Plettenberger bei der Q-School der Darter

Florian König „nervös, bis der Arzt kommt“

Florian König Plettenberger Dartspieler
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Der Plettenberger Florian König nahm viele wertvolle Tipps für das Training mit nach Hause.

Plettenberg – Der sportliche Erfolg hielt sich wie erwartet in Grenzen, doch die erstmalige Teilnahme an der Qualifikations-Schule (Q-School) der Professional Darts Corporation (PDC) Europe hat sich für den Plettenberger Florian König dennoch gelohnt. „Ich bin mit einem sehr positiven Gefühl dort weggefahren. Es war ein schönes Erlebnis“, blickt König zufrieden auf die drei Tage im hessischen Niedernhausen zurück. Von Donnerstag bis Samstag vergangener Woche sammelte der 34-Jährige wertvolle Erfahrungen, die ihm nun helfen sollen, sein Spiel zu optimieren.

Angereist zum Turnierort im Taunus war er mit einem etwas mulmigen Gefühl: „Ich hatte wohl etwas zu viel trainiert und einen schweren Arm.“ Nach zwei Tagen Trainingspause lief es dann aber wieder, wenngleich das Lampenfieber hoch war. „Ich war nervös bis der Arzt kommt. So etwas habe ich noch nicht erlebt“, gibt Florian König zu.

Zwei Freilose schmecken König nicht

Nach dem Einchecken im Hotel und einem sofortigen Coronatest (König: „Ich musste danach eine Stunde im Zimmer bleiben – wenn sich keiner meldete, war der Test negativ und ich durfte raus“) begann das Turnier für den Plettenberger mit einer unliebsamen Überraschung: Für die 1. Runde am Donnerstag zog er ein Freilos, was ihm am Samstag noch ein zweites Mal passieren sollte. „Darüber habe ich mich nicht gefreut, denn statt zunächst vielleicht auf einen gleichstarken Spieler zu treffen, bekam ich in der 2. Runde sofort einen starken Gegner.“

Starkes Drei-Dart-Average

Dieser hieß am ersten Tag Ryan de Vreede. Der 28-jährige Niederländer hat bereits Erfahrung auf der PDC-Tour, doch Florian König konnte zunächst sehr gut mithalten, glich im Modus „Best of 11 Legs“ zum 1:1 aus und schaffte mit einem 15-Darter auch den Ausgleich zum 2:2. In diesem vierten Leg spielte er mit 100,2 auch sein bestes Drei-Dart-Average (Durchschnitt) – ein Niveau, das der P-Darter aber nicht halten konnte. Im fünften Leg sackte der Punkteschnitt auf 44,3 ab, am Ende kam de Vreede mit einem 6:2-Sieg in die Runde der letzten 32. „Ich habe noch zu viele Höhen und Tiefen in meinem Spiel, die Konstanz fehlt noch“, erkannte König.

Ähnlich lief es am Freitag in Runde eins gegen einen weiteren Niederländer, Gijsbert van Malsen (20). Wieder konnte König zwei Legs (zum 1:1 und zum 2:4) mit einem erfolgreichen Wurf auf das Doppel beenden, van Malsen setzte sich als der konstantere Mann am Board aber letztlich mit 6:2 durch. Tagessieger wurde der Kölner Florian Hempel, der 2018 die Double Trophy der P-Darter in Plettenberg gewonnen hatte.

Auch Smejda ein zu starker Gegner

Königs Gegner in der 2. Runde am Samstag hieß Michal Smejda. Der 37-jährige Tscheche legte los wie die Feuerwehr, holte sich die ersten drei Legs mit zwei 15-Dartern und einem 11-Darter. Für Florian König blieb nur der Gewinn des 5. Legs, das 1:6 gegen Smejda war sein letzter Auftritt in Niedernhausen, wo vor dem letzten Tag der Endrunde sowohl de Vreede als Neunter als auch Smejda (14.) noch Chancen auf eine der begehrten acht Tourkarten besitzen. Im Kampf um den Tourcard-Gewinn über die Rangliste (Order of Merit) liegen mit dem Österreicher Zoran Lerchbacher, Ex-Weltmeister Raymond van Barneveld aus den Niederlanden und Martin Schindler aus Strausberg/Brandenburg drei der Topfavoriten nach zwei Tagen vorn. Als jeweilige Tagessieger haben Geert de Vos (Belgien) und Geert Nentjes (Niederlande) ihre Tourcard indes schon sicher.

Zwei Stunden Training nach dem Aufstehen

Aus dem professionell organisierten Turnier, bei dem außer direkt am Board und beim Essen im Hotel Maskenpflicht herrschte, nimmt Florian König viele Erkenntnisse mit, der er nun für sein Training nutzen kann. „Ich komme ja vom Fußball. Wenn ein Trainer da keine Lust hatte, etwas vorzubereiten, hat er den Ball reingeworfen und uns einfach spielen lassen. Und so ähnlich habe ich bisher immer Darts trainiert: Von 501 auf Null runterspielen“, sagt König. Doch bei der Q-School erhielt er viele Tipps, um das Training zielgerichteter zu gestalten. „Ich habe technisch viel gelernt. Es gibt so viele Übungen, um ein besseres Gefühl für die Darts zu bekommen“, will der Plettenberger, der gestern um 6 Uhr gleich nach dem Aufstehen mit zwei Stunden Training in den Tag startete, die Ratschläge beherzigen.

An seiner Absicht, künftig an so vielen Turnieren wie möglich teilzunehmen, hält er fest: „Verbessern kann ich mich nur über die Spielpraxis – bei Turnieren, wo es auch um etwas geht. Nur so lernt man, mit dem Druck umzugehen.“

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