Handball

Verbandsligisten unter Druck

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Torjäger Benno Walter (rechts) wird bei den SGSH Dragons II schmerzlich vermisst. 

Kreisgebiet - Nur sechs Punkte, die Plätze elf und zwölf: Die heimischen Handball-Verbandsligisten HSV Plettenberg/Werdohl und SGSH Dragons stehen bei den vorletzten Auftritten des Jahres gehörig unter Druck, müssen am Wochenende reisen. Die Drachen nur ein Stück volmeabwärts nach Hagen, die HSV ins Römerlager am Halterner See.    

HSC Haltern-Sythen  HSV Plettenberg/Werdohl (Samstag, 17.30 Uhr, Schulzentrum Haltern):  Drei Wochen sind seit dem letzten Spiel der HSV Plettenberg/Werdohl in der Verbandsliga, dem enttäuschenden 20:29 beim RSVE Siegen, vergangen. Drei Wochen, die einerseits planmäßig (Spielpause am Totensonntag), andererseits aber, bedingt durch die Sperrung der Riesei-Sporthalle, auch erzwungen waren. Drei Wochen, die der Mannschaft gut tun und das Lazarett lichten hätten können. „Doch das hat sich leider nicht bewahrheitet“, muss Trainer Kai Henning stattdessen weitere Ausfälle kompensieren, „die uns auf gar keinen Fall gut zu Gesicht stehen“. Zu den beiden Langzeitverletzten Dominik Meckel und Markus Winkelsträter gesellen sich für den Rest des Jahres  Dominic Scheerer und der bislang erfolgreichste Torschütze der HSV, Björn Traumüller. Scheerers Brustbeinprellung lässt einen Einsatz „auf gar keinen Fall zu. Da wäre das Risiko viel zu groß“, sagt Henning. Und auch bei Traumüller geht mit einem angebrochenen Finger an der Wurfhand nichts. Die Hoffnung, dass ein weiterer Langzeitverletzter, Robin Esser, am Samstag wieder einsteigen könnte, zerschlug sich beim Training am Dienstag. „Er hat sich wieder am Knie verletzt.“

Ein Legionär als Maskottchen

Klar ist: Auch mit „voller Kapelle“ wäre die Aufgabe beim erst einmal (28:32 bei Westfalia Hombruch) bezwungenen Spitzenreiter, der vor eigenem Publikum alle fünf Partien gewinnen konnte, eine nur sehr schwer lösbare, zumal Henning nicht davon ausgeht, dass sein Trainerkollege Gerard Siggemann die Gäste aus dem Lennetal unterschätzt. „Dafür kenne ich ihn zu gut. Er ist ein akribischer Arbeiter, der ein Spiel gut lesen kann.“ Und Siggemann holt zurzeit das Optimale aus seinem Team heraus. „Sie spielen einen guten Ball, haben gute Torhüter, verteidigen stark und stehen nicht zu Unrecht oben. Und sie segeln auf einer Euphoriewelle“, weiß der HSV-Coach. Nur um sich eine Niederlage abzuholen, will Henning aber nicht an den Nordrand des Reviers fahren: „Wir haben nichts zu verlieren. Wir wollen den HSC so lange wie möglich ärgern – aber es wird ein Husarenritt.“ Ein Husarenritt beim großen Familientag in Haltern, bei dem der HSC in Erinnerung an das Halterner Römerlager der Antike sein neues Maskottchen, einen kleinen Legionär, vorstellen will.

Eintracht Hagen II - SGSH Dragons II (Samstag, 17.30 Uhr, Sporthalle Mittelstadt):   Diese Personalie trifft die Verbandsliga-Handballer der SGSH Dragons II an ihrer empfindlichsten Stelle. Torjäger Benno Walter hat sich beim Auswärtsspiel gegen Teutonia Riemke vermutlich einen Meniskusriss zugezogen.  „Das ist für uns natürlich die denkbar schlechteste Nachricht“, sagt Dragons-Co-Trainer Alexander Druskus zur Verletzung des bis dato mit 53 Treffern besten SGSH-Torschützen. „Benno ist ja nicht nur unser bester Torschütze, sondern auch ein Führungsspieler, der zuletzt richtig gut drauf war und an dem sich unsere jungen Spieler orientieren. Das ist schon bitter.“ 

Und weiter:  „Wir sind der absolut krasse Außenseiter“, leitet Druskus ab und dürfte damit wohl richtig liegen. Zwar trennen den morgigen Gastgeber und die Dragons aktuell nur vier Zähler, das ist allerdings auch der Hagener Vorgeschichte in dieser Saison geschuldet. Obwohl die Grün-Gelben mit einem gut besetzten Kader daherkommen, ging der Saisonstart mit 4:10-Zählern daneben. Trainer Rainer Hantusch, immerhin im sechsten Jahr in Hagen tätig, zog die Konsequenzen und bot dem Vorstand seinen Rücktritt an. Nunmehr trägt Pavel Prokopec, tschechischer Ex-Nationalspieler und in Personalunion auch Co-Trainer des Hagener Zweitligateams sowie der A2-Jugend, die Verantwortung. Zwei deutliche Siege fuhr die Eintracht seitdem ein und ist mit nunmehr 10:10-Punkten auf Tabellenplatz sieben geklettert.

Zwei Halveraner beim Gegner

 „Eine erfahrene Truppe“, sagt Alex Druskus mit Blick auf die höherklassig erprobten Sebastian Schneider, Jan Wilhelm und Marius Kraus, die flankiert werden von jungen Hagener Eigengewächsen. Und auch zwei Halveraner werden am Samstag im Hagener Aufgebot stehen. Torhüter Max Bergner spielte einst im Tor der 1. und 2. Mannschaft der SGSH, sein Bruder Tom entstammt aus der Jugend der SGSH Juniors und ist als Kreisläufer der Eintracht aktuell einer der besten Torschützen der A-Jugend-Bundesliga West.

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