einer Präzision ab, die dem Uhrensponsor des traditionsreichen Balver Turniers alle Ehre machte.

Doch im zweiten Umlauf beim Preis der Platzmann Federn patzten Bormann und ihr 15-jähriger Begleiter, die als Vorletzte ins Wocklumer Reitstadion eingeritten waren, gleich dreifach – aus der Traum von der Titelverteidigung. Der Weg war so frei für Sophie Hinners und den 13-jährigen Vittorio. Die 23-jährige Springreiterin aus Vierden nahe der A1 zwischen Bremen und Hamburg, die seit März im Stall ihres Lebensgefährten Richard Vogel in Dagobertshausen reitet, behielt als zweite bis dato komplett fehlerfreie Teilnehmerin die Nerven und legte abermals eine makellose Runde über den schweren Parcours der Klasse S mit drei Sternen hin. Nachdem sie vor zwei Jahren an gleicher Stelle mit Vittorio Vizemeisterin geworden war, belohnte sich die Amazone nun mit dem Titelgewinn.

Ich habe versucht, meine Nerven im Zaum zu halten. Vittorio hat mitgekämpft und mitgedacht.

Sophie Hinners

Bevor sie aber die Glückwünsche entgegennahm, griff sie zum Handy und rief ihren Ex-Trainer Emile Hendrix im niederländischen Baarlo an, der nicht vor Ort sein konnte, die Entscheidung aber von daheim verfolgt hatte. „Das ist ein großartiges Gefühl. Der ganze Druck ist raus“, freute sich Hinners, deren Freund Richard Vogel wenige Stunden zuvor die erste Wertungsprüfung der U25-Meisterschaft gewonnen hatte und damit am Samstag als Spitzenreiter in die Fortsetzung geht.

„Ich habe versucht, meine Nerven im Zaum zu halten. Vittorio hat mitgekämpft und mitgedacht. Ich war angespannt, aber fokussiert auf mich und das Pferd“, sagte Hinners, die ihre Konkurrentinnen Finja Bormann und Mylene Kruse als ihre besten Freundinnen bezeichnete. Insofern dürfte ihr der Sieg auch von den Geschlagenen gegönnt worden sein.

Nach der Siegerehrung, bei der Breido Graf zu Rantzau, Präsident der reiterlichen Vereinigung, Hinners die Goldmedaille umhängte und die Siegerschärpe an ihrer Reitjacke befestigte, folgte erst die Sektdusche und anschließend das in Balve übliche Bad im Wassergraben, ehe Sophie Hinners mit den beiden jeweils nur mit einem Zeitfehler belasteten Katrin Eckermann (Kevelaer) mit Cascadello Boy, die Silber holte, und Bronzemedaillengewinnerin Katharina Offel (Rosenheim) mit Hearst auf die Ehrenrunde ritt. Offel hatte 2004 den Titel in Balve geholt, Eckermann war schon 2011 Zweite geworden.

Von den Top drei nach dem ersten Tag hatte sich Finja Bormann mit Clippo nach zwei Abwürfen im ersten Umlauf aus der Konkurrenz verabschiedet, setzte ganz auf die Karte A crazy son of Lavina. Jörne Sprehe aus Fürth, am Donnerstag wie Bormann mit zwei Pferden fehlerfrei, kam weder mit Luna noch mit Hot easy ohne Abwurf durch. Tina Deuerer und Clueso, am Donnerstag Dritte, büßten am Freitag eine Position ein.

Den Sieg im Preis der Platzmann Federn holte sich mit zwei fehlerfreien Runden und der schnellsten Zeit im 2. Umlauf (68,46 Sek.) indes Janne Friederike Meyer-Zimmermann mit Chesmu.

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