Schach, NRW-Jugendmeisterschaft

Linda Becker wird Zweite und schafft die DM-Qualifikation

Die Plettenbergerin Linda Becker
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Linda Becker konnte Rang zwei in der Schlussrunde am Dienstag absichern.

Allen Problemen zum Trotz hat es am Ende doch gereicht: Ungeschlagen ist das Plettenberger Schach-Talent Linda Becker bei den Jugend-Einzelmeisterschaften von Nordrhein-Westfalen Zweite bei den U16-Mädchen geworden und hat sich damit abermals für die Deutschen Meisterschaften qualifiziert, die vom 22. bis 30. August erneut im „Sauerlandstern“ in Willingen ausgetragen werden. Für Becker, die für den SV Hemer startet, wird es bereits die sechste Teilnahme an den nationalen Titelkämpfen sein.

Kranenburg - Um die Fahrkarte nach Willingen auch diesmal zu lösen, war für die 15-jährige Plettenbergerin ein besonderer Kraftakt nötig. Denn in der Jugendbegegnungsstätte Wolfsberg in Kranenburg-Nütterden, wo die NRW-Meisterschaften am vergangenen Mittwoch begonnen hatten, ging ein Magen-Darm-Virus um, der am Wochenende – ausgerechnet in der vorentscheidenden Turnierphase – auch Linda Becker erwischte und schwächte.

Dabei hatte alles so gut begonnen: Gegen Franziska Bone (Raesfeld/Erle) erzielte sie vor Wochenfrist in der französischen Verteidigung einen sehr souveränen Schwarzsieg. Beim Zweitrundenerfolg gegen Swantje Minneken (Sterkrade-Nord) kam genau ihre Vorbereitung aufs Brett, wodurch sie erneut überzeugend gewinnen konnte. Gegen Ida Holterbosch aus Kaarst folgte am Freitag der nächste starke Auftritt und ein schneller Sieg.

Mit einer 3:0-Bilanz ging es am Samstag gegen die an Position zwei gesetzte Jule Cordes vom Bielefelder SK. Auch wenn ihre Partie großes Potenzial hatte, gelang es Linda Becker diesmal nicht, sich durchzusetzen. Sie tauschte im Mittelspiel eine Figur gegen zwei Bauern, was ihre Gegnerin aber in einem unklaren Endspiel nicht nutzen konnte – Remis. Zwar lag Cordes nun aufgrund der besseren Buchholzwertung bei jeweils 3.5 Punkten knapp vorn, der Titelgewinn aber war für die topgesetzte Schülerin des Plettenberger Albert-Schweitzer-Gymnasiums weiterhin möglich.

Doch das Virus war schon im Anmarsch und in Runde fünf am Sonntag gegen Rona Klahold aus Paderborn wurde es Linda Becker richtig übel. Doch sie kämpfte, fand nach anfangs schlechterer Stellung gut in die Partie zurück und sicherte sich noch einen halben Punkt. Cordes war nun zwar kaum noch zu stoppen, aber den für die DM-Qualifikation wichtigen zweite Platz wollte Linda Becker nicht kampflos preisgeben.

Über Nacht wurde sie mit einer weiteren erkrankten Spielerin in einem Zwei-Bett-Zimmer untergebracht, musste sich von den übrigen Teilnehmern isolieren. Nach einer Untersuchung im Krankenhaus am Montagmorgen erhielt sie aber „grünes Licht“ für die Partie der 6. Runde gegen Joselyne Sinner (SG Porz), die ebenfalls noch Chancen auf Platz zwei besaß. Linda Becker konnte sich mit Weiß jedoch behaupten und musste den Vizerang in der Schlussrunde gegen die nach der Turnierwertungszahl (TWZ) schwächste, im Turnierverlauf mit 3.5 Punkten aber stark auftrumpfenden Starterin, Amira Aburayyan von den SF Brackel, nur noch absichern. Das gelang der Plettenbergerin am Dienstagvormittag.

Mit fünf Siegen und zwei Remis, insgesamt also 6.0 Punkten, belegte sie hinter Jule Cordes, die sich nach dem Unentschieden im direkten Duell mit Becker keine Blöße mehr gab und 6.5 Punkte sammelte, einen angesichts der Umstände ausgezeichneten zweiten Platz. Dritte unter 13 Teilnehmerinnen wurde Joselyne Sinner mit 5.0 Punkten, Vierte Rona Klahold (4.5).

Justus Zimmermann siegt zum Abschluss

Einen versöhnlichen Ausklang nahmen die U16-Titelkämpfe auf NRW-Ebene für Justus Zimmermann, neben Linda Becker der zweite Teilnehmer des Schachverbandes Südwestfalen in Kranenburg. Nachdem der Spieler vom SV Kierspe am Montag in Runde sechs gegen Chris Pan (Düsseldorfer SK) seine fünfte Niederlage hatte einstecken müssen, gelang ihm zum Abschluss am Dienstag mit Schwarz gegen Tim Friemel von den Schachfüchsen Kempen doch noch ein Sieg. Zimmermann, dem in einigen Partien ärgerliche Fehler unterliefen, beendete das Turnier dennoch mit 1.5 Punkten auf dem 18. und damit letzten Platz. 

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