Für Aykut Erdogan geht ein Traum in Erfüllung

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Präsentiert voller Stolz sein neues Trikot von Hansa Rostock: Aykut Erdogan.

Lüdenscheid/Rostock - Am Dienstag wurden offizielles Mannschaftsfoto und Portraits geschossen, am Mittwoch folgte der sportliche Aufgalopp bei Fußball-Drittligist Hansa Rostock. Und was hat das, abgesehen davon, dass mit Peter Vollmann ein ehemaliger Coach und Spieler von RW Lüdenscheid dort zum zweiten Mal als Trainer tätig ist, mit Lüdenscheid zu tun? Auch ein 19-jähriger, waschechter Bergstädter versucht an der Ostsee, künftig Fuß im Profifußball zu fassen.

Von Marc Kusche

Aykut Erdogan, Sohn des lanjährigen Trainers vom TSV Lüdenscheid, Orhan Erdogan, hat bei der „Hanse-Kogge“ in der vergangenen Woche einen bis zum 30. Juni 2015 datierten Profivertrag unterschrieben. Begonnen hatte der Linksfuß, variabel als Außenverteidiger oder auf der Außenbahn im Mittelfeld einsetzbar, bei RW Lüdenscheid. Es folgten als weitere Stationen schon im D-Jugend-Bereich beim VfL Bochum, Kurzgastspiele erneut bei RWL und SF Oestrich, ehe es Erdogan zum B-Jugend-Bundesligisten Bergisch Gladbach zog. 2012 folgte der Wechsel zum A-Jugend-Bundesligisten MSV Duisburg, wo der Bergstädter bis Anfang Juni aktiv war.

„Es ist ein Wahnsinn, was bei diesen A-Jugend-Bundesligaspielen an Scouts aus dem In- und Ausland auf der Tribüne sitzt“, berichtet Vater Orhan spätestens seit Ende 2013 von zahlreichen Angeboten für seinen Sohn. Auch Vereine aus der ersten und zweiten türkischen Liga klopften an, was aber nie ein ernsthaftes Thema war. „Aykut ist in Deutschland geboren, aus seinem gewohnten Umfeld wollten wir ihn zum jetzigen Zeitpunkt nicht herausreißen. Nichtsdestotrotz ist auch Rostock schon ein gravierender Einschnitt, denn erstmals wird Aykut komplett auf eigenen Beinen stehen“, verdeutlicht Vater Orhan.

Bis dato hat der 19-Jährige, der im Vorjahr sein Abitur am BGL gemacht und anschließend parallel ein Semester Maschinenbau in Bochum studiert hatte, nämlich zu Hause gewohnt. Das Studium wird jetzt allerdings ruhen, will Aykut doch voll auf die Karte Fußball setzen. Unterstützung erfährt er dabei von der gesamten Familie, insbesondere auch vom älteren Bruder Fatih (23), der ohne jeglichen Neid, sondern vielmehr mit großem Stolz als Art Manager fungiert.

Und warum ausgerechnet Rostock? „Hansa hat sich unglaublich um Aykut bemüht, ihn und uns mehrfach eingeladen und alles gezeigt. Auch die Trainingsbedingungen sind phänomenal“, schwärmt Vater Orhan, der aktuell mit seiner Frau beim Einrichten der neuen Wohnung hilft.

Aykut selbst stellt sich zwar auf einen beinharten Konkurrenzkampf ein, zeigt dennoch große Vorfreude vor seiner ersten Profi-Station: „Über ein Engagement in Rostock musste ich nicht lange nachdenken. Ich bin stolz, dass mich meine erste Station direkt zu so einem großen Klub führt, bei dem ich viel lernen und mich optimal weiterentwickeln kann.“

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