Fußball-Bezirksligen

Von Schwer- und vermeintlichen Leichtgewichten

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Ugur Öztürk (rechts) will mit dem TuS Neuenrade im Aufsteigerduell punkten.

Kreisgebiet - Zwei Schwergewichte, ein vermeintliches Leichtgewicht und ein Aufstiegerduell warten am Sonntag auf die vier heimischen Fußball-Bezirksligisten aus Neuenrade, Kierspe, Plettenberg und Lüdenscheid. 

TuS Neuenrade – FC Assinghausen-Wiemeringhausen-Wulmeringhausen (Sonntag, 15.30 Uhr, Waldstadion): Über den Namen des Gegners  kann man durchaus stolpern, auf dem Platz aber will der TuS Neuenrade gegen den Mitaufsteiger am nicht ins Straucheln geraten und seinen letztwöchigen 2:1-Auswärtssieg in Birkelbach gerne vergolden. Leicht dürfte das vierte Heimspiel der Hönnestädter in der Bezirksliga 4 aber ganz sicher nicht werden. Denn die Gäste aus dem Hochsauerlandkreis haben sich in der „Bundesliga des Sauerlandes“ schnell akklimatisiert und stehen mit zehn Punkten aus sechs Partien bislang sehr ordentlich da.

 „Assinghausen ist für uns ein weiterer unbekannter Gegner“, sagt Neuenrades Cheftrainer Abi Ouhbi, der den Gast aus Olsberg zwar noch nicht selbst unter die Lupe genommen, aber natürlich ein paar Informationen über die Spielweise des Mitaufsteigers eingeholt und diese Infos auch an sein Team weitergegeben hat. „Die sind relativ stabil“, betont der Übungsleiter aus Lüdenscheid und meint die Defensive des FC Assinghausen-Wiemeringhausen-Wulmeringhausen, der bislang ein positives Torverhältnis (14:12) vorweisen kann. 

Die Neuenrader haben zwar drei Tore mehr erzielt als die Gäste, aber auch schon eine Partie mehr absolviert und sich auch schon 25 Gegentreffer eingefangen. Da verwundert es nicht, dass Ouhbi von seiner Elf verlangt, „primär defensiv gut zu stehen“. Insbesondere FC-Torjäger Marco Dommach, der in sechs Spielen sechs „Buden“ erzielte“, und Cedric Hanfland (4 Tore) haben die Hönnestädter auf dem Schirm. Dieses gefährliche Duo gilt es an die Kette zu legen.

Doch der TuS wird auf eigenen Kunsthalmen ganz sicher kein Beton anrühren. Nach Balleroberung soll schnell umgeschaltet werden auf Offensive, in der die Neuenrader ja reichlich PS auf die Straße bringen können. Ouhbi weiß genau, dass sein Team vorne immer für Tore gut ist. Umso wichtiger ist es, dass gegen den Mitaufsteiger am Sonntag hinten so lange wie möglich die „Null“ steht.

In diesem Kontext aber ist es bitter, dass Defensiveckpfeiler Fabrice Kele (krank) ebenso ausfallen wird wie der privat verhinderte Routinier Baris Caliskan. Komplettiert wird die Neuenrader Ausfallliste durch Tufan Kirci (gesperrt), Umut Gültekin, Melih Danis und Felix Schmidt (alle verletzt). Angeschlagen und damit fraglich sind Emirjon Avdia und Finn Kleinsteuber. Doch es gibt auch Positives zu vermelden: Der erfahrene Sahin Murat kehrt zusammen mit Refik Acar ins Aufgebot zurück.

Fortuna Freudenberg – Kiersper SC (Sonntag, 15 Uhr, In der Wending): Breit gefächert ist nach sieben Spieltagen die Spitzengruppe der Fußball-Bezirksliga 5: Nur vier Punkte trennen Primus TSV Weißtal vom Tabellenachten SV 04 Attendorn, mittendrin – zwei Zähler hinter dem einen, deren zwei vor dem anderen – steht als Rangfünfter der Kiersper SC. 

Diese Konstellation und der Spielplan sorgen dafür, dass der heimische Bezirksligist in diesen Tagen nach und nach auf unmittelbare Kontrahenten als typische "Schwergewichte" aus dem Vorderfeld trifft: Den Duellen mit dem TSV Weißtal (3:1) und dem SV Ottfingen (0:0) folgen in den nächsten drei Wochen jene am Sonntag mit Fortuna Freudenberg, dann dem FC Eiserfeld, dem VfR Rüblinghausen sowie dem SV Germania Salchendorf.

Den Anfang macht also der Auswärtsauftritt mit den punktgleichen Freudenbergern. Verloren haben beide erst ein Mal, wobei die erste Niederlage der gastgebenden „Flecker“ vom vergangenen Sonntag datiert, als sie in Attendorn recht deutlich mit 1:4 den Kürzeren zogen.

Unabhängig davon, dass die Fortuna jetzt natürlich auf schnelle Wiedergutmachung aus ist, stellt Kierspes Trainer Marco Carbotta mit Blick auf den Gegner fest: „Das wird nicht einfach – ich halte die Freudenberger momentan für stärker als unseren letzten Gegner SV Ottfingen.“

Kein Nachteil für den KSC dürfte freilich sein, dass sich sein morgiger Gastgeber im Vergleich zur vergangenen Saison fußballerisch weiterentwickelt hat und im Mittelfeld eine feinere Klinge schwingt als in der Vergangenheit. „Spielerisch gute Mannschaften liegen uns schon etwas mehr“, sagt Marco Carbotta, der auch im Siegerland nicht von der bewährten Marschroute abweichen will: „Wir wollen dem Gegner unser Spiel aufzwängen!“ 

Germania Salchendorf – TuS Plettenberg (Sonntag, 15 Uhr, Stadion Wüstefeld): Obwohl die etablierten Offensivkräfte Karadag, Mrida und Schlotmann fehlten, sendete der TuS Plettenberg am Mittwoch im Kreispokal-Achtelfinale beim Kiersper SC ein deutliches Lebenszeichen. Zum ersten Mal in dieser Spielzeit gelang es, einen Zwei-Tore-Rückstand auszugleichen.

„Die Mannschaft hat die richtige Antwort nach dem 0:4 gegen Rüblinghausen gegeben. In der 2. Halbzeit war nicht nur kämpfen und laufen angesagt, da war auch der Glaube da“, blickt Trainer Kosta Michailidis zurück. Klar, der KSC war vor der Pause das wesentlich bessere Team, doch nach Wiederbeginn änderte sich das Bild. Michailidis: „Da waren wir die bessere Mannschaft und haben ihnen den Spielfluss kaputtgemacht.“ 

Mit dem Rangzweiten aus Salchendorf wartet am Sonntag (15 Uhr) der letzte ausstehende Gegner der Top 7 als echt "dicker Brocken" auf die Blau-Gelben, die noch nie auf dem Sportplatz Wüstefeld punkten konnten. „Eine eingespielte Mannschaft, die in den letzten Jahren immer um den Aufstieg mitgespielt hat. Wir sind krasser Außenseiter, wollen aber das Maximale herausholen. Niederschelden hat es ja vorgemacht“, erinnert Michailidis daran, dass Salchendorf vergangenen Sonntag seine Spitzenposition durch eine 0:2-Niederlage am Scheldener Rosengarten einbüßte. Am Sonntag werden Mrida und Schlotmann wieder dabei sein, dafür fehlen Hegemann und Karadag aus privaten Gründen.

57 Sinopspor Iserlohn – RW Lüdenscheid (Sonntag, 15 Uhr, Inceptum-Stadion): „Wir wollen oben dranbleiben, deshalb gilt ohne Wenn und Aber: Wir müssen die Partie am Sonntag gewinnen“, blickt Rot-Weiß Lüdenscheids Trainer Martin Rost sehr selbstbewusst und zuversichtlich auf das Kräftemessen bei Liganeuling 57 Sinopspor Iserlohn, der nach sieben Spieltagen punktlos das Tabellenende ziert.

 „Es ist für uns ein Pflichtsieg, das soll aber keineswegs überheblich rüberkommen. Ganz im Gegenteil sogar, wir haben viel Respekt vor dem Gegner und wissen, dass es sehr viel schwerer sein kann, gegen eine Mannschaft zu spielen, die ums nackte sportliche Überleben kämpft, als gegen eine, die um die Plätze acht bis zehn im Niemandsland der Liga spielt“, warnt der Coach als „gebranntes Kind“ der Vergangenheit seine Kicker davor, die Partie auch unterbewusst nur ein bisschen zu leicht zu nehmen. „Mit Sicherheit hat sich Sinopspor keineswegs aufgegeben und wird deshalb in jedem Spiel um jeden Meter Boden kämpfen, da müssen wir vom Anpfiff an hellwach sein und dagegenhalten“, sagt der Trainer.

Seine Mannschaft strotzt aktuell vor Selbstbewusstsein, dass sie sich durch sieben Pflichtspielsiege in Folge (fünf Punkt- und zwei Pokalspiele) erarbeitet hat. Genauso weiß sie aber auch, dass sie von den spielerisch konstant starken Leistungen aus der Rückrunde der Vorsaison noch ein Stück weit entfernt ist, gerade gegen die „Kleinen“ der Liga die Arbeit im Vordergrund steht.

Seine Bestbesetzung hat Rost am Sonntag zwar nicht zur Verfügung, aber bei der großen Breite und Leistungsdichte seines Kaders auf jeden Fall eine starke Truppe. Es fehlen mit Kerim Yilmaz (verletzt) und Lars Scheerer (erkrankt) zwar zwei Stammkräfte, zudem gibt’s noch Fragezeichen hinter den angeschlagenen Lukas Finke und Soufian Maatalla, „aber ansonsten sind alle top drauf, da mache ich mir keine Sorgen.“

 

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