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Paukenschlag in Runde eins: Mitfavorit Moraing schon draußen

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Von: Thomas Machatzke

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Tennis Linkshänder Vorhand Lüdenscheid Moraing
Überraschendes Aus in der 1. Runde: Mats Moraing. © Thomas Machatzke

Die zweite Auflage der Platzmann-Sauerland-Open hat ihre erste große Überraschung: Am Dienstagmittag ereilte den Setzlistenzweiten aus Mülheim/Ruhr, Mats Moraing, auf dem Centre-Court das Aus direkt in der 1. Runde. Und auch ansonsten lief es für die Teilnehmer aus Deutschland vielfach nicht besonders gut.

Lüdenscheid – Die Turnierpremiere des 30-jährigen Mats Moraing in Lüdenscheid war ein krasses Kontrastprogramm zum Match, das den Tag auf dem Centre-Court eröffnet hatte: Marco Cecchinato (» Text unten) hatte keine 40 Minuten benötigt, um den Rumänen Nicholas David Ionel vom Platz zu fegen. Bei Moraing dagegen lief es von Beginn an zäh.

Der Aufschlag des 1,98 Meter großen Linkshänders war ein beeindruckender für die Tennisfans im Sauerland. Oleksii Krutykh ließ sich aber nicht so leicht beeindrucken. Der neun Jahre jüngere Ukrainer hielt selbst mit einem kraftvollen Service dagegen, ging direkt 2:0 in Führung und ließ sich auch von einem Rebreak nicht nachhaltig aus dem Konzept bringen. Es war ein absolut offenes Match in den Mittagsstunden. Kein Regen in Sicht, zum ersten Mal absolutes Kaiserwetter in der ATP-Challenger-Woche in Lüdenscheid.

Sportlich lief es im ersten Satz auf den Tiebreak hinaus. Dort legte Krutykh ein 4:0 vor, Moraing verkürzte auf 3:5 und verlor ihn dann doch. Richtungsweisend, denn auch im zweiten Satz fand er kein nachhaltiges Mittel gegen das druckvolle und wenig fehlerhafte Spiel des Ukrainers, der sich auch diesen Durchgang mit 6:3 holte. Damit war der erste große Turniermitfavorit direkt gescheitert, noch dazu der einzige aus dem Favoritenkreis, der aus Deutschland kommt. Die Altmaier-Rolle aus dem Vorjahr passte dem langen Linkshänder dann letztlich doch nicht.

Paukenschlag in Runde eins: Mitfavorit Moraing schon draußen

Nach Moraings Aus sollte es an einem langen Turniertag mit 14 Matches der 1. Runde noch zahlreiche weitere Deutsche erwischen: Ein weiteres sehr beherztes Spiel nach seiner langen Verletzungspause zeigte zwar Jeremy Jahn, doch am Ende ging ihm in seinem fünften Einsatz binnen fünf Tagen am Ende gegen den Argentinier Nicolas Kicker ein wenig die Puste aus. 6:4, 3:6 und 4:6 unterlag Jahn. Glatt in zwei Sätzen musste sich Cedrik-Marcel Stebe in seinem Erstrundenmatch dem Slowaken Jozef Kovalik beugen. Der Iserlohner Zweitliga-Spieler Marcel Zielinski, der als frisch gebackener Westfalenmeister in Lüdenscheid angereist war, machte mit seiner Wildcard zwar ein tolles Spiel, doch letztlich zog auch Zielinski in drei Sätzen gegen den Kasachen Denis Yevseyev den Kürzeren.

Kurios: Yevseyev war am Montagabend nur als „Lucky Loser“ ins Hauptfeld eingezogen, hatte eigentlich in der Qualifikation gegen seinen Doppelpartner Bogdan Bobrov verloren. Und während Bobrov nun in der 1. Runde nach drei umkämpften Sätzen am Argentinier Rodriguez Taverna scheiterte, steht Yevseyev jetzt sogar im Achtelfinale.

Zielinski Sauerland Open Vorhand Lüdenscheid
Starker erster Satz, aber dann doch eine Drei-Satz-Niederlage: Marcel Zielinski aus dem Zweitliga-Team aus Iserlohn. © Machatzke, Thomas

In dieser Runde der letzten 16 sind noch zwei Deutsche mit von der Partie. Zum einen Marko Topo, der gegen seinen Landsmann Tobias Kamke in zwei engen Sätzen die Oberhand behielt. Zum anderen aber auch Timo Stodder, der sich mit seinem Kampfgeist in die Herzen der Lüdenscheider spielte. Nach seinem Drei-Satz-Sieg am Sonntag gegen Lambert Ruland (Soest) und seinem glatten Erfolg am Montag gegen den Schweizer Damien Wenger sah der 26-Jährige vom Bundesligisten Rot-Weiß Berlin, der lange auf dem College Tennis spielte, in seiner Erstrundenpartie gegen Georgii Kravchenko bereits wie der Verlierer aus. 7:6 und 5:2 führte der junge Ukrainer und ließ Matchbälle aus. So kam Stodder ins Spiel zurück und kämpfte im dritten Satz den am Ende völlig entnervten Kravchenko nieder. Sein Lohn: Stodder darf nun im Achtelfinale gegen Marco Cecchinato antreten. Viel schwerere Lose hält das Feld nicht bereit.

Bei so manchem Drei-Satz-Krimi nahm sich das Match des Tages, das um 18.15 Uhr auf dem Centre-Court begann, als ziemlich einseitige Angelegenheit aus: Vorjahresfinalist Nicolas Jarry, der in diesem Jahr die Setzliste in Lüdenscheid anführt, machte beim 6:2 und 6:3 gegen den Brasilianer Daniel Dutra da Silva kurzen Prozess. Chile schlägt Brasilien – beim Tennis an diesem Abend am Stadtpark keine Sensation. Und ein südamerikanisches Sportfest war es dann auch irgendwie nicht. Nach einem so ereignis- wie spannungsreichen Turniertag war das aber auch nicht mehr zwingend nötig gewesen.

Die Ansetzungen für die Turniermittwoch in der Übersicht

CENTRE-COURT
12 Uhr, 2. Runde Einzel: Zhizhen Zhang (China) – Manuel Guinard (Frankreich/3)
anschließend Robin Haase (Niederlande) – Marko Topo (Deutschland)
anschließend (aber nicht vor 16 Uhr) 1. Runde Doppel: Mats Hermans/Glenn Smits (Niederlande) – Dustin Brown/Evan King (Deutschland/USA/4)
anschließend (aber nicht vor 18.15 Uhr) 2. Runde Einzel: Pablo Cuevas (Uruguay/7) – Nicolas Kicker (Argentinien)

COURT 7
12 Uhr, 2. Runde Einzel: Jozef Kovalik (Slowakei) – Oleksii Krutykh (Ukraine)
anschließend (aber nicht vor 14 Uhr) 1. Runde Doppel: Constantin Frantzen/Tim Sandkaulen (Deutschland) – Facundo Diaz Acosta/Santiago Rodriguez Taverna (Argentinien)
anschließend 1. Runde Doppel: Georgii Kravchenko/Oleksii Krutykh (Ukraine) – Dino Jablonski/Hamad Medjedovic (Deutschland/Serbien)
anschließend (aber nicht vor 17.30 Uhr) 1. Runde Doppel: Aldin Setkic/Zhizhen Zhang (Bosnien und Herzegowina/China) – Robin Haase/Sem Verbeek (Niederlande/2)

COURT 3
12 Uhr, 1. Runde Doppel: David Pel/Bart Stevens (Niederlande/3) – Dominic Stricker/Damien Wenger (Schweiz)
anschließend 1. Runde Doppel: Albano Olivetti/Fernando Romboli (Frankreich/Brasilien) – Piotr Matuszewski/Vitaliy Sachko (Polen/Ukraine)
anschließend 1. Runde Doppel: Bogdan Bobrov/Denis Yevseyev (Russland/Kasachstan) – Fabian Fallert/Hendrik Jebens (Deutschland)
anschließend 1. Runde Doppel: Daniel Dutra da Silva/Alexander Merino (Brasilien/Peru) – Martin Cuevas/Luis David Martinez (Uruguay/Venezuela)

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