Fußball-Bezirksligen

Quartett der Hoffnung

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RWL-Abwehrchef Mark Linneboden (rechts) kann hier den Abschluss von Hohenlimburgs Tim Mühlhof zwar nicht verhindern, will mit den Bergstädtern aber genau wie in der Vorwoche auch in Schwerte gewinnen. 

Kreisgebiet - Die Chancen stehen nicht überall günstig, dennoch wollen die vier heimischen Bezirksligisten Rot-Weiß Lüdenscheid, Kiersper SC, TuS Plettenberg und TuS Neuenrade am sechsten Ligaspieltag der Staffeln 6, 5 und 4 unbedingt punkten, was vor allem in der Vier-Täler-Stadt (bislang null Punkte) am P-Weg-Wochenende dringend geboten erscheint.   

ETuS/DJK Schwerte - RW Lüdenscheid (Sonntag, 15.15 Uhr, EWG-Arena, Am Hohlen Wege):  Die Punktausbeute (elf Zähler aus fünf Partien) ist es, die Martin Rost in dieser noch frühen Saisonphase strahlen lässt. Die Umstände machen dem RWL-Trainer vor dem Gastspiel bei ETuS/DJK Schwerte aktuell weit weniger Freude.

Denn erstens muss Rost seine Mannschaft im fünften Spiel zum fünften Mal umbauen, weil mit Scheerer, Ömer Yilmaz (beide Leistenverletzungen) und Kerim Yilmaz (fällt wegen Kahnbeinbruchs für rund sechs Wochen aus) zumindest drei Akteure in Schwerte fehlen werden, zudem ist der Einsatz von Angreifer Finke (Trainingsabbruch) stark gefährdet. Besser sieht’s bei Außenverteidiger Ertelt aus, zudem ist Urlauber Sattler wieder zurück im Aufgebot.

Zweitens geht ihm der spielerische Glanz der Vorsaison nach wie vor abhanden. „Zu wenig Inspiration und Tempo“, kritisierte er beispielsweise das Donnerstagstraining. „Die Automatismen, das Spiel blitzschnell aus dem Zentrum mit Tempo auf die Flügel zu verlagern, das passt noch nicht“, meint er. Stattdessen muss sich seine Mannschaft das „Mehrtor“ gegenüber den Gegnern auf dem Feld hart erarbeiten.

Punkt drei auf seiner aktuellen Sorgenliste ist der Samstagabend des Lüdenscheider Stadtfestes: „Ich kann und will die Spieler nicht überwachen, sondern nur an ihr Verantwortungsbewusstsein appellieren, denn wir haben gemeinsame Ziele.“

Harte Arbeit erwartet Rost am Sonntag allemal gegen den ETuS/DJK, der zu seiner Verwunderung vorerst im Tabellenkeller angelandet ist. „Ein guter Trainer, eine verstärkte Mannschaft“, hatte er erwartet, da war er mit einigen Trainerkollegen einer Meinung gewesen. Stattdessen haben die „Eisenbahner“ unter Regie von Coach André Haberschuss schon vier Niederlagen kassiert. Kritik wurde spätestens nach dem 0:1 im Derby beim Nachbarn VfL Schwerte laut, die „Ruhrnachrichten“ prangerten nicht nur angesichts von Roter (Kadir Yilmaz) und Gelb-Roter Karte (Ferreira) fehlende Disziplin bei den RWL-Gastgebern an. „Aber ein angeschlagener Boxer ist gefährlich“, unkt Rost, erinnert sich an das Gastspiel der Rot-Weißen im vergangenen Winter, als sich seine Mannschaft zu einem 3:3-Remis regelrecht quälte, weil sie vergaß, den Sack frühzeitig zuzuschnüren. Dennoch setzt der Coach auf den vierten Sieg in Folge: „Auch wenn ich die Ausfälle abziehe: Wir können immer noch eine siegfähige Mannschaft aufs Feld schicken.“

TSV Weißtal - Kiersper SC (Sonntag, 15 Uhr, Henneberg-Arena, Gernsdorf):  Für den KSC waren Fahrten in die Henneberg-Arena in der Vergangenheit keine Reise wert: In den zurückliegenden vier Jahren kehrte er stets ohne Punkte von den Gastspielen beim TSV zurück.

Doch die Leistungen, die die Carbotta-Elf zuletzt gezeigt hat, machen Mut, dass diese Negativserie reißen könnte. Zusätzliche Motivation für die Gäste, für die nach vier Spielen drei Siege zu Buche stehen: Die Weißtaler sind die einzige Mannschaft der Bezirksliga 5, die noch eine weiße Weste hat (vier Spiele, vier Siege). So oder so ist die Partie nahe der hessischen Landesgrenze eine Standortbestimmung für die Kiersper, die einen Fingerzeig geben könnte, ob sie das Zeug für die Spitzengruppe haben. Beim 2:1 gegen  Neunkirchen jedenfalls war vieles gut, nur nicht die Chancenauswertung.

„Mit uns ist in dieser Saison wieder zu rechnen“, glaubt KSC-Trainer Marco Carbotta, „aber mit der Effizienz vorm Tor muss es noch besser werden. Ansonsten können wir uns Sonntag für Sonntag nur selbst schlagen!“ Gegner Weißtal war schon in den vergangenen Spielzeiten im oberen Drittel der Tabelle zu finden. Für den KSC dürfte es morgen auch darum gehen, einen Rückstand möglichst zu vermeiden, denn das vor der Saison punktuell verstärkte TSV-Team gilt als enorm konterstark.

Marco Carbotta hat den TSV neben Germania Salchendorf und dem SV 04 Attendorn als Titelanwärter auf dem Schirm, erstarrt aber keineswegs in Ehrfurcht: „Egal, gegen wen wir spielen – wir spielen immer auf Sieg. Ich glaube, wir haben unsere Linie gefunden, sind stabil in die Saison gestartet und wollen die derzeitige Euphorie mitnehmen.“

Dazu passt die gute Personallage: Bis auf Orhan Eroglu steht den Kierspern im Siegerland der komplette Kader zur Verfügung.

FC Eiserfeld - TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Stadion Helsbachtal):  Am 17. Februar ging das Pflichtspielcomeback von Kosta Michailidis als Trainer des TuS Plettenberg ziemlich daneben. Beim FC Eiserfeld hielten die Blau-Gelben bis zur Pause ein 0:0, um am Ende mit einer 0:4-Niederlage die Heimreise antreten zu müssen. Nun steuert der Plettenberger Tross erneut den Sportplatz neben dem idyllisch gelegenen Eiserfelder Naturfreibad an.

Die Chancen auf ein besseres Resultat als im Februar scheinen nicht allzu hoch. Der FCE um seinen neuen Trainer Jan Fünfsinn, der im März beim späteren Absteiger SV Setzen freigestellt wurde, als sein Wechsel nach Eiserfeld bereits feststand, hat seine letzten drei Spiele alle gewonnen, ist aktuell Tabellenfünfter mit drei Punkten Rückstand zur Spitze und stellt in Lukas Weber (6 Treffer) den derzeit besten Goalgetter der Liga.

„Der FC hat offensiv eine gute Qualität und wir werden versuchen, da anzusetzen, was wir gegen Freudenberg lange gut gemacht haben“, lautet die Devise von Kosta Michailidis auch am Sonntag, erst einmal Tore zu verhindern.

Für dieses Unterfangen stehen Volkan Öztürk (zurück aus dem Urlaub) und Gianluca Ce (zuletzt privat verhindert) wieder zur Verfügung. Auch die beiden Offensivkräfte Vincent Schlotmann und Volkan Karadag seien schmerzfrei und wollten am Freitag im Training den Praxistest vollziehen – Michailidis ist sich aber im Unklaren, ob er beide schon am Sonntag wieder von Anfang an bringen wird: „Wir müssen ja eine Niederlage einkalkulieren und ich will nichts riskieren, um sie im nächsten Heimspiel gegen Rüblinghausen – unserem ersten Mega-Sechs-Punktespiel – einsetzen zu können.“

Zumal in Eiserfeld auch Probleme auf der Torhüterposition drohen, da sich Sören Langwald in London aufhält und Adriano Mazzeo immer noch an einer Schulterverletzung laboriert. Michailidis macht sich deshalb Gedanken, wie und vor allem wer dieses Problem lösen kann, denn einsatzfähige Torleute sind beim TuS Plettenberg rar gesät. Fehlen wird morgen auch der gegen Freudenberg verletzt ausgeschiedene Ogün Cakmak.

TuS Neuenrade – BC Eslohe (Sonntag, 15.30 Uhr, Waldstadion): Was Auswärtsspiele angeht, so ist der TuS noch immer nicht in der Liga angekommen. 0 Punkte, 5:19 Tore – die Bilanz nach drei Auftritten in der Fremde ist ernüchternd. „Das bereitet mir wirklich Kopfzerbrechen. Wir haben zuletzt in Schmallenberg eigentlich kein schlechtes Spiele gemacht, aber gleich vier der fünf Gegentreffer resultierten aus individuellen Fehlern. Und wie willst du so etwas als Trainer abstellen“, kann Chefcoach Abi Ouhbi nur immer wieder absolute Konzentration anmahnen: „Denn irgendwann muss auch auswärts etwas Zählbares herausspringen. Wir haben jetzt zweimal zwei Tore gemacht und das sollte eigentlich zumindest für einen Punkt reichen.“

Jetzt aber ist erst einmal wieder Heimspielzeit, und da sieht die Ausbeute für den Neuling mit einem Sieg und einem Remis im Waldstadion ja so schlecht nicht aus. Allerdings: Mit dem BC Eslohe gastiert einer der Topfavoriten auf den Aufstieg in der Hönnestadt. Ungeschlagen reisen die Gäste an, haben gerade ein äußerst turbulentes Heimspiel hinter sich.

Gegen SuS Langscheid/Enkhausen drehte das Hüttemann-Team zunächst einen 1:3-Rückstand zum 4:3, um dann in der Nachspielzeit doch noch das 4:4 zu kassieren. Informationen zum BCE holte sich Ouhbi von Langscheids Spielertrainer Manuel Sander ein, was vorerst auch so bleiben wird, da die Kicker vom Sorpesee immer eine Woche zuvor gegen den nächsten Neuenrader Gegner spielen.

„Er hat mir schon einiges über Stärken und Schwächen bei Eslohe gesagt, aber das behalte ich für mich“, hofft Ouhbi, dass sein Matchplan morgen aufgehen wird. Dass dieser in erster Linie beinhaltet, aus einer möglichst stabilen Defensive zu agieren, versteht sich aber von selbst. Ebenso, dass der Neuenrader Trainer auch mit einer Punkteteilung schon gut leben könnte. Änderungen gibt es einmal mehr bezüglich des spielenden Personals. Tufan Kirci ist nach seiner Roten Karte in Schmallenberg gesperrt, hinter drei angeschlagenen Akteuren steht noch ein Fragezeichen, dafür stoßen Defensiv-Spezialist Hüseyin Zorlu und Angreifer Ömer Sönmez wieder dazu.

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