Bezirksliga-„Phantomteam“ aus Siegen bleibt gemeldet

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„Augen zu und durch“: Die bittere Entwicklung um die Siegener Reserve beschert dem TuS Plettenberg eine weitere Spielzeit in der inzwischen nicht mehr geliebten Bezirksligastaffel 4, den Platz in der „Fünf“ behält das „Phantomteam“ der Sportfreunde Siegen II.

Siegen/Kaiserau - Rolle rückwärts in Sachen Sportfreunde Siegen II: Das Bezirksligateam aus dem Leimbach-Stadion bleibt für die Saison 15/16 gemeldet.

Und damit greift die am vergangenen Freitag veröffentlichte überkreisliche Staffeleinteilung des Verbands-Fußball-Ausschusses. Das heißt, die Bezirksligastaffeln vier und fünf sind aktuell 16er-Staffeln. Zum Nachteil des TuS Plettenberg, dessen Wunsch auf die Umgruppierung von der „Vier“ in die Staffel fünf nicht greifen kann, der damit weiterhin in der „Hochsauerlandliga“ auf Tore- und Punktjagd gehen muss und auf die

Keine Derbys gegen die Kreisnachbarn

Derbys gegen die Rivalen aus dem Fußballkreis Lüdenscheid gegen den Kiersper SC, RW Lüdenscheid, den RSV Meinerzhagen und Aufsteiger TuS Grünenbaum verzichten muss.

Überaus kurios aber: Bei den Bezirksligafußballern aus Siegen handelt es sich um ein reines „Phantomteam“. Die Nachwuchskicker aus Siegen, die Achtligaformat haben könnten, sind längst zum 1. FC Kaan-Marienborn gewechselt, wo sie mit den Ur-„Känern“ ein schlagkräftiges Aufsteigerteam in der Staffel 5 bilden wollen.

Bezirksligameldung ein reines „Backup“

Die Maßnahme, die Zweitvertretung der Sportfreunde für die Spielzeit dennoch zu melden, ist reine Vorsicht, falls die Kooperation mit dem Stadtnachbarn nicht funktionieren sollte.

Aber der Reihe nach: Wie VFA-Beisitzer Alfred Link mittlerweile auf Verbandsseite recherchiert hat, hatte SF Siegens-Geschäftsstellenleiter Jens Schneider der Verbandsgeschäftsstelle gegenüber noch am Freitag bekräftigt, dass die Sportfreunde eine zweite Mannschaft stellen werden.

Hintergründig aber eine rein taktische Maßnahme: Zwar bestätigte Jens Schneider gestern auf Nachfrage das Telefonat mit dem Verband und seine Aussage, verwies bei Fragen nach der Zukunft des Teams freilich an den neuen Siegener Sportvorstand Reiner Jakobs. Und der wiederum bestätigte auf Nachfrage, dass die Mannschaft zwar gemeldet bleibt, aber reell nicht existiert, sondern die Meldung ein reines „Backup“ für den Fall, ist, dass die Kooperation mit dem 1. FC Kaan-Marienborn nicht wie gewünscht funktioniert. „Natürlich hoffen wir in erster Linie, dass dieses Kooperationsmodell für die Nachwuchsspieler greift und sich die erhofften Erfolge der Zusammenarbeit einstellen, aber wenn es nicht klappt, haben wir wenigstens dann in der darauffolgenden Spoielzeit die Möglichkeit, eine eigene Nachwuchsmannschaft in der Kreisliga A an den Start bringen zu können“, redet Jakobs Klartext, „ansonsten müssten wir mit einer Zweitvertretung zur Spielzeit 16/17 ja in der Kreisliga D beginnen.“.

De facto der erste Absteiger

Das heißt, die Sportfreunde bleiben gemeldet, werden aber den Spielbetrieb in der Staffel 5 nicht aufnehmen und werden dann nach dem Reglement als erster Absteiger geführt, so dass in dieser Staffel zum Ende der Spielzeit 15/16 nur noch zwei Teams werden absteigen müssen.

Letztlich ein wohl legitimer Schachzug des Regionalligaabsteigers, der sich aus finanziellen Gründen unter seinem Oberligateam aktuell keine U 21-Mannschaft in der Bezirksliga leisten kann. „Da hat sich unser Ex-Vorstand noch beim Verband abgesichert“, sieht Reiner Jakobs die Sportfreunde jederzeit „im grünen Bereich“, was den TuS Plettenberg wohl kaum trösten wird: Zwar gehen in der „Traumstaffel 5“ der Vier-Täler-Städter de facto nur 15 Teams ins Punktspielrennen, aber Platz ist für das Michailidis-Team dort dennoch nicht.

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