Viel Arbeit bei der HSG – aber auch Zuversicht

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Voller Einsatz, tolle Körpersprache: HSG-Rückraumschütze Phil Lausen markierte nicht nur neun Tore, sondern setzte auch den Kreis hervorragend ein, Soests Maximilian Pichl ist machtlos.

Lüdenscheid - Das Heimspiel gegen die Reserve des Soester TV hatte beim Landesligisten HSG Lüdenscheid Signale setzen sollen. Mit einem Sieg wollten die Bergstädter den vorentscheidenden Schritt in Richtung Ligaverbleib unternehmen. Das Resultat ist bekannt: 29:29 trennten sich die Teams.

Von Jörg Hellwig

Statt erhofften Sechs-Punkte-Vorsprungs auf den ersten Abstiegsplatz, bleibt’s bei deren vier. Da bietet der momentane achte Tabellenplatz nur vermeintlich Sicherheit.

Stattdessen ist gerade vor dem Hintergrund der wohl unlösbaren Aufgabe nach dem Karnevalswochenende in Hohenlimburg höchste Konzentration gefordert, die Spieler müssen hart arbeiten, um nicht noch tiefer in den Tabellensumpf abzusacken. Das Remis war zwar mehr als nichts, aber dass es nicht zum doppelten Punktgewinn langte, lag an verschiedenen Faktoren. Die Deckung stand nicht annähernd so gut wie noch in Halingen, ließ Linkshänder Franke zu viel Raum, bekam zudem den wuchtigen Schönle nur unzureichend in den Griff. Hinzu kam, dass Schlussmann Bahr die zuvor im Bezirksligaspiel gezeigte Hochform nicht hatte konservieren können und auch der nach 19 Minuten eingewechselte Kapp zwsichen Leistungshöhen und -tiefen schwankte.

Und schließlich fehlten auch im Angriff ein Paar Körner, als ein unermüdlich arbeitender Jaschke, Rechtsaußen Niegetiet und Kahlstadt Verschleißerscheinungen offenbarten. Jaschkes Durchbrüchen fehlte entscheidende Kraft, „Kalli“ Kahlstadt letzte Konzentration beim Abschluss. Blieben als große Offensivtrümpfe mit Christoph Kämper und Phil Lausen zwei Akteure mit starker Quote, wobei vor allem Letzterer mit unglaublichem Einsatzwillen bestach, aber wie der Kreisläufer in der Deckung kleine Schwächen offenbarte.

Was fehlte – waren in der Schlussphase Alternativen: Wie sie der Verletzte Falk Baberg (Sehnenabriss am Daumen), mit dem in dieser Saison auch studienbedingt (Gastsemester in Schweden) kaum mehr zu rechnen ist, Benno Walter – durch frühe, nicht unbedingt berechtigte rote Karte gehindert – oder Linkshänder Sebastian Bölling – schwache Tagesform in beiden Spielen – hätten bilden können. „Das ist wohl mein Fehler gewesen“, kreidete sich „Bank-Coach“ Markus Schlippe den weiteren Abwehreinsatz Walters nach zwei Zeitstrafen selbstkritisch an. Interimstrainer Detlev Nebert möchte die Karnevalspause trainingsmäßig nutzen, um die HSG weiter zu bringen: „Ausdauermangel fängt im Kopf an und führt dann zu Konzentrationsverlust. Da haben wir noch Nachholbedarf. Aber insgesamt war die Leistung des Teams nicht so schlecht. Ich bleibe zuversichtlich“, sagt der Ex-Hubschrauberpilot nach etwas holpriger Premierenlandung.

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