Fußball

Ein Derby und ein Knüller

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Spitzenspiel schon in der Vorsaison: RWL-Kapitän Richard Dissing (rechts) im Duell mit seinem Garenfelder Pendanten Alexander Rüster. 

Kreisgebiet - Die "Bundesliga des Sauerlands" hat ihre Pforten bereits am Samstag geöffnet, der TuS Neuenrade kam mit 1:7 bei FSV Bad Wünnenberg/Leiberg unter die Räder, am Sonntag sind auch die heimischen Kreisvereine in den Staffeln 5 und 6 erstmals wieder auf dem Feld. Der TuS Plettenberg und der Kiersper SC gleich im direkten Duell. In Staffel 6 steht zudem gleich ein Knüller auf dem Programm, wenn der amtierende Vize-Meister Rot-Weiß Lüdenscheid den Dritten SC Berchum-Garenfeld im Nattenberg-Stadion erwarten.      

TuS Plettenberg - Kiersper SC (Sonntag, 15.30 Uhr, Lennestadion): Es ist angerichtet: Die Staffel 5 geht in die neue Spielzeit und dem TuS Plettenberg steht mit dem Kiersper SC gleich ein Auftaktgegner ins Haus, der für eine besondere Würze im Lennestadion sorgen wird – nicht nur, weil es ein Kreisderby ist, sondern auch, weil TuS-Trainer Kosta Michailidis bis Ende November noch Coach am Kiersper Felderhof war.

 „Ich stehe mit dem KSC noch in gutem Kontakt“, sagt Michailidis. 90 Prozent der Mannschaft kenne er noch persönlich. Ein Vorteil? „Ja, das könnte schon ein Vorteil sein“, meint der Trainer im Bezug auf die Stärken und Schwächen des TuS-Auftaktgegners. „Dieses Wissen versucht man natürlich, in die Waagschale zu werfen.“ Ein Erfolgserlebnis soll her – für einen gelungenen Auftakt der Plettenberger „und nicht, weil der Gegner der KSC ist“, sagt Michailidis. Die Vorbereitung allerdings war nicht berauschend, die Ergebnisse in den Testspielen seien sehr schlecht gewesen, konstatierte Michailidis, will die Resultate  aber nicht zu hoch hängen. „Daraus kann man keine Schlüsse für die Saison ziehen“, sagt er. „Wer die Spiele verfolgt hat, hat gesehen, dass wir viel rotiert haben und dass die Einbrüche häufig nach den Auswechselungen kamen.“ Den vielen jungen Spielern habe – verständlicherweise – noch die Erfahrung gefehlt. „Sie müssen sich erst in der Bezirksliga akklimatisieren. Das kostet Zeit, das haben die Ergebnisse gezeigt.“

Der Schlusssatz von KSC-Trainer Marco Carbottas Schlusssatz im Pressegespräch illustriert die Stimmungslage beim Kiersper SC am trefflichsten. „Ich hab’ Bock aufs erste Spiel – und die Jungs auch“, so der junge Trainer der Volmestädter. Dass die KSC-Kicker auf die Saisonpremiere brennen, war auch im Donnerstag-Training deutlich zu erkennen. „Da hat es im positiven Sinne ein paar Mal richtig geknallt, da war Feuer drin“, blickt Carbotta auf die vorletzte Einheit vor dem Anpfiff zurück

Neben dem Kreisderby-Faktor und der Freude darüber, dass die oftmals ungeliebte Vorbereitungszeit ein Ende hat, ist der hohe Motivationsgrad auch darin begründet, dass am Felderhof derzeit etwas herrscht, das in den vergangenen Jahren ein Fremdwort war: Konkurrenzkampf. Zehn Plätze sind auf dem Feld vor Torhüter Marcel Feist zu vergeben, auswählen kann Marco Carbotta aus 17 oder – wenn es der privat eingebundene Özgür Muti rechtzeitig nach Plettenberg schafft – 18 Spielern. 

„Man kennt sich natürlich gut, und wir wissen schon, wer die Schlüsselspieler beim TuS sind. Aber wir wollen uns nicht am Gegner orientieren, sondern unser eigenes Spiel machen“, kündigt Marco Carbotta die Flucht nach vorne an. Denn auf der Hand liegt, dass beim Ansinnen, endlich wieder eine sorgenfreie Saison zu spielen, ein erfolgreicher Start große Bedeutung hat.

RW Lüdenscheid - SC Berchum/Garenfeld (Sonntag, 15 Uhr, Nattenberg-Hauptstadion): „Wir freuen uns enorm drauf, dass es jetzt los geht. Aber das wird aus verschiedenen Gründen gleich ein Riesending“, blickt Martin Rost, Trainer des Bezirksligisten Rot-Weiß Lüdenscheid, hoch gespannt auf den Saisonstart.

Riesending, weil es nicht nur gegen den erklärten Mitfavoriten und vorsaisonalen Dritten geht, der mit kaum weniger Ambitionen in die Saison startet als die Hausherren selbst, sondern auch, weil wegen des Granulat-Austausches auf dem Kunstrasen zum zweiten Mal binnen zehn Jahren wieder auf dem Naturrasen im Stadion um Punkte gespielt wird.

Dreimal werden die Bergstädter dann auf dem Natur-Untergrund trainiert haben. „Sicher hilfreich, aber man kann nicht binnen einer Woche aus Kunstrasen-Fußballern Spezialisten für Naturrasen machen“, sieht Rost durchaus ungewohnte Probleme auf die Gastgeber zukommen. Denn der Untergrund entpuppte sich am Dienstag, noch langflorig, aber durch Niederschläge wesentlich besser bespielbar als die gemähte trockene Fläche am Donnerstagabend.

„Immerhin haben wir aber ein besseres Gefühl für die Dimensionen des großen Spielfeldes bekommen können, viel mit kurzen, mittellangen und langen Bällen gearbeitet, um da unser Gefühl für die Räume zu verbessern.“ Doch nicht nur der Platz stellt die RWL-Kicker vor gewachsene Aufgaben, auch der Gegner hat’s natürlich in sich. „Da werden wir gleich ein ganz dickes Brett bohren müssen, denn Berchum-Garenfeld will mit Sicherheit auch nach oben“, erwartet Rost einen nicht nur hoch motivierten, sondern auch sehr spielstarken Gegner. 

„In Meinerzhagen und zuletzt auch gegen Remscheid haben wir Probleme mit dem hohen gegnerischen Pressing gehabt, das auch Berchum pflegt. Daran haben wir gearbeitet“, meinte Rost, der ansonsten aber sehr optimistisch in die Saison geht und betont: „Natürlich wollen wir wie die anderen 15 Ligakonkurrenten auch, unser erstes Saisonspiel unbedingt gewinnen, aber das können nun einmal höchstens acht. Und es ist das erste Saisonspiel, da wird sicher nicht die Meisterschaft entschieden“, will er den Start nicht allzuhoch hängen.

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