Polizei ermittelt wegen gefährlicher Körperverletzung

Zwei Schwerverletzte nach Abbruchspiel in Halver

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Polizeikräfte aus Halver, Lüdenscheid und Altena waren am Sonntag an der Halveraner Friedrichshöhe im Einsatz.

Halver - Es war ein schwarzer Tag für den Fußball im Kreis Lüdenscheid: Die Kreisliga-D-Partie zwischen dem TuS Ennepe II und dem RSV Meinerzhagen III endete am Sonntag in einer Massenschlägerei mit anschließendem Polizei-Großeinsatz. Die bittere Bilanz: zwei Schwer- und fünf Leichtverletzte.

Die Ermittlungen der Polizei dürften angesichts der Vielzahl der Beteiligten mehrere Wochen in Anspruch nehmen und anschließend ein Fall für die zuständige Staatsanwaltschaft Hagen werden.

Dabei schien die Partie zwischen der Schwenker Reserve und der RSV-Drittvertretung sportlich längst entschieden. Meinerzhagen führte bereits mit 4:0, als die Gastgeber in der 68. Minute den Anschlusstreffer erzielten. Beim Versuch, den Ball rasch aus dem Netz zu holen, seien ein Enneper Spieler und ein Meinerzhagener aneinandergeraten – so schilderte Referee Halil Kurtal (Lüdenscheid) die Szene, die binnen weniger Sekunden völlig aus dem Ruder lief.

„Ich war auf dem Weg zur Mittellinie, um wieder anzupfeifen, als ich Geschrei höre und sehe, wie etliche Personen zu den beiden Spielern laufen“, so Kurtal am Sonntag. Der Unparteiische brach die Partie sofort ab, die Eskalation war aber längst nicht mehr aufzuhalten.

Polizei: "Circa 25 Beteiligte"

„Man muss bei solchen Zahlen immer vorsichtig sein, aber an den Auseinandersetzungen sollen circa 25 Personen beteiligt gewesen sein“, bestätigte Marcel Dilling, Pressesprecher der Kreispolizeibehörde Iserlohn, am Montag auf Anfrage unserer Zeitung. Insgesamt sechs Streifenwagen aus Halver, Lüdenscheid und Altena waren am Sonntag im Einsatz, außerdem mehrere Krankenwagen.

Die beiden schwerverletzten Halveraner erlitten nach Polizeiangaben einen Beinbruch – vermutlich herbeigeführt durch Tritte – und Kopfverletzungen. Die fünf leichtverletzten Personen trugen vornehmlich Prellungen davon.

Die Vorstände der beiden betroffener Vereine gaben sich gestern angesichts der Schwere der Vorfälle betont zurückhaltend. „Ich war selbst nicht vor Ort“, sagt Lutz Wengenroth, 1. Vorsitzender des TuS Ennepe. Im Rahmen einer Vorstandssitzung wollten die Schwenker gestern Abend die Geschehnisse aufarbeiten und sich erst danach öffentlich äußern. Ganz ähnlich hält es auch der RSV Meinerzhagen. Dessen Sportlicher Leiter Mehmet Aydin wird sich in dieser Woche ebenfalls mit seinen Vorstandsmitgliedern beraten, ließ aber gestern keinen Zweifel daran, dass mögliche Übeltäter – so sie denn aus den Reihen des RSV kämen – disziplinarisch belangt würden.

Vorladungen in den kommenden Wochen

Die Ermittlungsarbeit der Polizei wird unterdessen einige Zeit dauern. „Wir ermitteln wegen gefährlicher Körperverletzung und Beleidigung“, so Pressesprecher Dilling. Alle Beteiligten werden dazu in den kommenden Wochen Vorladungen zur Vernehmung erhalten. „Danach entscheidet die Staatsanwaltschaft, ob Anklage erhoben oder das Verfahren eingestellt wird“, so Dilling. Angesichts der gravierenden Verletzungen ist aber von einer Anklageerhebung auszugehen.

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