Michael Schöttler spielt eine tolle Boule-DM

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Michael Schöttler von den Boulefreunden Neuenrade spielte eine tolle DM-Premiere im Tête-à-Tête. Auf Anhieb schaffte der 44-Jährige den Sprung bis ins Achtelfinale und sicherte sich damit automatisch einen Startplatz für das kommende Jahr.

NEUENRADE  - Was für ein Erfolg für Michael Schöttler und die Boulefreunde Neuenrade: Der Hönnestädter, der sich zum ersten Mal für die Deutschen Meisterschaften im Tête-à-Tête qualifiziert hatte, spielte am Wochenende bei seinem DM-Debüt in Saarwellingen nicht nur im breiten Feld der 128 Teilnehmer mit, sondern kämpfte sich bis in Achtelfinale vor. Erst im Duell gegen den späteren Deutschen Vizemeister Niclas Zimmer war für ihn Endstation. Damit hat er sich das Ticket für die DM im kommenden Jahr gesichert – ohne den Qualifikationsumweg über die Bezirks- und Landesmeisterschaft.

„Es ist super gelaufen“, freut sich der 44-Jährige, der sich zwar im Optimalfall das Achtelfinale zum Ziel gesetzt hatte. Ihm war im Vorfeld aber gar nicht bewusst, dass er sich mit dem Erreichen der Runde der letzten 16 einen Startplatz für die Deutsche Meisterschaft im nächsten Jahr sichern würde.

Bis dahin war es aber ein weiter Weg. Am Samstagmorgen wurden in Saarwellingen, 20 Kilometer nordwestlich von Saarbrücken, die 128 Teilnehmer in Viererpoules gelost, wobei jede Gruppe einen gesetzten Spieler bekam. Für Michael Schöttler, der das Turnier in Poule 26 begann, war dies Florian Panitz (1. Pétanque-Club Wächtersbach). Gleich in seinem ersten Spiel traf Schöttler auf die hessische Nummer vier und begann nervös. „Ich war beim Legen und Treffen nicht so gut drauf“, erzählt der Sauerländer, der dieses Duell dann auch mit 7:13 Punkten verlor. „Damit war klar, dass ich das zweite Spiel gewinnen musste, wenn ich noch weiterkommen wollte“, sagt Schöttler, denn nur die jeweils ersten beiden der Viererpoules erreichten das 32stel-Finale.

Entsprechend motiviert und konzentriert trat der Neuenrader Boulefreund gegen Helmut Diekmann (BF Bad Nenndorf) an die Bahn. Schöttler legte schnell eine 10:2-Führung vor. Die Nummer acht aus Niedersachsen verkürzte zwar noch einmal auf 7:10, doch mit 13:8 Punkten brachte Schöttler das Spiel nach Hause und sicherte sich damit die Chance, im Turnier zu bleiben. In der Barrage spielte der DM-Novize nun erneut gegen Florian Panitz, der zuvor gegen Alvid Gustain verloren hatte, um den zweiten Gruppenplatz, der den Einzug in die nächste Runde sicherte. „Ich hatte mir ein paar Gedanken gemacht, wie er spielt. Er ist ein sehr unruhiger Spieler“, erzählt Schöttler, der den Kontrahenten zuvor bei seiner ersten Niederlage auf der Nebenbahn hatte beobachten können. Eine Spielanalyse, die sich auszahlte, denn im zweiten Aufeinandertreffen feierte Schöttler einen 13:0-Sieg.

Zweitbester NRW-Athlet

„Für mich war es schon ein Erfolg, den Poule überstanden zu haben“, sagt Schöttler, der nun im 32stel-Finale auf Marcel Hoffrogge (Essen) traf. „Ich kenne sein Spiel“, sagt der Neuenrader über den Kontrahenten aus dem eigenen Landesverband. Dazu kam, dass die Nummer 20 aus NRW den um vier Plätze schlechter gesetzten Schöttler unterschätzte. „Vor dem Spiel hatte er schon gewonnen“, meint der Neuenrader. Erst als der Neuenrader 8:1 führte, fand der Essener in die Partie und verkürzte auf 6:10, um am Ende mit 6:13 die Segel zu streichen.

Für das 16tel-Finale wechselten die Akteure dann vom Sportplatz auf die Vereinsanlage des Ausrichters Boule-Club Saarwellingen. „Da ist es bedeutend anspruchsvoller zu spielen als auf der Sportanlage“, urteilt der Sauerländer, der es nun mit Jörg Engelke vom TSV Raunheim zu tun bekam. Gegen die hessische Nummer fünf „habe ich mein bestes Spiel gemacht. Das musste ich auch“, sagt Schöttler, der ein 10:0 vorlegte und dann souverän mit 13:3 Punkten den Einzug ins Achtelfinale und damit den Sprung in den zweiten Turniertag schaffte.

Die Auslosung für den Sonntag bescherte dem Neuenrader dann aber eine Nuss, die einfach nicht zu knacken war: Niclas Zimmer (Freiburger Turnerschaft), die Nummer eins in Deutschland. „Er spielt zwar mit denselben Kugeln, aber es ist trotzdem ein anderes Spiel. Da wird man schnell auf den Boden der Tatsachen geholt“, sagt Schöttler und fügt hinzu: „Er spielt kaum eine Fehlkugel.“ So war das Duell nach nur 20 Minuten beendet – 2:13.

Trotzdem war Schöttler hochzufrieden. „Das war ein super Erfolg“, freute sich der Neuenrader, der auf dem geteilten neunten Platz gemeinsam mit Daniela Thelen (Düsseldorf) zweitbester NRWler gewesen ist. Als bester Spieler des heimischen Landesverbandes wurde Kamel Bourouba (Düsseldorf) Dritter. Neuer Deutscher Meister ist der Saarländer Sascha Löh (BC Niedersalbach), gefolgt von Niclas Zimmer.

von Stefan Herholz

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