"Familiäre Atmosphäre" als Faustpfand

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Phil Lausen hofft mit er HSG auch in der Spielzeit 19/20 auf eine gute Platzierung.

Lüdenscheid – Die Entscheidung war für Handball-Landesligist HSG Lüdenscheid beinahe von existenzieller Bedeutung. Entsprechend erleichtert waren die Verantwortlichen des letzten verbliebenen Handballvereins in der Bergstadt am vergangenen Wochenende, als der von anderen Klubs umworbene Top-Torjäger Phil Lausen seine Zusage für eine weitere Spielzeit im HSG-Trikot gab.

 Warum aber entschied sich der 26-Jährige, der seit Jahren einer der erfolgreichsten Torschützen der Liga ist, trotz lukrativer Angebote zum Verbleib bei den Bergstädtern? „Natürlich habe auch ich lange nachdenken müssen, letztlich aber gibt es für mich viele Faktoren, die für die HSG sprechen“, sagt er.

„Das ist einmal der Verein, für den ich seit 20 Jahren einen Spielerpass habe, dann ist da die Mannschaft, mit der ich sehr gut klar komme, der nur zehnminütige Fußweg zur Halle, vor allem aber die familiäre Atmosphäre bei der HSG, die mich fasziniert und ein wichtiger Grund war, warum ich mich für den Verbleib entschieden habe.“ Lausen ist halt ein HSGer durch und durch, dem „familiären“ Verein auch durch seine Familie verbunden, denn Mutter, Tanten und Onkel waren schon Lüdenscheider Handballer.

„Geld hat für mich im Handball noch nie eine entscheidende Rolle gespielt. Natürlich freue ich mich über kleine Aufwandsentschädigungen, aber wichtiger ist der Spaß, den ich an meinem Hobby Handball haben möchte,“ meint der leidenschaftliche Fußballfan des FC Schalke 04, der auch zahlreiche Kicker aus Bergstadt-Klubs zu seinen Freunden zählt und deshalb häufiger auch beim Mannschaftssport unter freiem Himmel zu Gast ist.

Schwer sei ihm die Entscheidung dennoch gefallen. Der Reiz, nochmals höherklassig zu spielen, hatte Phil Lausen schon gelockt, aber im Hinterkopf war er sich auch einer gewissen Verantwortung für den Gesamtverein HSG bewusst: „Nachdem Kevin Plate seinen Weggang zur SGSH II bekannt gegeben hatte, war klar, dass der weitere Verlust von Leistungsträgern neben den ohnehin feststehenden die Landesligazukunft der HSG gefährden könnte. Damit habe ich mich schon beschäftigt, aber letztlich haben die anderen Gründe den Ausschlag gegeben, da ist man auch als Mannschaftssportler Individualist.“

 Zwar weiß er, dass sich in seinem Sog der eine oder andere Akteur „pro HSG“ entschieden hat, ob er aber weitere Wackelkandidaten noch verbal beeinflussen kann, glaubt er nicht: „Einmal bin ich dafür nicht so der Typ, zum anderen entscheidet das wirklich jeder individuell für sich.“ Auch wenn am Donnerstagabend mit Marcel Kämmerer  der vierte Abgang nach Kevin Plate (SGSH II), Mario Hurlbrink (Laufbahnende) und Alex Nitsch (studienbedingt) nach Saisonende feststeht, hofft der 1,98 m lange Rückraum-„Kanonier“ auf eine starke HSG-Mannschaft für die kommende Saison.

„Außenstehende bemerken das gar nicht so, aber Niclas Beckmann leistet eine Heidenarbeit, um möglicherweise noch Neuzugänge nach Lüdenscheid zu holen, aber das ist so schwer wie noch nie“, sagt der Verfahrensmechaniker für Kunststoff- und Kautschuktechnik. „Ich hoffe aber, dass wir eine gute Rolle im oberen Tabellendrittel spielen können und unser Leistungsvermögen noch konstanter abrufen als es in dieser Saison der Fall ist. Persönlich möchte ich mich handballerisch noch einmal ein Stück weiterentwickeln“, kündigt die HSG-„Urgewalt“ der Konkurrenz auch für die kommende Saison Abwehrschwerstarbeit an, wenn es gegen die HSG geht.

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