Fußball

Fußballverrückt – im positiven Sinne

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Tausendsassa im FLVW-Kreis Lüdenscheid: Radovan Goncin ist Schiedsrichter, Funktionär und jetzt auch wieder Jugendtrainer.

Halver – Auf den Fußballplätzen im Kreis Lüdenscheid und weit darüber hinaus ist Radovan Goncin ein alter Bekannter. Seit mehr als 23 Jahre ist der Halveraner in verschiedensten Funktionen ehrenamtlich aktiv: als Schiedsrichter, Kreisgeschäftsführer oder stellvertretender Kreisvorsitzender. Seit Anfang dieser Saison hat der 42-Jährige noch eine weitere Aufgabe übernommen – als Jugendtrainer des TuS Grünenbaum.

Nein, zu viel Zeit habe er nicht gehabt, schmunzelt Radovan Goncin. Vielmehr hat ihn sein siebenjähriger Sohn Aleksandar, der seit den Minikickern beim TuS Grünenbaum spielt, zurück ins Trainergeschäft gebracht. „Ich hätte nicht gedacht, dass ich außer als Schiedsrichter-Assistent nochmal an der Seitenlinie stehen werde. Aber mein Kleiner liebt den Fußball so sehr, dass ich mich in ihm wiedererkenne. Als die Anfrage vom TuS kam, habe ich nicht lange überlegt – und es bisher nie bereut.“

Seit Ende August trainiert Goncin, der in der Jugend und bei den Senioren insgesamt sechs Jahre lang für die Grünenbaumer spielte, gemeinsam mit André Preuß die F2-Jugend. „Das Training macht extrem viel Spaß. Wir haben Jungs, die gerne Fußball spielen, immer da sind und lernen wollen. Bereits nach kurzer Zeit sieht man, wie sich die Kinder weiterentwickeln – das motiviert und macht mich auch ein wenig stolz“, sagt der C-Lizenz-Inhaber. Fußballerisch liegen die Wurzeln des zweifachen Familienvaters beim TuS Halver, für den er drei Jahre lang spielte und verschiedene Jugendmannschaften trainierte.

Mit 19 Jahren die Schiedsrichterprüfung absolviert

Beim TuS Halver machte er auch seine ersten Schritte als Schiedsrichter: Mit nur 19 Jahren bestand er im Dezember 1996 seine Prüfung und ist seitdem an nahezu jedem Wochenende im Einsatz. Goncin pfeift mittlerweile für die Grünenbaumer bis zur Kreisliga A und ist zudem als Schiedsrichter-Assistent in der Westfalen- und Landesliga im Einsatz – bis zu 50 Spiele kommen da pro Jahr zusammen. „So lange es mir Spaß macht und meine Kondition mitspielt, werde ich weiter pfeifen. Im Moment kann ich mir nicht vorstellen, aufzuhören. Ich kenne nach so vielen Jahren viele Vereine, Trainer oder Spieler – und es ist ein schönes Zeichen, wenn man durch die Stadt geht und viele Sportkameraden nett grüßen“, erklärt der Halveraner.

Seine Bekanntheit im Kreis Lüdenscheid verdankt Radovan Goncin allerdings nicht nur seiner Schiedsrichter-Karriere, sondern auch ehrenamtlichen Engagements für die Vereine. Seit Mitte 2001 ist er Geschäftsführer des Fußballkreises Lüdenscheid und seit knapp vier Jahren zudem stellvertretender Kreisvorsitzender. Zwischendurch war er mehrere Jahre lang „quasi nebenbei“ Schiedsrichter-Sichter und Vorsitzender des Kreisqualifizierungsausschusses. „Ich übernehme gerne Verantwortung, setze mich für die Belange der Vereine ein und helfe, wenn Unterstützung benötigt wird. Außerdem ist es schön, wenn man in Sachen ‚Fußball im Kreis‘ mitreden und mitentscheiden kann – und darf.“

Nette Anekdote mit „Toni-Doppelpack“

Irgendwann einmal als Kreisvorsitzenden anzutreten, kann sich der 42-Jährige durchaus vorstellen – allerdings hat das für ihn noch einige Jahre Zeit. „Aber erst, wenn sich die Frage stellt. Momentan sind wir gut aufgestellt und es ist noch viel zu früh, um darüber zu spekulieren.“ Wie fußballverrückt im positiven Sinne Radovan Goncin ist („Ein Leben ohne Fußball ist nicht vorstellbar, manchmal dreht sich 24 Stunden am Tag alles um Fußball“), zeigt sich daran, dass er mit seiner F-Jugend in den Herbstferien weiter trainiert hat. „Na klar, mir macht es doch selber Spaß. Die Jungs können sich an der frischen Luft austoben – und ich meinem Hobby nachgehen“, scherzt der Grünenbaumer Übungsleiter.

Auf einen anderen „Fußballverrückten“ traf Goncin gleich zu Beginn seiner Schiedsrichter-Laufbahn – beim Altherren-Freundschaftsspiel der Kiersper Schlümpfe gegen den 1. FC Köln. Als junger Linienrichter zeigte er korrekterweise eine Abseitsstellung der Kölner an, als der betroffene Spieler wütend zu ihm lief und schimpfte: „Bei mir darfst du keine Fahne heben, du Piefke“. Der Spieler, den Goncin im Abseits gesehen hatte, war kein Geringerer als der Österreicher Anton „Toni“ Polster. „Das war sicherlich ein besonderer Moment, aber es gibt ganz viele Anekdoten und Geschichten, an die ich mich gerne erinnere. Das macht auch einen Teil meines Hobbys aus.“ msm

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