Zweitliga-Traumstart für Werdohler Bulut und Bochum

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Onur Bulut (rechts) hat gut lachen: Der aus Werdohl stammende Fußball-Profi hat mit dem VfL Bochum einen Traumstart in die 2. Bundesliga hingelegt, feiert hier mit Teamkollege Anthony Losilla den 3:1-Auswärtssieg in Freiburg.

Werdohl/Bochum - Aufstiegsjubel bei Onur Bulut – in diesem Frühjahr gab es den schon. Allerdings galten die Gratulationen damals nicht dem aus Werdohl stammenden Fußball-Profi vom Zweitligisten VfL Bochum, sondern Bruder Olcay, der mit Eyüpspor Werdohl den Sprung in die Kreisliga A unter Dach und Fach gebracht hatte. Ob bei Familie Bulut auch 2016 gefeiert wird? Onurs Bundesliga-Aufstieg mit dem VfL?

Noch beantwortet der 21-jährige Sauerländer diese Frage mit einem zurückhaltenden Lächeln.

„Schön wäre das natürlich. Aber bis dahin ist noch eine Menge Zeit. In der vergangenen Saison waren wir auch am fünften oder sechsten Spieltag Erster, sind dann aber irgendwie eingebrochen“, erinnert sich Onur Bulut im Gespräch mit unserer Zeitung an den Zweitliga-Start im Sommer 2014.

Ein Jahr später ist „sein“ VfL nach den ersten drei Spieltagen neben dem SV Sandhausen, dem allerdings von der Deutschen Fußball-Liga (DFL) drei Zähler wegen Verstößen gegen die Vorschriften der Lizenzierungsordnung abgezogen werden, das einzige Team im „Unterhaus“, das mit der Maximalausbeute von drei Siegen eine „weiße Weste“ vorzuweisen hat. Doch angesichts der Erinnerung an die Vorsaison hält sich die Euphorie noch in Grenzen. „Jetzt, da es ähnlich gut oder sogar besser läuft als damals, müssen wir von Spiel zu schauen und einfach abwarten, wie wir mit der Situation klar kommen“, sagt Bulut.

Mit der Formkurve der gesamten Bochumer Mannschaft stiegen auch die Aktien des Lennetalers, der mit jeweils zwei Toren und Vorlagen in der noch jungen Saison großen Anteil am Aufschwung des VfL besitzt. Zuletzt stellte Bulut mit seinem Treffer zur 1:0-Führung sowie dem Assist zum 2:0 durch Simon Terodde den 3:1-Erfolg bei Bundesliga-Absteiger SC Freiburg maßgeblich aufs Gleis.

Der Schlüssel zur neuen Bochumer Herrlichkeit liegt nach Einschätzung des Werdohlers im Verhalten des gesamten Teams. „Wir stehen defensiv stabiler. Die Mannschaftsteile arbeiten eng miteinander zusammen, wir lassen kaum Tormöglichkeiten zu“, beschreibt Bochums Nummer 25 den Hauptunterschied zur vergangenen Serie, als das VfL-Orchester nach rasanter Ouvertüre unter Ex-Trainer Peter Neururer plötzlich aus dem Takt geriet und der Abstiegszone gefährlich nahe kam. Unter Neururers Nachfolger, dem Niederländer Gertjan Verbeek, stabilisierte sich die Truppe aus dem Ruhrgebiet, beendete die Saison schließlich auf Rang elf.

Ein Wandel, der sicher auch Buluts Entwicklung gelegen kam. Verbeek bietet den Sauerländer meist im rechten offensiven Mittelfeld auf, während Bulut unter Neururer auch schon mal rechts in der Abwehrkette oder im zentralen Mittelfeld aushelfen musste. Hat der Werdohler nun also seine ideale Rolle im VfL-Ensemble gefunden? „Bis jetzt läuft es ja gut, ich kann mich nicht beklagen. Ich kann mich auf der Position austoben, habe viele Freiheiten“, so der 21-Jährige.

Und die gedenkt Bulut auch weiterhin auszuleben, ohne vorschnell Kampfansagen an die Konkurrenz zu richten. Darum will sich der Werdohler noch nicht auf die These festnageln lassen, dass sein Team sich in der Spitzengruppe der zweiten Liga festsetzen wird. „Prognosen kann man erst ab dem 10. oder 12. Spieltag machen“, wiegelt er ab. Mit altbekannter Zurückhaltung.

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