Nils Scheuermann vor dem Comeback bei der HSV

+
Nils Scheuermann wird nach einer überstandenen Krebserkrankung zum ersten Mal wieder für die HSV auflaufen.

WERDOHL - Der Krebs ist besiegt, die Normalität kehrt ins Leben von Nils Scheuermann zurück, der sportliche Ehrgeiz des Werdohler Kreisläufers ist ungebrochen. Und am Samstagabend ist es soweit.

Von Markus Jentzsch

Nach rund einem halben Jahr Zwangspause inklusive Operation, Therapie und Reha-Maßnahme wird sich Nils Scheuermann im Verbandsligaspiel gegen den HSC Haltern-Sythen (Anwurf: 19 Uhr, Sporthalle Riesei) erstmals wieder ein Trikot überstreifen.

„Ich freue mich tierisch“, gibt der Sympathieträger zu, dass er die Rückkehr „auf die Platte“ kaum erwarten kann und fügt hinzu: „Ich habe viel dafür getan“.

Nils Scheuermann ist ehrgeizig, ein Vorzeigesportler. Bereits in der Therapiephase sprach er davon, wann er wieder zum Kader stoßen möchte. Trainer Kai Henning hielt den ambitionierten Zeitplan seines Abwehrspezialisten damals noch für utopisch, ihm war aber bewusst, wie viel Energie in diesem Athleten schlummert. „Eine ganz tolle Sportlergeschichte, die sich da abspielt“, sagt Kai Henning und die Freude über die Rückkehr und das Happy End nach einem wahrlich schweren Lebensabschnitt ist dem HSV-Trainer an der Stimme anzumerken.

„Natürlich ist er noch nicht wieder ganz der alte, aber er hat bewiesen, welch hohe Hürden man mit einer positiven Lebenseinstellung überwinden kann – Hut ab“, sagt Henning und kann die ersten Aktionen, vielleicht sogar die ersten Treffer seines genesenen Kreisläufers kaum erwarten.

„Es wäre schön, wenn mir Kai ein paar Minuten schenken würde“, hofft Nils Scheuermann auf einen ersten Kurzeinsatz. Henning lässt bereits im Vorfeld durchblicken, dass er die Leistung würdigen wird, egal wie es im Spiel steht. „Und ich hoffe, die Fans werden zahlreich kommen und seine Rückkehr aufs Parkett feiern“, meint Henning.

Erst vor wenigen Tagen fand die Entfernung eines so genannten Portkatheders statt, das letzte ersichtliche Anzeichen, das Nils Scheuermann an seine Krankheit erinnerte. Für das Donnerstagstraining hatte Nils angekündigt, frei von allen Handicaps wieder „Vollgas“ geben zu wollen.

Die Vitalwerte haben sich wie erwartet erholt, berichtet er. Die allgemeine Lungenfunktion und vor allem die Diffusionskapazität hat wieder normale Werte erreicht. „Auch das Kortisongesicht ist verschwunden“, freut sich Nils Scheuermann, dass er wieder ein normales Leben führen kann – ohne Einschränkungen und seit rund drei Monaten medikamentenfrei.

Die vierwöchige Reha-Maßnahme von Mitte August bis Mitte September mit einem vollen Sportprogramm hat den Genesungsprozess des Sportlers massiv vorangetrieben. „Das habe ich dann eigenständig weitergeführt“, erklärt er das Sonderprogramm, während er sich peu à peu wieder in den regelmäßigen Trainingsprozess eingliederte.

„Klar fehlt mir noch die nötige Spielpraxis. Außerdem kann ich überhaupt nicht einschätzen, was das für ein Gefühl sein wird. Vielleicht bin ich nervös. Vielleicht aber so voll Adrenalin, dass mir alles gelingt. Ich bin gespannt“, schließt Nils Scheuermann das Gespräch ab.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das Login-Formular anmelden.


Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.

Netiquette
Hinweis: Kommentieren Sie fair und sachlich! Rassistische, pornografische, menschenverachtende, beleidigende oder gegen die guten Sitten verstoßende Äußerungen sind verboten und werden gelöscht.

Kommentare