Kampfsport

Harte Treffer und faire Gesten

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Mit ungeheurer Wucht platzierte der Russe Vlad "Diamond" Tuinov seine Schläge und Tritte bei der vierten "Kingz Fight Night" in Lüdenscheid.

Lüdenscheid - Die vierte Auflage der „Kingz Fight Night“, sie war in der historischen Schützenhalle am Loh ein voller Erfolg. Kampfsportfans und auch Laien kamen bei den 17 Kämpfen im Programm voll auf ihre Kosten, sahen Boxkämpfe, K1-Fights und sogar einen Muay-Thai-Schlagabtausch. Eine fünfte „Fight Night“ des Veranstalter-Duos Sergej Poschiwajlov und Sergej Odenbach dürfte demnach nur noch eine Frage der Zeit sein.

„Hattet ihr alle einen guten Abend?“, fragte Poschiwajlov, als er nach dem Hauptkampf in den Ring kletterte um sowohl den unterlegenen Ridvan Güden aus Goch, als auch den siegreichen Vlad „Diamond“ Tuinov zu einem krönenden Abschluss zu gratulieren. Die 800 Zuschauer waren da schon drauf und dran die Schützenhalle zu verlassen, schließlich waren sie mit sieben Stunden voller Leckerbissen verwöhnt worden. Die aber, die noch um den Ring ausharrten gaben ein ganz deutliches Feedback: Es hat gefallen und ja, das Publikum will eine fünfte Auflage des Kampfsport-Events in der Bergstadt erleben. „Der Abend hat das Interesse an unserem Sport gezeigt, aber wenn wir eine weitere Fight Night machen, dann machen wir es auch richtig. So wie heute“, sagte der Trainer des „You Can Gyms“ lies aber offen, ob es nach der zuletzt zweijährigen Pause schon im kommenden Jahr eine weitere Kampfnacht in Lüdenscheid steigt. Seinen heimischen Kämpfern gewährte er dabei keinen „Heimbonus“, bekamen es die fünf Schützlinge mit „harten Brocken“ zu tun, denen sie aber einen spannende Kämpfe boten. „Es konnte zwar keiner Gewinnen, aber sie haben sich gut geschlagen. Wir trainieren weiter hart“, zog Poschiwajlov Bilanz.

Bis in die hinterste Reihe der rund 700 Sitzplätze wurde am Samstag eine gute Sicht auf das Geschehen gewährt, während die über 100 Inhaber von VIP-Tickets schon einen Hauch von Ringluft schnuppern durften. „Die richtige Akustik ist hier immer eine Herausforderung“, musste Sergej Odenbach eingestehen, „aber wir haben schon Fortschritte zum vergangenen Event gemacht und hart daran gearbeitet.“

Das Drumherum machte schon einiges her, liefen die Kämpfer durch einen Vorhang von Nebel über einen langen Steg mit ihrer individuellen Einlaufmusik zum Ring und bekamen ihren großen Moment vor dem Publikum. Aber auch innerhalb des Vierecks passte alles zusammen. „Es müssen schon spannende Kämpfe für das Publikum sein, danach haben wir auch die Fightcard zusammen gestellt, das war uns sehr wichtig“, schilderte Poschiwajlov. Spannung war in nahezu jedem Kampf bis zum Gong der dritten Runde gegeben, konnte der Laie teils nur schwer erkennen, wer den Ring siegreich verlassen würde. Allein der Russe Sergej Chadin von der Chadin’s School machte im Ring kurzen Prozess. Schon in der ersten Runde duckte er sich unter einem Schlag seines Kontrahenten Saimir Peti (Bujin Gym MG) weg, traf im Gegenzug einen Aufwärtshaken voll ins Gesicht seines Gegners, der bewusstlos zu Boden ging. Sofort stürmten die Ringärzte zu Peti, der noch halb in den Seilen hing und versorgten ihn, während sich Chadin feiern ließ, sich nach einer kurzen Zeit des Jubels aber auch merklich sorgen um seinen Kontrahenten machte. Dieser kam wieder zu sich und schaffte ohne Hilfe des Weg aus dem Ring.

Neben den vielen Box- und K1-Kämpfen stand in der Maincard auch ein Muay-Thai-Fight auf dem Programm, bei dem die Zuschauer schon vorab in den Geschmack eines traditionellen Tanz-Rituals kamen. Im Ring schenkten sich Ali Rezaie und Carsten Ringler aber überhaupt nichts, obwohl sie mit einem gerechten Remis auseinander gingen.

Den vielen harten Treffern standen viele Umarmungen und faire Gesten der Kämpfer beim und nach dem Kampf entgegen. Egal ob Gewinner oder Verlierer, vom Publikum gab es für beide Seiten Beifall für eine mehr als unterhaltsame Show.

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