Handball

Noch einmal 2. Bundesliga: SGSH leiht Klasmann an Ferndorf aus

Handballer beim Siebenmeter
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Doch noch einmal 2. Bundesliga: Christopher Klasmann, hier im Oktober im Spiel in Menden, wird von der SGSH an den TuS Ferndorf ausgeliehen, soll dort bis zum Sommer mithelfen, den Klassenerhalt zu schaffen.

Die SGSH Dragons leihen ihren Toptorjäger Christopher Klasmann bis zum Sommer an den Zweitliga-Nachbarn TuS Ferndorf aus. Für Klasmann ist es eine Rückkehr in die 2. Bundesliga.

Schalksmühle – Wenn es in der 3. Liga der Handballer zu einem Spielbetrieb auf freiwilliger Basis kommen und die SGSH Dragons die Pokalrunde angehen sollten, dann werden sie das ohne den Torschützenkönig der Spielzeit 20/21 tun: Christopher Klasmann wird mit sofortiger Wirkung von der SGSH an den benachbarten Zweitligisten TuS Ferndorf ausgeliehen. Das Leihgeschäft machten beide Vereine am Freitag öffentlich.

Die Siegerländer waren an die SGSH herangetreten, weil die etatmäßigen Spieler für den linken Rückraum verletzt sind. Eine Notsituation des Zweitligisten, aus der nun eine Nachbarschaftshilfe entstanden ist, die Mark Schür, 1. Vorsitzender der SGSH Dragons, eine „Win-win-win“-Situation nennt.

„Christopher erhält Spielpraxis, die Ferndorfer bekommen einen erfahrenen Akteur, der ihnen weiterhilft. Und wir bekommen bestenfalls im Sommer einen gut trainierten Spieler zurück, der zudem noch weitere Erfahrung in der 2. Bundesliga gesammelt hat“, sagt Schür, „natürlich gibt es auch ein Verletzungsrisiko, aber das hätten wir genauso, wenn die Pokalrunde gespielt werden sollte...“

Noch einmal 2. Bundesliga: SGSH leiht Klasmann an Ferndorf aus

Die Ungewissheit, ob gespielt wird in der 3. Liga, dazu die Aussicht, dass es in der Pokalrunde um Tickets für den DHB-Pokal, aber um nichts Elementares wie Auf- und Abstieg geht, hat die SGSH bewogen, das Leihgeschäft mitzumachen. Die letzten Details hat der Geschäftsführer der Spielbetriebs-GmbH, Jan Schulz, mit seinem Ferndorfer Pendant Mirza Sijaric und Klasmanns Berater Sandro Catak geklärt. Nun steht dem Zweitliga-Comeback des 30-Jährigen, der in Marl geboren und in Westerholt zum Handballspiel gekommen ist, nichts mehr im Wege.

Klasmann, der wurfgewaltige Rückraum-Linke, hat in seinen sechs Spielzeiten in Neuss für die Rhein Vikings den Aufstieg in die 2. Bundesliga und auch die Zeit in der Zweitklassigkeit mitgemacht – er weiß durchaus, was ihn erwartet. Zum Beispiel sein alter Trainer: Mit Ceven Klatt stieg Klasmann in der Saison 16/17 in Neuss in die 2. Bundesliga auf. Dieser Tage ist Klatt gerade als neuer Trainer des Bundesligisten Eulen Ludwigshafen für die Spielzeit 21/22 vorgestellt worden. Aktuell aber trainiert der Ex-Kreisläufer des TuS Ferndorf noch die Rimparer Wölfe, die am Mittwochabend um 20 Uhr an der Stählerwiese in Kreuztal zum Nachholspiel zu Gast sein werden. Klasmann gegen Klatt beim Zweitliga-Comeback nach dreieinhalb Jahren Dragons und Drittklassigkeit, so schöne Geschichten schreibt eben nur der Sport.

Bevor es zum ersten Pflichtspieleinsatz für Klasmann kommt, soll der SGSH-Akteur im Ferndorfer Trikot bereits am Samstag getestet werden: Um 17.30 Uhr gastiert der Zweitligist zum letzten Test vor der Saisonfortsetzung beim Bundesligisten HSG Wetzlar. Aus dem Drittliga-Lockdown in einen Test gegen einen Erstligisten – viel anspruchsvoller könnte der Torjäger an neuer Wirkungsstätte kaum durchstarten.

Erste Einheiten im Athletik-Bereich im Siegerland

Sei’s drum: Klasmann wird sich nun also von seinem Wohnort Neuss aus gen Siegerland zum Training und Spiel orientieren. „Das tut sich beim Fahren nichts“, sagt der 30-Jährige, der sich den Schritt zurück in die 2. Bundesliga gut überlegt hat, „bei uns ist ja alles sehr ungewiss, wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht. Bevor man gar nicht mehr spielen und trainieren kann, ist es doch gut so. Ich freue mich auf die 2. Bundesliga. Der Anfang ist natürlich schwer. Wir waren mit der SGSH von Anfang Dezember bis Anfang dieser Woche nicht in der Halle. Da muss man nun erst mal reinkommen.“

Klasmann hat deshalb schon in dieser Woche im Siegerland im Athletik-Bereich erste Einheiten absolviert. Er sieht es gelassen und geduldig. „Als junger Spieler wäre ich vielleicht nervös“, sagt er, „aber ich bin 30 Jahre alt und weiß im Grunde ja, dass ich es auch in der 2. Bundesliga kann...“

Bei der SGSH dagegen setzt man derweil nun darauf, dass andere die Chance nutzen, sich in der Pokalrunde in den Vordergrund zu spielen. Zum Beispiel David Bleckmann, der nach seiner Knieverletzung aus dem Herbst wieder ins Training eingestiegen ist. Er hatte eine starke erste Saisonphase hingelegt und will daran weiter anknüpfen. Dazu ist für den linken Rückraum Christopher Börner vorgesehen.

Bleckmann, Börner und König als Klasmann-Ersatz-Optionen

Der A-Junior war kurz vor dem Lockdown gemeinsam mit Kreisläufer Nico Jannack aus der Reserve fest zum Drittliga-Kader gezogen worden, den die SGSH als eine Art „Blase“ im Verein behandelt. Wer im Drittliga-Kader trainiert und spielt, soll mit keinen anderen Teams in Kontakt kommen. Börner wird nun ebenfalls auch in der Praxis vermehrt gefordert sein, kann sich in der Pokalrunde, die sportlich nicht den größten Wert haben wird, drucklos weiterentwickeln und für die Zukunft empfehlen.

Und dann ist da mit Jan König ja noch ein Ex-Torschützenkönig im Kader, der auch die Klasmann-Position spielen könnte und bei seinen Auftritten für die SGSH zuletzt noch Luft nach oben hatte. Wenn man es im Schür’schen Sinne zu Ende denkt, könnte es also am Ende sogar eine „Win-win-win-win-Situation“ werden...

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