Mitgefühl mit Brasilianern auch nach dem 7:1-Sieg

Nadine Hampel beim obligatorischen Besuch der Christus-Statue – die 26-Jährige hat in Brasilien viele Erfahrungen gesammelt.

Altena - Auf das WM-Fest folgt das Schützenfest: Am Wochenende will Nadine Hampel ihre Heimatstadt Altena wieder einmal besuchen und bei den Evingser Grünröcken mitfeiern. Sicherlich wird die 26-Jährige, die bei der Fußball-Weltmeisterschaft als Volunteer dabei war, dann oft erzählen müssen, wie es war in Brasilien.

Von Axel Krüger

Die Umstellung nach der Rückkehr nach Europa war für die junge Frau, die eine journalistische Ausbildung im Hörfunk in Osnabrück absolviert, nicht so beschwerlich wie beim Hinflug. „Ich bin über Nacht geflogen und war um 10 Uhr morgens in Lissabon. Da war das nicht so gravierend“, sagt Nadine Hampel, die für unsere Zeitung ein WM-Tagebuch geschrieben hat. Weiter ging es mit dem Flugzeug nach Amsterdam, von dort mit dem Zug in die Heimat.

Auch wenn sie nach der Rückreise die weiteren Spiele der Fußball-WM mit Freunden verfolgte, war die Stimmung nicht vergleichbar mit dem, was sie in Brasilien erlebt hatte. Auch musste sie beim 7:1-Torefestival der deutschen Nationalmannschaft im Halbfinalspiel gegen Brasilien an ihre Mit-Ehrenamtler denken: „Mir tat es auf jeden Fall leid, auch für die Leute, die ich kennengelernt habe.“

Kontakt zu Mit-Volunteers bleibt bestehen

Noch während das Spiel lief, informierten sie Freunde via sozialen Medien über die Reaktionen auf der Fanmeile vor Ort. „Es war ganz still, die deutschen Fans haben sich nicht getraut zu jubeln.“ Während Nadine Hampels eigene Live-Erfahrungen der Löw-Elf sich auf den Achtelfinal-Erfolg nach Verlängerung gegen Algerien beschränkten, war für sie spätestens nach der Vorschlussrunde klar, dass Deutschland auch Weltmeister werden würde. „Ich hätte mir mehr Sorgen gemacht, wenn es im Endspiel gegen Holland gegangen wäre. Aber wir sind Argentiniens Angstgegner“, meint die 26-Jährige.

Wiedersehen in Europa – oder doch in Rio?

Bei ihrer Arbeit als Volunteer, auch wenn sie in den Bereichen Transport und Zuschauerbetreuung eingesetzt wurde und nicht wie erhofft im Bereich Medien, war sie immer wieder nah dran an den Mannschaften, freut sich Nadine Hampel. Auch wenn sie sich mit dem – übrigens selbst finanzierten – Brasilien-Aufenthalt einen Traum erfüllt hat, soll es nicht ihr letzter Südamerika-Trip gewesen sein. So möchte sie Mit-Volunteers aus Brasilien und Kolumbien wiedersehen, wird für WM-Helfer, die Europa besuchen, sicherlich als Gastgeberin fungieren – und wer weiß? Vielleicht übernimmt sie 2016 wieder Volunteer-Aufgaben – bei den Olympischen Spielen in Rio.

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