Eishockey

NHL-Profi Lean Bergmann aus Hemer freut sich auf den Deutschland-Cup

Lean Bergmann aus Hemer, NHL-Profi
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Lean Bergmann freut sich auf den Deutschland-Cup.

Die längste Eishockey-Pause, die es in Deutschland je gab, geht am Donnerstag mit dem Deutschland-Cup zu Ende. Mit dabei: NHL-Profi Lean Bergmann aus Hemer.

Kreisgebiet – San Jose, Hemer, Upsala, Göteborg, Mannheim. Es gibt nicht viele Menschen auf der Welt, die in diesem Jahr in so vielen unterschiedlichen Städten und Ländern ihre Zeit verbracht haben. Bei Lean Bergmann ist das anders.

„Ich bin ja auch früher von Team zu Team in der Weltgeschichte herumgereist. Eigentlich hat sich daran nicht so viel verändert, nur eins ist außergewöhnlich. Ich war deutlich länger als normal an einem Ort. Das gilt insbesondere für Zuhause. Da war ich sonst mal ein oder zwei Monate, in diesem Jahr aber deutlich länger“, sagt Bergmann. Derzeitige Adresse: Ein Apartment in Mannheim, wo er sich mit den Adlern fit hält und sich tatsächlich auf eine Eishockeysaison vorbereitet, die der Deutschen Eishockey-Liga.

Ex-Rooster Lean Bergmann freut sich auf den Deutschland-Cup

„Ich werde den Magenta Sport Cup mit den Adlern bestreiten, werde wohl von den San Jose Sharks ausgeliehen. Das ist zu 99,9 Prozent sicher, allerdings laufen noch die letzten Detailgespräche, in denen es um die Versicherung geht“, erklärt der 22-Jährige. Sein NHL-Team, das frühestens zum 1. Januar in eine neue Saison starten wird, will ihm die Chance geben, möglichst schnell Spielpraxis zu sammeln, bei einem der Topteams der DEL. „Die Adler wollen in jedem Fall spielen, wenn es eine Saison gibt. Die Adler wollen vorangehen, wollen ein Zeichen setzen für die gesamte DEL. Wenn Mannheim dabei ist, dann kann das nur gut sein, für die Liga.“

Bevor die DEL durchstartet, ging es für Bergmann am Sonntag nach Krefeld, denn vor dem Clubleben im Vorbereitungsturnier um den Magenta Sport Cup, steht erstmal die A-Nationalmannschaft. Die kämpft seit gestern, in einem ungewöhnlichen Format und mit zwei anderen Teams als geplant, dem Team Lettlands und dem Topteam Peking, der deutschen Perspektivmannschaft, um den Turniersieg am Niederrhein. Es sind die ersten Pflichtspiele im deutschen Eishockey seit dem Saisonabbruch im März.

Bundestrainer Toni Söderholm fehlt in Krefeld

Dort dabei zu sein, ist für Bergmann Herzenssache und vor allem auch die Chance, endlich wieder Spielpraxis zu bekommen. „Ich freue mich unglaublich, mal wieder ein Spiel zu bestreiten, darum geht es nun mal für jeden Teamsportler. Da merkt man dann, wie sehr einem Eishockey am Herzen liegt. Natürlich war die zurückliegende Zeit nicht ganz einfach, auch, was die Vorbereitung anbelangt. Aber man hatte endlich die Chance, vielleicht auch Dinge auszuprobieren, die man ansonsten im Sommer eben nicht hinbekommt“, so Bergmann. Jetzt gehe es erst einmal darum, sich wieder reinzuarbeiten.

Natürlich will Bergmann in den kommenden Tagen überzeugen, auch, wenn Bundestrainer Toni Söderholm aufgrund einer Corona-Infektion nicht mit in Krefeld dabei sein kann. Sich jetzt für eine mögliche Weltmeisterschaft Ende Mai zu empfehlen, ist aber für Bergmann nicht von zentraler Bedeutung. „Erstmal will ich ja in San Jose wieder in den NHL-Kader kommen. Ob wir da im Mai spielen oder die Saison überhaupt begonnen hat – keine Ahnung. Deshalb mache ich mir darüber noch überhaupt keine Gedanken. Ich bin auch nicht der Typ, der sich über Dinge den Kopf zerbricht, die so weit in der Zukunft liegen und auf die ich sowieso keinen Einfluss habe. Ich konzentriere mich lieber auf das, was ich unmittelbar im Blick haben kann und das ist ein gutes nächstes Training. Ich will bereit sein, wenn es los geht.“

In Zeiten, in denen es in Hallen wahrscheinlich keine Zuschauer geben wird, müssen alle das Beste daraus machen. Ich versuche immer, aus der Not eine Tugend zu machen. 

Lean Bergmann (Eishockey-Nationalspieler)

Nationalmannschaft bedeutet, in den nächsten Tagen erst einmal abgeschottet zu sein, in einer Blase zu leben, nur das Hotel und die Halle zu sehen. Für Lean Bergmann ist das aber kein Problem. „Das Virus begleitet uns nun einmal, und das wird auch noch ein wenig so bleiben.“

Während andere über finanzielle Ausfälle lamentieren, nimmt der Stürmer auch das gelassen hin. „In Zeiten, in denen es in Hallen wahrscheinlich keine Zuschauer geben wird, müssen alle das Beste daraus machen. Ich versuche immer, aus der Not eine Tugend zu machen. Bis das mit dem Virus beendet ist, wird es auch mit den Gehältern nicht zurück dahin gehen, wo es vorher war. Darüber kann man jetzt jeden Tag ärgerlich sein oder eben nicht. Solange kann man eben nur weiterhin jeden Tag alles geben und hoffen, dass alles möglichst schnell wieder normal wird.“

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