Ein kleiner Wermutstropfen für die FSV Werdohl

FSV-Vorsitzender Thomas Dinter (hinten, Dritter von links) verabschiedete neben Co-Trainer Benjamin Moch, Sportchef Uli Sauerborn und Trainer Carsten Minker auch die Spieler Falk Fischer, Emre Aydin, Moritz Klamann, Dominik Krämer und Dustin Langenberg.

Werdohl - Als Schiedsrichter Sascha-Jens Tysiak am Pfingstsonntag nach rund einer halben Stunde zwischen der FSV Werdohl und RW Hünsborn (1:2) den Saisonkehraus der Fußball-Landesliga zur ersten von zwei Trinkpausen pfiff, brachte ein einfacher Satz von FSV-Angreifer Rejhan Zekovic die Bedingungen auf den Punkt: „Da kannst du auch in einer Sauna spielen.“ Das Wetter war aber nicht das einzig Bemerkenswerte im Backofen Riesei-Stadion.

Die ersten Momente, die aufhorchen ließen, gab es – nicht ungewöhnlich für einen Saisonabschluss – bereits vor dem Anpfiff. FSV-Vorsitzender Thomas Dinter überreichte den Spielern, die den Verein verlassen, ein T-Shirt als Präsent. Schließlich wurde auch Carsten Minker als Trainer verabschiedet, genau wie sein Assistent Benjamin Moch. Minker wechselt bekanntlich auf den Posten des Sportlichen Leiters.

Etwas ausführlicher fiel schließlich die Verabschiedung des bisherigen Sportchefs Uli Sauerborn aus. Der Stadionsprecher verlas eine Kurzbiografie von Sauerborns Wirken bei der FSV, das mit seinem Debüt in der ersten Werdohler Mannschaft am 4. Spieltag der Saison 1986/87 seinen Lauf nahm und über den Einstieg als Trainer 2007 bis hin zum jetzt anstehenden Wechsel zum Westfalenligisten FC Iserlohn führte.

Mit 327 Spielen als Aktiver für die FSV liegt Sauerborn in der vereinsinternen „ewigen Einsatzliste“ auf Position zwei hinter Andreas Sandt. „Natürlich ist das keine alltägliche Situation“, sagte Sauerborn bei seinem letzten Auftritt in der sportlichen Verantwortung am Riesei, um bescheiden anzufügen: „Dass man dann ein paar Eckdaten vorträgt, ist okay. Aber ansonsten sollte man das Thema nicht zu hoch hängen.“

Die Geschichte der 90 Minuten auf dem Rasen ist indes schnell erzählt: Nach schleppendem Beginn traf Onur Benli zur Werdohler Führung, die durch Sebastian Braas’ Ausgleichstreffer postwendend wieder futsch war. Anschließend kamen beide Teams zu Chancen, doch nur die Gäste zu einem weiteren Treffer. Dass es zum 2:2-Ausgleich für die Werdohler nicht mehr langte, hing unter anderem damit zusammen, dass der nach überstandener Bänderverletzung letztmals für die FSV auflaufende Falk Fischer zwei aussichtsreiche Szenen nicht nutzte. „Die linke offensive Seite ist momentan seine Position, wenn er mit seinem starken rechten Fuß nach innnen gehen kann“, analysierte Minker.

Mehr als ein kleiner Wermutstropfen am Ende einer ordentlichen Saison war die 1:2-Niederlage jedoch nicht, auch wenn Minker konstatierte: „Wenn wir wenigstens Unentschieden gespielt hätten, wäre es der gewünschte Saisonausklang gewesen.“ Doch auch so saßen Mannschaft, Trainerteam und sportliche Leitung am Abend bei einem gemeinsamen Essen zusammen – letztmals in dieser Konstellation.

Christian Müller

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