Fußball-Landesliga

„Bock auf etwas ganz Neues“: Lüdenscheid statt Langenholthausen

Fußballer im Laufduell
+
Vor seinem Wechsel nach Finnentrop war Philip Fischer (vorne links) Stammkraft beim TuS Langenholthausen, auf den er zukünftig mit Rot-Weiß Lüdenscheid treffen wird.

Philip Fischer entscheidet sich für einen Wechsel zum Landesligisten Rot-Weiß Lüdenscheid, auch wenn Bruder Falk ihn gerne am Düsterloh gesehen hätte.

Lüdenscheid/Langenholthausen – Der TuS Langenholthausen hätte ihn gerne zurückgeholt, auch andere Vereine hatten die Fühler nach ihm ausgestreckt, entschieden hat sich Philip Fischer aber letztlich für Rot-Weiß Lüdenscheid.

Der 23-jährige Werdohler, der nach dem Landesliga-Aufstieg des TuS Langenholthausen im Sommer 2019 zur SG Finnentrop/Bamenohl gewechselt war und mit den Schwarz-Grünen vom Bamenohler Schloss in der Corona-Abbruch-Saison den Oberliga-Aufstieg feierte, wurde im Januar als dritter Winterpausen-Neuzugang am Nattenberg vorgestellt. Ein Hochkaräter für das Team von Trainer Bayram Celik.

„Langenholthausen wäre natürlich auch eine richtig gute Option gewesen. Aber ich hatte Bock, mal wieder etwas ganz Neues zu machen. Rot-Weiß hat eine junge und richtig gute Truppe mit Perspektive, in die ich gut rein passe“, sagt Philip Fischer, für den die Tür seines Ex-Klubs TuS Langenholthausen, bei dem sein älterer Bruder Falk (28) Kapitän ist, natürlich auch sperrangelweit offen gestanden hatte.

Philip Fischer: Lüdenscheid statt Langenholthausen

Letztlich sei es keine Entscheidung gegen den TuS, sondern auch wegen seines „Bauchgefühls“ eine Entscheidung für den Landesliga-Aufsteiger vom Nattenberg gewesen. Sportlich sieht der 23-Jährige die Bergstädter, die als Aufsteiger bis zur Saisonunterbrechung in der Landesliga 13 Punkte aus sechs Partien verbuchten, auf einem richtig guten Weg, den er nun mindestens bis zum Sommer 2022 mitgehen möchte.

Und nach monatelangem Lockdown brennt Philip Fischer förmlich darauf, am Nattenberg endlich mit seinem neuen Team loslegen und trainieren zu können. „Es wird jetzt echt Zeit, endlich mal wieder auf dem Platz zu stehen“, sagt Fischer, der mit seiner neuen Truppe wegen des anhaltenden Lockdowns noch nicht gemeinsam trainieren konnte, sondern sich unter anderem mit Läufen fit hält.

Das Gros seiner neuen Teamkollegen kennt der Werdohler bereits, ein „paar Jungs“ aber noch nicht. „Ich freue mich auf die Truppe“, betont Fischer, der einen Akteur der Rot-Weißen aus gemeinsamen Zeiten bei der FSV Werdohl besonders gut kennt: Julian Kroll. Der erfahrene „Sechser“ war es letztlich auch, der den Wechsel Fischers von Finnentrop nach Lüdenscheid eingefädelt und den Kontakt mit Trainer Bayram Celik und den RWL-Verantwortlichen hergestellt hat. „Ich freue mich riesig, dass Philip bei uns zugesagt hat. Er ist ein unheimlich sympathischer Typ, der auch richtig was am Ball kann. Mit seinem linken Schochen und seiner Agilität auf dem Flügel ist er eine Riesenverstärkung für uns. Definitiv“, betont der 32-jährige Kroll.

Ich war natürlich etwas enttäuscht, dass Philip sich anders entschieden hat. Wir haben ein extrem gutes Verhältnis. Ich hätte mich gefreut, wenn er zurückgekommen wäre, weil Philip richtig gut ist und Qualität mitbringt.

Falk Fischer (Kapitän TuS Langenholthausen)

Obwohl Philip Fischer bei der SG Finnentrop/Bamenohl zuletzt nicht über die Rolle des Ergänzungsspielers hinaus gekommen war, möchte der Werdohler die Zeit am Bamenohler Schloss nicht missen. „Ganz ehrlich: Finnentrop hat eine super Truppe mit einem überragenden Trainer und einer Vereinsführung, die echt top ist. Ich habe dort viel gelernt. Es ist ein hervorragender Verein“, sagt Philip Fischer, den seine Rolle beim Oberliga-Aufsteiger in dieser unterbrochenen Saison aber nicht mehr zufrieden stellte.

„Ich habe gemerkt, in welche Richtung es ging“, sagt der Werdohler, der sonntags kicken und nicht auf der Bank Platz nehmen möchte. Bei den Rot-Weißen erhofft er sich deutlich mehr Spielanteile – und zwar auf den Außenbahnen. In Langenholthausen hatte Philip Fischer im Aufstiegsjahr häufig die Rolle des Linksverteidigers gespielt und zusammen mit seinem Bruder Falk einen bärenstarken linken Flügel gebildet.

Auch „Charly“ Grote hätte Philip Fischer gerne am Düsterloh gesehen

Apropos Falk: Der 28-Jährige hätte seinen jüngeren Bruder wie auch Trainer Uli Mayer oder Präsident „Charly“ Grote gerne wieder in Langenholthausen gesehen. „Ich war natürlich etwas enttäuscht, dass Philip sich anders entschieden hat. Wir haben ein extrem gutes Verhältnis. Ich hätte mich gefreut, wenn er zurückgekommen wäre, weil Philip richtig gut ist und Qualität mitbringt“, sagt der Langenholthausener Kapitän und Führungsspieler, der aber keineswegs sauer auf seinen jüngeren Bruder ist. „Nein, es gibt kein böses Blut“, lacht Falk Fischer, der sich nun umso mehr auf das MK-Derby zwischen den Grün-Weißen und den Rot-Weißen freut.

Sollte es im Mai tatsächlich einen Re-Start der Saison 20/21 geben, könnte es bis zum 30. Juni noch zum Duell zwischen TuS und RWL und damit auch zum Aufeinandertreffen der Fischer-Brüder kommen. „Das macht die Sache doch noch spannender“, sagt Falk Fischer, der in der Vergangenheit auf Kunstrasen oder unterm Hallendach schon häufiger gegen seinen Bruder kickte. „Die meisten Spiele gegen Philip waren hitzige gewesen“, lacht der 28-Jährige, „ich freu mich schon drauf...“

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren: Auf come-on.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare