ISG und „Schnecken“ vom Ministerium geehrt

Eine besondere Ehrung erhielten die ISG und die Turbo-Schnecken in Oberhausen: (von links) Reinhard Schneider, Friedhelm Julius Beucher, Brigitte Klein, Gaby Marre, Gerrit Gabler, Jens Kuhn, Ute Schäfer und Matthias Berg.

Lüdenscheid - Hohe Auszeichnung für die Integration-Sport-Gemeinschaft (ISG) Lüdenscheid und Turbo-Schnecken Lüdenscheid: Am Samstag wurden sie im Rahmen des 3. NRW-Wettbewerbes „Der Behinderten-Sportverein des Jahres 2013 “ vom Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes Nordrhein-Westfalen und dem Behinderten-Sportverband NRW neben sechs weiteren Vereinen bzw. Institutionen als Preisträger 2013 ausgezeichnet. Mit dieser Auszeichnung, die mit 2000 Euro dotiert ist, wurde die im Verein geleistete Arbeit gewürdigt.

Beide Vereine hatten eigene Bewerbungen eingereicht, ohne von der Bewerbung des anderen zu wissen. Die Jury fand das so bemerkenswert, dass die Anerkennung zum ersten Mal geteilt wurde. Dies wurde in der Laudatio von Friedhelm Julius Beucher, Präsident des Deutschen Behindertensportverband, im LVR-Industriemuseum Oberhausen besonders hervorgehoben.

Weiter beschrieb er die Arbeit wie folgt: „Jeder Verein hat Bemerkenswertes geleistet, hat seinen Platz in je einem spezifischen Netzwerk und beide Vereine kooperieren miteinander z.B. im Bereich Laufen und Nordic-Walking. Darüber hinaus haben beide einen Schwerpunkt: Inklusion. Mit der gemeinsamen Auszeichnung der Vereine für ihre ‘inklusiven’ Initiativen und Aktionen in ihrer Heimatstadt soll Anerkennung für die bisher geleistete Arbeit ausgesprochen werden – zugleich aber auch die Aufforderung und Motivation zur Intensivierung der Zusammenarbeit und die noch stärkere Einbeziehung weiterer Menschen mit und ohne Behinderung erfolgen.“

Die ISG setzt sich für die Teilhabe von Menschen mit Behinderung und das Mitein-ander mit Nichtbehinderten bereits seit 2003 ein. Hallen- und Outdoor-Aktivitäten bieten ein breites Spektrum an Bewegungsmöglichkeiten. Durch Kooperationen mit Sportvereinen vor Ort und regelmäßige Sportevents hat sich der Verein in der Stadt eine hohe Akzeptanz erarbeitet. Sukzessive wurde das Sport- und Freizeitprogramm erweitert und gefestigt. Die Turbo-Schnecken kooperieren seit 2005 mit der ISG im Bereich Laufen und Nordic-Walking. Seit 2011 gibt es auch ein gemeinsamen Spiel und Sportfest, an dem auch das Gertrud-Bäumer-Kolleg engagiert beteiligt ist. Seit 2012 bieten die Turbo-Schnecken ebenfalls Rehasport an. Die Zusammenarbeit wird im barrierefreien „Schneckenhaus“ ausgebaut.

„Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“

Weiter in der Laudatio beschreibt Beucher die Turbo-Schnecken wie folgt: „In seinem Menschenbild führt der Verein aus, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhalten soll, sich vollständig und gleichberechtigt an allen gesellschaftlichen Prozessen zu beteiligen – und zwar von Anfang an und unabhängig von individuellen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht und Alter. Diese Barrierefreiheit verwirklicht dieser Verein konsequent auch in der 2013 erworbenen Fabrikhalle, die barrierefrei zu einem Sport- und Begegnungszentrum ausgebaut wird.“

Der Wettbewerb ist Bestandteil des Aktionsplanes „Eine Gesellschaft für alle – NRW inklusiv“ der Landesregierung. Prämiert werden Projekte und Innovationen im Bereich des Vereinssports, die z.B. in den Feldern Inklusion, Integration, Kooperation Schule-Verein als Best-Practice-Beispiele dienen können. Diese sind zur Nachahmung empfohlen und dienen letztlich dem Ziel einer inklusiven und barrierefreien Gesellschaft in NRW.

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