Triathlon, Ironman Hawaii

„Noch einmal und dann ist Schluss“

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RCL-Athlet Florian Hanakam startet nach 2012 und 2014 bereits zum dritten Mal bei der Ironman-WM auf Hawaii und möchte seine dortige Bestzeit von 10:26 Stunden unterbieten.

Lüdenscheid – Um 18.35 Uhr deutscher Zeit ist es morgen soweit, dann fällt der Startschuss für die Weltmeisterschaft im Ironman auf Hawaii. Neben den deutschen Weltklasse-Athleten Jan Frodeno, Sebastian Kienle und Patrick Lange nehmen, mit einigen Minuten Abstand, auch zahlreiche Altersklassen-Athleten den 3,8 Kilometer langen Schwimmkurs in der hawaiianischen Bucht von Kailua-Kona, die 180 Kilometer lange Radstrecke und den anschließenden Marathon (42,195 Kilometer) zum Zielort Keauhou auf sich.

Mehr als 2000 Profi- und Amateur-Sportler treffen sich auf der Inselkette. Darunter befindet sich auch Florian Hanakam, der Triathlet des Radsport-Clubs Lüdenscheid von 1998. Für den Breckerfelder sind aller guten Dingen drei, bereits in den Jahren 2012 und 2014 qualifizierte sich der 47-Jährige für die Weltmeisterschaft, im vergangenen Jahr fehlten nach einem hervorragenden Wettkampf beim Ironman Italy lediglich acht Sekunden, um sich das Teilnahmeticket zu sichern. Aber in diesem Jahr klappte es dank einer blitzsauberen Leistung Anfang Juli bei der Ironman-EM in Frankfurt.

„Dort gab es eine wahre Hitze-Explosition. Das waren schon heftige Bedingungen. Hier wird es nicht ganz so heiß, dafür ist die Luftfeuchtigkeit enorm“, berichtet der RCL-Athlet, der bereits seit Sonntag mit seiner Frau Antje, seiner Mutter Anne und seinem Physiotherapeuten Lars Schulz („Er lockert mich nach den Trainingseinheiten auf und behandelt vor dem Wettkampf meine Schulter“) auf der Insel weilt.

Neue, sportliche Herausforderung

Die Form stimmt bei Hanakam, dementsprechend zuversichtlich blickt der Sportwissenschaftler auf den Wettkampf: „Ich bin einen Ticken besser drauf als 2014, weil ich dieses Jahr eine längere Vorbereitungszeit hatte. Ich konnte mich besser erholen und wieder gezielter mit dem Trainingsaufbau starten.“ Form hin oder her, das große Event auf Hawaii wird Hanakams letzter Auftritt über die lange Distanz: „Noch einmal Hawaii und dann ist Schluss. Ich werde natürlich nicht komplett aufhören, dafür mache ich das viel zu gern. Ich werde mein Hauptaugenmerk wieder auf die kürzeren Distanzen legen. Aber ich musste die letzten drei Jahre auf vieles verzichten, um mich erneut zu qualifizieren.“

Bereits für das nächste Jahr hat der Breckerfelder ein neues, sportliches Ziel ins Auge gefasst. Er will den 320 km langen Rheinsteig von Wiesbaden nach Bonn innerhalb von einer Woche bewältigen („Ich will mindestens 50 Kilometer am Tag zurücklegen, das sind dann doch ordentlich Höhenmeter“). Doch zunächst zählt nur Hawaii, das Training wurde in den Tagen vor dem Wettkampf heruntergefahren, lediglich ein „harter“ sechs Kilometer Lauf am Mittwoch, eine Schwimmrunde am Donnerstag und eine Radrunde standen noch auf dem Programm.

„Es geht nur darum, noch einmal ein paar Reize zu setzen. In den Tagen vor dem Wettkampf sollte man möglichst wenig tun und sich in erster Linie ausruhen. Das fällt mir aber schwer. Wenn ich aus meinem Hotelzimmer gucke und die anderen Athleten laufen oder Fahrrad fahren sehe, muss ich mich immer bremsen. Ich denke dann, dass sie alle super trainiert sind und kriege fast ein schlechtes Gewissen. Aber ich habe einen klaren Plan und den ziehe ich auch durch“, bleibt Hanakam entspannt.

Hautnah mit den Stars der Triathlon-Szene

Schon im Vorfeld der Veranstaltung genießt der Breckerfelder die Zeit im Zentralpazifik, beim morgendlichen Jogging traf er beispielsweise Sebastian Kienle mit seiner Frau und einer Einladung ins deutsche Haus samt Small Talk mit dem zweifachen Champion Patrick Lange ist der RCL-Akteur auch gefolgt. Am Mittwoch folgte noch die Nationenparade, an der auch ehemalige Weltklasse-Triathleten wie die beiden sechsmaligen Hawaii-Champions Mark Allen und Dave Scott teilnahmen. „Das ist der große Reiz an Hawaii, man sieht wirklich viele Sternchen der Szene und kann mit ihnen in Kontakt treten“, zeigt sich Hanakam begeistert.

Einen Tipp für den Ausgang des Rennens hat der Breckerfelder auch: „Jan Frodeno sieht wirklich unheimlich gut trainiert aus und hatte das ganze Jahr über eine herausragende Form. Aber wenn er nicht seinen besten Tag hat, sind die anderen Siegkandidaten zur Stelle. Die Spitze ist unheimlich eng beieinander.“ Er selbst geht voller Vorfreude und Optimismus in den Wettkampf: „Ich bin in der Lage, an 365 Tagen im Jahr den Wettkampf gut zu bestreiten. Aber an ein, zwei Tagen kann ich ihn auch sehr gut absolvieren. Ich hoffe, dass ich am Samstag so einen Tag erwische und meine bisherige Hawaii-Bestzeit von 10:26 Stunden unterbiete. Das wäre schön und ist auch mein Ziel.“ Ein letztes Mal wird Hanakam diese herausragende Atmosphäre aufsaugen und genießen können – Momente, die er nie vergessen wird.

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