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Öffnungsinzidenz für Studios: Ein Schuss Bitterkeit in der Fitnessbranche

Fitnessstudio ohne Sportler
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Fitnessstudios dürfen erst ab einer stabilen Inzidenz von unter 50 wieder öffnen. Das sorgt für Unmut und ist mit Blick auf Geimpfte, Genesene und Getestete auch nicht logisch.

Warum dürfen Fitnessstudios erst ab einer stabilen Inzidenz unter 50 wieder öffnen? Warum geht es nicht jetzt für Genesene, Geimpfte und Getestete? Ein Meinungsbeitrag.

Kreisgebiet - Was waren das noch für Zeiten, als der Donnerstag der „kleine Freitag“ war. Montag war Schontag, Mittwoch Bergfest, und am Donnerstag wurde schon ein bisschen gefeiert.

Und heute? Ist selbst der Freitag nicht mal mehr ein kleiner Freitag. Noch nicht mal ein kleiner Donnerstag, wie man ihn früher kannte. Es ist eine Welt voller Montage geworden. Der flotte Spruch hat ausgedient.

Oder doch nicht? Die Fitnessbranche hat den Spruch nun für sich heruntergebrochen. „50 ist das neue 100“, hat in dieser Woche ein Fitnessstudio seinen Mitgliedern mitgeteilt.

Öffnungsinzidenz für Studios: Ein Schuss Bitterkeit in der Fitnessbranche

Das bedeutet: Ab einer stabilen Inzidenz unter 50 dürfen die Studios in NRW wieder öffnen und nicht wie erhofft ab einer stabilen Inzidenz unter 100. Es ist kein heiterer Spruch, eher einer, aus dem eine gewisse Bitterkeit herauszuhören ist. Die Geduldsprobe wird verlängert.

Zur Erinnerung: Wenn es Juni wird, werden Fitnessstudios sieben Monate lang geschlossen gewesen sein. Das bedeutet nicht nur, dass die Sportler sieben Monate auf ihren Freizeitausgleich mit all seinen positiven Folgen für die Gesundheit verzichten mussten. Es bedeutet auch: sieben Monate existenzbedrohendes Berufsverbot für Betreiber und Trainer.

Deshalb muss die Frage erlaubt sein: Weshalb dürfen Studios jetzt nicht einmal nach dem 3G-Modell für Geimpfte, Genesene und Getestete öffnen? Diese Frage ist fundamental. Denn wenn es keine schlüssige Antwort von den Politikern gibt, warum die „50 nun die neue 100“ ist, dann wäre die Verordnung nichts anderes als ein unbegründetes Berufsverbot. Und sie wäre auch eine unverhältnismäßige Bevormundung des Bürgers, der bei einem geringen 3G-Restrisiko selbst entscheiden können sollte, ob er sich traut, ein Studio zu besuchen.

Sinkende Inzidenzen und steigende Impfquote

Nun hat der Betrachter dieser Tage manchmal den Eindruck, dass Öffnungen und Lockerungen, in Lüdenscheid zum Beispiel auch bei der späten Öffnung der öffentlichen Sportanlagen, nach Gutsherrenart verteilt werden wie Geschenke. Dass Bürger vor allem dankbar sein sollen über zurückgewonnene Normalität. Das ist eine Anmaßung. Verbote sind – auch in den Fällen, in denen sie nachvollziehbar bis unumgänglich waren – Zumutungen für den Bürger.

Deshalb mussten und müssen sie sehr gut begründet werden, nach sieben Monaten Lockdown, bei sinkenden Inzidenzen und steigender Impfquote ganz besonders gut. Dass dies in der Pandemie-Zeit viel zu selten geschehen ist, ist kein Freibrief fürs Hier und Jetzt. Wenn es um Existenzen geht, reicht es nicht aus, sich einfach auf eine Mitgliedschaft im „Team Vorsicht“ zu berufen.

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