Kartsport

Peter Klimek greift in der GTC ins Lenkrad

Kartfahrer Peter Klimek im Rennen.
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Peter Klimek trägt auch bei seinem neuen Team ATW Racing den Rennanzug von Talentfrei Racing #10.

 Der Plan war eigentlich, im vergangenen Jahr bei den 24 Stunden von Le Mans zu starten, nachdem das Plettenberger Kartteam Talentfrei Racing #10, erfolgreich mit zwei Titeln im Beba Cup und der Trophy, der German Team Championship (GTC) den Rücken gekehrt hatte. Doch die Corona-Pandemie veränderte alles und Europa weit lief 2020 im Motorsport nicht viel – was auch für den Kartsport galt.

Plettenberg - Im Kern besteht das Team weiterhin und der Plan von Le Mans lebt nach wie vor. „David, Jan, Sascha, Dario und meine Wenigkeit sind weiter dem Team treu und außerhalb ist es schon mehr als nur Freundschaft“, sagt Fahrer Peter Klimek, der selbst mit der GTC schon abgeschlossen hatte – bis alles anders kam. Die Erfolge von Talentfrei Racing sind in der Szene nicht verborgen geblieben. Klimek: „Einige Fahrer oder auch unser Teamchef wurden angeschrieben, angerufen und wurden gelockt, für andere Teams zu fahren oder sie zu unterstützen.“

Unerwartetes Angebot

So wurde Niklas Koetz von einem der traditionsreichen Teams der GTC angeheuert: ATW Racing aus der Nähe von Stuttgart, das seit 20 Jahren viele Rennsiege und etliche Meisterschaft feiern durfte. Diese Chance hat er genutzt und sich dem Team angeschlossen. „Eines Tages klingelte das Telefon und der ATW-Fahrer Sebastian Kropp fragte mich kurz und knapp: Hättest du nicht Lust, für uns zu schrauben und zu fahren?“, wurde Peter Klimek als Nächster kontaktiert. Der Plettenberger, damals aus familiären Gründen in Karlsruhe unterwegs, ließ es sich noch durch den Kopf gehen, als Kropp zwei Tage später den nächsten Versuch startete: „Was ist jetzt? Wir brauchen dich hier.“ Da auch Niklas Koetz Klimek ermutigte, ließ dieser sich zum Comeback überreden. Und da Kaspar Köster von der Firma Langenbach & Koester, dessen Werksteam Talentfrei Racing praktisch ist, sein Okay gab, nutzte auch Klimek die Chance bei ATW Racing.

Peter Klimek (links) und das Team von ATW Racing nach Platz zwei in Wittgenborn.

„Das Team konnte in den letzten zwei, drei Jahren nicht an die glorreiche Zeit der Vergangenheit anknüpfen. Deshalb wurde dort auch strukturell einiges geändert“, weiß Klimek, der sich von Karlsruhe über Plettenberg in Richtung der Kartbahn in Belleben (Sachsen-Anhalt) auf den Weg machte. Dort angekommen, wurde bis in die Nacht geschraubt und der Erfolg kam schnell mit Gesamtplatz vier nach 12 Stunden. Klimek: „Das Team ist fahrertechnisch sehr gut aufgestellt und Teamchef Armin Buffy ist ein alter Fuchs, was die Taktik betrifft.“ Beim folgenden Rennen in Wittgenborn landete ATW Racing sogar auf Platz zwei in der Gesamtwertung – ein Top-Ergebnis, „auch wenn man berücksichtigt, dass wir nur aufgrund eines blöden Fehlers das Rennen nicht auf Platz eins nach Hause fahren konnten“, so Klimek.. „Nichtsdestotrotz aber war es eine Mega-Teamleistung und eine gute Pace, die uns sehr zuversichtlich auf das nächste und wichtigste Rennen, die 24 Stunden in Wackersdorf, blicken lässt“, möchte er dort mit dem Team jenen großen Pokal gewinnen, der Talentfrei Racing noch in der Vitrine fehlt.

Entscheidung fällt in Wackersdorf

Das Team fährt vom 10. bis 12. September als Meisterschaftsvierter nach Wackersdorf, mit drei Punkten Rückstand auf den Zweiten und 22 Punkten Rückstand auf den Führenden – somit ist noch alles drin, selbst der Meistertitel.

Unterstützung für sein neues Motorsportengagement erhielt Klimek auch von seinem langjährigen Mitstreiter und Chefschrauber Dario Raschat: „Wir haben das eine oder andere Telefonat geführt und uns über technische Details unterhalten, haben geschrieben und Stunden am Handy verbracht, um über das Setup, den Luftdruck und andere Feinheiten zu sprechen – fast wie früher. Das war für mich auch eine große Hilfe nach zwei Jahren Rennpause. Und mit 40 Jahren auf dem Buckel musste auch erstmal die Fitness aufgefrischt werden.“

Das scheint gelungen, wie die bisherigen Leistungen zeigen. Klimek hat aber dennoch das Projekt Talentfrei Racing # 10 nicht aus den Augen verloren: „Sollte sich in Zukunft ergeben, dass Talentfrei wieder an den Start geht – egal in welcher Meisterschaft – werde ich wieder für unser Team fahren.“

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