Reiten, Balve Optimum: Markus Ehning gewinnt erste Prüfung zur Deutschen Meisterschaft der Springreiter

Dramatische Entscheidung: Hundertstelsekunden geben beim Preis von NRW den Ausschlag

Marcus Ehning und Priam du Roset überqueren das letzte Hindernis.
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Marcus Ehning gewann auf Priam du Roset beim Balve Optimum am Donnerstag den Preis von Nordrhein-Westfalen, gleichzeitig Auftaktprüfung der Deutschen Meisterschaft der Springreiter.

Wenn das so weitergeht, dann könnte die Entscheidung um die Deutsche Meisterschaft der Springreiter 2021 eine äußerst spannende werden. Denn schon die erste von zwei Teilprüfungen, der Preis von Nordrhein-Westfalen, war am Eröffnungstag des Balve Optimum an Spannung kaum zu überbieten.

Balve - Und das, obwohl die Vier-Sterne-Prüfung der Klasse S in zwei Umläufen geritten wurde: 12 Hindernisse mit 15 Sprüngen galt es auf dem 440 Meter langen Parcours gleich zweimal zu bewältigen. Eine zweifache und eine dreifache Kombination stellten sich den 40 Paaren in den Weg, im Durchschnitt waren die Sprünge 1,55 Meter hoch.

Wie schwer die Prüfung war, wurde jedem Zuschauer schnell klar, denn nach drei Startern waren schon zwei Aufgaben zu verzeichnen. Und die Reihen sollten sich noch weiter lichten: Lediglich 35 Reiterinnen und Reiter nahmen den zweiten Umlauf in Angriff, in den die Fehlerpunkte, aber nicht die Zeit mitgenommen wurde. Kandidaten für einen fehlerfreien Start mit zwei Nullrunden gab es viele, aber die Bestätigung der Leistung aus dem ersten Umlauf fiel einigen schwer, auch Reitern aus dem Favoritenkreis wie Marcus Ehning mit Stargold und Lars Nieberg mit Ben, die mit zwei bzw. drei Springfehlern weit zurückfielen.

Der erste, der zweimal fehlerfrei blieb, war Maximilian Weishaupt (Jettingen) mit Omerta Incipit, dessen Zeit von 69,15 Sekunden – erlaubt waren 74 Sekunden – lange unangetastet blieb. Cedric Wolf mit DSP Chicitito (70,96 sek.) schob sich zunächst auf Rang zwei, bis Guido Klatte jun. (Lastrup) und Qinghai kamen und nach zwei Nullrunden mit 68,73 Sekunden eine neue Bestmarke setzten. Tobias Meyer und Greatest Boy (71,58) etablierten sich ebenfalls im Kreis der Fehlerfreien, aus dem sich Vielseitigkeits-Olympiasieger Michael Jung und fischerChelsea nach drei gefallenen Stangen verabschiedeten.

Das Finale mutete wie bei einem Springen mit Stechen an: Der Weltmeisterin von 2018, Simone Blum (Zolling), als vorletzte Starterin gelang es mit DSP Cool Hill nicht nur ein zweites Mal ohne Abwurf zu bleiben, sondern auch die Zeit von Guido Klatte jun. auf die Hundertstelsekunde genau zu egalisieren (68,73). Nur einer konnte diese Marke noch toppen: Marcus Ehning auf seinem zweiten Pferd Priam du Roset. Und der 47-Jährige aus Südlohn, weltweit einer der erfolgreichsten Reiter der letzten 20 Jahre, packte es tatsächlich. Nachdem er auch das letzte von 30 Hindernissen an diesem Nachmittag ohne Fehler überwunden hatte, blieb die Uhr bei 68,30 Sekunden stehen. Damit sicherte sich Ehning die Siegprämie von 7500 Euro und geht als Führender in den zweiten Tag der Deutschen Meisterschaft der Springreiter. Für Klatte und Blum gab es jeweils 5700 Euro.

Glück hatte am Donnerstag nicht nur Ehning, sondern auch das Organisationsteam und das zugelassene Publikum, denn von den angekündigten Unwettern blieb die Anlage in Wocklum verschont. Der kleine Schauer am Mittag war der Rede nicht wert, nahm aber die Schwüle aus der Luft – so kann es weitergehen.

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