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Die SGSH Dragons und die Planungen für die bundesweite Aufstiegsrunde

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Von: Thomas Machatzke

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Im Anflug auf die Aufstiegsrunde befinden sich Moritz Frenzel die SGSH Dragons. © Machatzke, Thomas

Johannes Marchlewitz und Christian Stadtmüller waren am Sonntagnachmittag in der Sporthalle an der Margarethenhöhe in Essen die beiden Spielteilnehmer mit den meisten Anreisekilometern auf dem Tacho. Die beiden Schiedsrichter aus dem hessischen Verband hatten sich immerhin auf dem Raum Darmstadt gen Norden durchgekämpft. Und so standen sie früh in der Halle und mit ihnen Maciej Dmytruszynski, Co-Trainer der SGSH Dragons.

Schalksmühle - Schnell kam in diesem Gespräch mit den Referees das Thema auf die Aufstiegsrunde zur 2. Handball-Bundesliga. Und der Ex-Internationale der SGSH sagte: „Klar freuen wir uns auf diese Runde, wir wollen sie spielen, einfach in dieser Runde Spaß haben.“ Die Botschaft: Die Aufstiegsrunde ist ein sehr lohnendes, attraktives Ziel. Aber in der Runde sind 14 Mannschaften aus ganz Deutschland dabei. Die besten Teams. Der Weg zum Aufstieg ist da weit, daran denkt (noch) niemand konkret.

Jan Schulz hat am Freitag Post vom DHB bekommen. Der Geschäftsführer der Spielbetriebs GmbH des Handball-Drittligisten hat nun die Dokumente vorliegen, die es in nächster Zeit zu bearbeiten gilt. Ein Meldeformular für die Aufstiegsrunde. Und natürlich die Schriftstücke, die es für die Lizenzierung zu bearbeiten gilt. Die Mannschaft ist in Vorleistung getreten, nun sind Vorstand und Geschäftsführung dran.

„Für uns ist das Thema nicht ganz neu. Wir haben ja in der Saison 18/19, als wir mit Krefeld um den Aufstieg gekämpft haben, schon einmal die Unterlagen beim DHB eingereicht. Darauf kann man aufbauen. Aber klar müssen wir uns jetzt auch zusammensetzen und daran arbeiten“, sagt Schulz, „sportlich läuft es ganz ausgezeichnet, wir haben sehr viel Ruhe rund um die 1. Mannschaft, die so seit Jahren zusammenspielt. Da ist es doch klar, dass man sportlich nun den nächsten Schritt machen will. Manchmal stehen wirtschaftliche und organisatorische Dinge auf der anderen Seite dagegen. Aber das ist nun unsere Aufgabe, das passend zu machen.“

Bis zum 1. März müssen sich die Vereine erklären

Bis zum 1. März müssen sich die Handball-Drittligisten, die in den sieben Staffeln um die ersten beiden Plätze mitspielen, erklären, müssen gegenüber der HBL ihre Meldung zur Aufstiegsrunde einreichen. Danach haben die Vereine bis zum 31. März Zeit, die Lizenzunterlagen beizubringen. Die Spielrunde in den sieben Staffeln endet am zweiten März-Wochenende. Nach einer kurzen Pause beginnen am 27. März die weiterführenden Runden. In der Aufstiegsrunde mit zwei Siebener-Gruppen, aus denen am Ende zwei Mannschaften den Sprung nach oben schaffen werden.

Andreas Tiemann beobachtet seine Staffeln natürlich auch intensiv. Der Chef der DHB-Spielkommission der 3. Liga und Staffelleiter der Männer hat noch keine Rückmeldungen erhalten, wer am Ende um den Aufstieg spielen will und wer nicht. „Man kann ja nur lesen, wie sich Vereine nach Außen hin geben und daraus vielleicht Rückschlüsse ableiten“, sagt der Hiller, „klar ist, dass ein Verein, der teilnehmen will, dafür auch Geld investieren muss.“ Tiemanns Botschaft: Wer mitspielt, sollte dies nicht nur aus Spaß an der Sache tun. Deshalb der Lizenzierungsanspruch des Verbandes, deshalb die 2000 Euro, die allein für die Teilnahme an die HBL fließen, die alles zu prüfen hat. Es geht um Ernsthaftigkeit.

Ob es am Ende 14 Mannschaften sein werden, die wirklich alle ernsthaft und stringent das Zweitliga-Ziel verfolgen, gerade auch in den schwierigen Pandemie-Zeiten? Man wird sehen. Beim Blick auf die Staffel D, in der die SGSH mit Krefeld und Opladen um die beiden Plätze in der bundesweiten Runde streitet, wird schon die Diskrepanz deutlich: Die Krefelder spielten bereits im vergangenen Jahr als Zweitliga-Absteiger um den Aufstieg, es ist ihr Anspruch, der Blick geht nach oben. In Opladen dagegen feierte man erst kürzlich im Januar, dass das Saisonziel erreicht sei: der Klassenerhalt. Alles, was nun noch kommt, ist eine Art Kirsche auf der Sahnetorte. Ein Verein, den die Euphorie in eine Situation gebracht hat, die nicht unbedingt zwingend angepeilt worden ist im Leverkusener Stadtteil.

Ohne Druck, aber mit ganz viel Freude

Die SGSH bewegt sich wohl irgendwo dazwischen. Nicht so zwanghaft ambitioniert wie Krefeld, aber deutlich etablierter als Opladen nach den Ergebnissen der vergangenen Jahre. Und deshalb auch fest entschlossen, die Runde zu spielen und sich mit den Besten zu messen. Mit Konstanz, Vinnhorst, Hildesheim oder Potsdam, mit dem Who is Who der Drittliga-Saison 21/22 eben. Ohne Druck, aber mit ganz viel Freude. Ein Abenteuer in einer abenteuerlichen Zeit. „Unser Masterplan war sicherlich nicht der Aufstieg in die 2. Bundesliga“, sagt der SGSH-Vorsitzende Torsten Tweer, „und natürlich ist diese Aufstiegsrunde auch ein bisschen ein Kraftakt, denn man muss dafür ja die kompletten Lizenzierungsunterlagen einreichen. Aber das nehmen wir gerne in Kauf. Verein und Spieler, auch das Umfeld, die Fans und Sponsoren, sind heiß auf diese Runde. Dafür spielen wir ja.“ Und wenn es am Ende ganz gut läuft, ist dann die 2. Bundesliga ein echtes Thema? Tweer will nichts ausschließen: „Man wird sehen, was am Ende dabei herauskommt. Aber wenn die Jungs das auf die Platte bringen, dann werden wir es auch im Vorstand wuppen, das ist klar!“

Nach Minuspunkten liegt das SGSH-Team aktuell bereits auf Platz eins, nach Pluspunkten ist es nur Rang drei. Aber am Samstag kann sich das auf jeden Fall ändern: Im Topspiel zwischen Opladen und Krefeld lässt einer der beiden Konkurrenten Federn. Ein Tag zum Klettern für die SGSH, die allerdings mit dem Rangvierten aus Longerich auch eine schwere Aufgabe vor der Brust hat. „Da haben wir im Hinspiel verloren, das wollen wir unbedingt gewinnen“, sagt Trainer Mark Schmetz. Es wäre die Art von Auftakt, die für alle Planungen der nächsten Wochen noch einmal zusätzlich Rückenwind geben würde.

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