Bulut feiert beim VfL Bochum sein Zweitliga-Debüt

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Onur Bulut feierte am Montagabend im Spiel gegen Dynamo Dresden sein Zweitligadebüt. 

WERDOHL -  Es ist Montagabend kurz vor Mitternacht. Das Flutlicht an der „Castroper“ in Bochum ist längst erloschen und die VfL-Fans sind bereits zu Hause, als Onur Bulut auf seiner Facebook-Seite schreibt: „Endlich mein lang ersehntes Debüt, so kann es doch weitergehen ;).“

Vom 29. Juli 2013 wird der 19-jährige Werdohler wohl noch seinen Enkelkindern erzählen. Denn an diesem Abend feierte er im Trikot des VfL Bochum sein Zweitligadebüt. Um 21.51 Uhr – 79 Minuten waren zu diesem Zeitpunkt im Heimspiel gegen Dynamo Dresden absolviert – ließ Schiedsrichter Tobias Stieler Onur Bulut auf den Rasen des Rewirpower-Stadions, wo der Youngster mit der Rückennummer 25 von 20 195 Zuschauern lautstark begrüßt wurde. „Ich war ja schon in der 76. Minute fertig“, erzählt Onur Bulut, „aber bis der Ball dann im Aus war, hat es noch einmal ganz schön lang gedauert.“ Dann ging es endlich auf den Platz – hochkonzentriert. „Ich glaube, es ist von beiden etwas. Auf der einen Seite hat man einen Tunnelblick, aber im Unterbewusstsein nimmt man auch die 20 000 auf der Tribüne wahr. Das pusht einen noch einmal zusätzlich“, sagt Bulut. „Anfangs war ich ein bisschen zittrig, aber als es richtig losging, war es direkt vorbei“, schildert der 19-Jährige seine ersten Momente auf der Zweitliga-Bühne.

Anstelle von Danny Latza sollte der Werdohler als Sechser in der Schlussphase beim Stande von 1:1 Sicherheit ins VfL-Spiel bringen. Co-Trainer Frank Heinemann und auch „Chef“ Peter Neururer hatten ihm vor der Einwechslung gesagt, „dass ich einfach mein Spiel spielen soll, so wie in der Vorbereitung“. Gesagt, getan, und zwar zwölf Minuten lang plus 120 Sekunden „Nachschlag“.

Und danach? „Nach dem Spiel hast du dann die Zeit, dich im Stadion umzuschauen. Du siehst die Tribünen, auf denen 20 000 Menschen jubeln. Das ist ein megageiles Gefühl“, erinnert sich Bulut, dessen Arbeitstag mit dem Abpfiff aber längst nicht erledigt gewesen ist. Denn im Anschluss wartete noch das vereinseigene Kamerateam von „VfL1848.tv“. „Im Trainingslager habe ich so etwas schon einmal gemacht, aber ein Interview zu einem Spiel zu geben, ist schon etwas anderes“, erzählt Bulut.

Am Dienstagmorgen um 10 Uhr stand für Onur Bulut bereits die nächste Trainingseinheit auf dem Programm. Ein persönliches Feedback auf seinen ersten Einsatz hat er da von seinen Trainern noch nicht bekommen. „Es wurde nur etwas zur gesamten Mannschaft gesagt“, berichtet der Youngster. Am nächsten Samstag steht für den VfL nun das DFB-Pokalspiel beim südbadischen Oberligisten Bahlinger SC auf dem Programm. „Wir fahren schon am Freitag dahin, damit wir noch einen Tag Ruhe haben“, erzählt Bulut. Und vielleicht bekommt der junge Werdohler dann ja erneut die Gelegenheit, sein Können auf dem Platz zu zeigen.

von Stefan Herholz

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