LVG stellt in Siegen drei Mehrkampfmeister

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NRW-Mehrkampfmeister im Deutschen Achtkampf der Männer-Hauptklasse: Steffen Berg vom TSV Kierspe.

Siegen - Steffen Berg, Sean Robinson und Julia Waimann aus dem Lenne-Volme-Turngau feierten beim Landesturnfest bei den NRW-Mehrkampfmeisterschaften Titelgewinne.

Der erste Wettkampftag beim 3. NRW-Landesturnfest stand im Zeichen der NRW-Mehrkampfmeisterschaften. Der Lenne-Volme-Gau war gewohnt stark vertreten und stellte am Ende drei NRW-Mehrkampfmeister: Zum einen Steffen Berg vom TSV Kierspe, der den Deutschen Achtkampf in der Männer-Hauptklasse im Feld von sechs Startern für sich entschied. Dazu die konkurrenzlosen Youngster Sean Robinson (TV Jahn Plettenberg) und Julia Waimann (TuS Grünewald) in ihren Jahn-Sechskämpfen.

Der Tag der Mehrkampfmeisterschaften ist bei Turnfesten auch immer ein Tag der größeren Pilgerbewegungen zwischen den Sportstätten. Am Fronleichnamstag zog es die Aktiven zur Leichtathletik ins Stadion an der Stählerwiese in Kreuztal, die Turnerinnen absolvierten ihre Übungen in der Rundturnhalle Hubenfeld in Niederschelden, die Turner dagegen fanden ihre Wettkampfstätten auf dem Schießberg im Siegener Ortsteil Geisweid. Wer sich für einen Jahn-Mehrkampf entschieden hatte, also auch noch schwimmen musste, der durfte zudem das Hallenbad im Stadtteil Weidenau ansteuern.

Jüngster Jahn-Mehrkämpfer im gesamten Feld war Turnfest-Debütant Sean Robinson, der so die Klasse M10/11 automatisch gewonnen hatte, aber letztlich einen ebenso respektablen Wettkampf ablieferte wie Julia Waimann bei den zwölf- und 13-jährigen Mädchen. Hier hatten eigentlich zwei Starterinnen gemeldet, wirklich angetreten war aber nur die Grünewalderin.

Seine Stärken in der Leichtathletik spielte Steffen Berg im Deutschen Achtkampf der Männer aus. Der Kiersper Turner verpasste mit 83,802 Punkten zwar die direkte Qualifikationsnorm für die Deutschen Meisterschaften im September in Eutin, hielt allerdings die Konkurrenz in Schach. Sein Kiersper Riegenkollege Florian Klein startete für den TV Friesen Lüdenscheid und belegte den fünften Platz.

Neue Normen für die „Deutschen“

Apropos Deutsche Meisterschaften: Der DTB hatte in diesem Jahr, um kleinere Felder für die nationalen Titelkämpfe zu erhalten, die Normen überarbeitet. Neu ist: Es gibt eine recht hohe A-Qualifikations-Punktzahl, die einen Startplatz sichert, und eine B-Qualifikationszahl, die den Athleten auf eine Art Warteliste setzt. Während Steffen Berg und auch Florian Klein nun ebenso auf so einer Warteliste zu finden sind wie Selma Zornic vom Schalksmühler TV im Deutschen Sechskampf der W16/17 (Platz sieben nach mageren Leistungen im Weitsprung und Kugelstoßen) und die Plettenbergerin Jana Grote im Jahn-Neunkampf der Frauen (Platz sechs), haben drei Aktive aus dem märkischen Südkreis direkt das Ticket für Eutin gelöst: Im Deutschen Achtkampf der Frauen-Klasse belegte die Lüdenscheider Oberliga-Turnerin Madeleine Owen vom VfL Kamen den fünften Platz, übertraf die 86-Punkte-Marke deutlich. Ebenfalls über der A-Norm lagen mit ihren Leistungen die Lüdenscheider Jahn-Neunkämpferin Wiebke Fritsch (Platz zwei bei zwei Starterinnen in der W30-Klasse) und Jan Grewe. Der Youngster des TV Jahn Plettenberg wurde Vizemeister im Jahn-Sechskampf der 16- und 17-Jährigen – hier in einem Feld von drei Teilnehmern vor seinem Teamkollegen Julian Stremel.

Viel Kritik am neuen Wertungssystem

Kritik wurde am Rande der Meisterschaft am neuen Wertungssystem laut: Für die Rangvergabe zählte in Siegen erstmals nicht mehr der absolute Wert. Vielmehr wurden pro Gerät in jedem Feld Ranking-Punkte vergeben – ähnlich wie bei Läufen in der Formel 1. Das System führte dazu, dass mitunter eine Sportlerin, die ansonsten Vizemeisterin geworden wäre, diesmal nur auf Rang fünf landete. Auch wegen der Unübersichtlichkeit des Systems musste sich die Wettkampfleitung so manche negative Rückmeldung anhören.

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