Fußball, Westfalenliga

Nächster Aufstieg: Das sagt Nuri Sahin zu den Chancen seines RSV in der Oberliga

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Er gibt beim RSV Meinerzhagen die Richtung vor: Bundesliga-Profi Nuri Sahin.

Meinerzhagen – Der Aufstieg des RSV Meinerzhagen trägt seinen Namen und seine Handschrift: Bundesliga-Profi Nuri Sahin hat seinen Stammverein ins westfälische Oberhaus geführt. Im Interview blickt er zurück und spricht über die Chancen in der Oberliga.

Ein 1:1 beim BSV Schüren reichte dem RSV Meinerzhagen, um den neuerlichen Durchmarsch zu schaffen: Das Team spielt ab der kommenden Saison in der Fußball-Oberliga, der höchsten Spielklasse Westfalen.

Im Interview blickt Nuri Sahin (30) auf die vergangene Saison seines RSV zurück und wagt einen Ausblick auf die kommende Spielzeit.

Nuri Sahin, Glückwunsch zum dritten Aufstieg in Folge! Nach der Bezirks- und der Landesliga ist der RSV Meinerzhagen auch durch die Westfalenliga marschiert. Kann diese Mannschaft nun auch in der fünfthöchsten Spielklasse bestehen?

Sahin: Mit der Oberliga betreten wir Neuland, aber auch die Landes- und die Westfalenliga waren für uns Neuland. Ich bin absolut überzeugt von dieser Mannschaft, ich bin absolut überzeugt von meinem Trainerteam, ich bin absolut überzeugt vom Willen dieser Jungs. Ich glaube, mit den Verstärkungen, die zur neuen Saison noch kommen werden, werden wir in der Oberliga eine ordentliche Rolle spielen. Wir sollten demütig sein, aber wir werden auch in der Oberliga in jedes Spiel mit der Einstellung hineingehen, es zu gewinnen.

Sie haben das Thema Verstärkungen schon selbst kurz angesprochen. Mit Pascal Beilfuß vom FC Iserlohn, einem Mann fürs zentrale Mittelfeld, steht bislang ein Neuzugang fest. Wie viele Spieler sollen noch hinzukommen, welche Positionen stehen dabei im Fokus?

Sahin: Grundsätzlich wollen wir die Mannschaft etwas verjüngen, möchten Talente dazuholen – da haben wir auch zwei Spieler konkret im Auge. Allzu viel werden wir aber nicht machen. Auf den Außenverteidigerpositionen werden wir etwas tun, und in die Offensive wollen wir noch mehr Variabilität hineinbringen.

Blicken wir doch einmal auf die letzten paar Monate zurück: Wie sehr war der doch sehr holprige Start in die Rückrunde auch auf die in den Wintermonaten ziemlich eingeschränkten Trainingsmöglichkeiten zurückzuführen?

Sahin: Gegen das Wetter im Sauerland kann man natürlich nichts machen, aber ich muss ehrlicherweise zugeben: Wir als Trainerteam haben das ein bisschen unterschätzt. In der Bezirks- und in der Landesliga sind wir super aus der Winterpause herausgekommen und haben gedacht, dass das diesmal wieder so sein wird – zumal ja die Testspiele, die wir bestritten haben, richtig gut waren. Eins haben wir jedoch nicht ganz bedacht: In der Westfalenliga geht es vom Laufpensum her schon anders zu, da verlangen uns die Gegner mehr ab. Deshalb werden wir uns in der kommenden Saison in der Vorbereitung anders aufstellen, im läuferischen Bereich mehr arbeiten. Auch wenn das nicht meine Philosophie ist – es geht einfach nicht anders.

Der schwache Rückrundenauftakt mit den Heimniederlagen gegen Finnentrop, Wanne-Eickel und Wiemelhausen hatte Folgen. Vor neun Wochen lag der RSV elf Punkte hinter dem TuS Sinsen, ehe – beginnend mit dem 3:0-Sieg beim großen Rivalen – die Aufholjagd folgte...

Sahin: Vor dem vorletzten Heimspiel der Saison gegen den Lüner SV habe ich in der Besprechung zu den Jungs gesagt: „Ich bin sehr entspannt, weil ich weiß, woher wir kommen.“ Intern haben wir nach dem 3:4 gegen Wiemelhausen – also unmittelbar vor dem Spiel in Sinsen – unsere eigene Tabelle erstellt und in der Kabine aufgehängt. Ich habe gesagt: „Wenn wir diese Tabelle am Ende anführen, dann werden wir auch aufsteigen – das verspreche ich euch!“ Und in dieser Tabelle sind wir jetzt haushoch Erster: Wir haben seitdem nicht mehr verloren und sieben von neun Spielen gewonnen – weil die Jungs wahnsinnig gearbeitet haben.

Impressionen der Aufstiegssaison des RSV Meinerzhagen

Würden Sie das Spiel in Sinsen, in dem die Mannschaft grandios aufgetrumpft hat, und den hart erkämpften 3:1-Sieg in Iserlohn im Nachhinein als Wendepunkte bezeichnen?

Sahin: Ja, durchaus. Ich bin extrem stolz auf die Mannschaft und das Trainerteam – weil wir gerade in diesen beiden Spielen gezeigt haben, dass wir anders, als es oft gesagt wird, nicht nur schön spielen können. In der Westfalenliga wurden wir zum ersten Mal mit Umständen konfrontiert, die wir noch nicht kannten: Wir spielen vermehrt auf Naturrasen, wir spielen vor größerem Publikum, und vor dem Sinsen-Spiel kam dann erstmals auch Social Media ins Spiel, wo dann auch Mal gehetzt wird. Diesem Druck haben wir standgehalten; es war beeindruckend, wie die Jungs in Iserlohn im 5-4-1 und später im 5-3-2 verteidigt haben. Und in Sinsen habe ich vor dem Anpfiff in der Kabine gespürt: Hier geht heute nichts für den Gegner! Ich habe in den Augen aller gesehen, wie extrem fokussiert sie waren. Das war einfach richtig gut.

In der Winterpause haben Sie noch einmal auf dem Transfermarkt zugeschlagen und mit Ron Berlinski von der DJK TuS Hordel den Top-Torjäger der Westfalenliga 2 verpflichtet, der dann in elf Spielen für den RSV elf Treffer erzielt hat. War das der Königstransfer?

Sahin: Ja, das ist schon so. Ron ist für uns ein Volltreffer – sowohl menschlich als auch sportlich. Er ist ein Vollblutstürmer, ist in der Box unheimlich präsent und einer, der sich ins Spiel kämpft. Er ist ein ganz anderer Spielertyp als unsere anderen beiden Stürmer, und wir sind auch sehr froh über die Bandbreite, über die wir verfügen: Wir haben mit Andi Spais jemanden, der übers Spielerische kommt und die Tiefe sucht, und wir haben mit Hakan Aktas einen großen Stürmer. Alle drei sind für uns wichtig und haben wichtige Tore geschossen.

Ein Blick in die Zukunft: Wird es der RSV Meinerzhagen schaffen, sich auf längere Sicht in der Oberliga zu etablieren?

Sahin: Es ist mein größter Wunsch, dass es uns gelingt, gemeinsam das zu stabilisieren, was wir aufgebaut haben. Mit „gemeinsam“ meine ich die Stadt Meinerzhagen, die Firmen und die Leute, die hier ehrenamtlich und freiwillig tätig sind. Wir haben Tolles geleistet, wir sind in vier Jahren drei Mal aufgestiegen – es ist unglaublich, was hier gerade passiert. Es wäre schön, wenn alle da mitziehen.

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