Fußball-Spielabbruch in der Kreisliga

Tätlicher Angriff auf Schiedsrichter: Das sagen Staffelleiter und Verein

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Eine Gelbe Karte löste den Gewaltakt am Müggenbruch aus. 

Kreisgebiet – Nach dem tätlichen Angriff eines Spielers von TSKV Altena auf den Schiedsrichter und dem folgenden Abbruch der Partie äußern sich nun der Staffelleiter der Kreisliga B und der Verein.

Mittlerweile liegt Staffelleiter Mustafa Tekir der Sonderbericht des Referees vor, in dem der 71-Jährige seine Sicht der Dinge schildert.

Danach hatte es am Sonntag in der 84. Spielminute zunächst ein versuchtes Halten des TSKV-Akteurs an einem Spieler des TuS Herscheid gegeben, der TuS-Spieler hielt ebenfalls, woraufhin Schlieper die Partie unterbrach. Beide gaben sich dann die Hand, mit Freistoß für Herscheid sollte es weitergehen. Damit aber war der Altenaer Kicker nicht einverstanden, kam wütend auf den Schiri zu, beschimpfte ihn, woraufhin Schlieper ihm die Gelbe Karte zeigte.

Aus rund fünf Metern Entfernung sei der 28-jährige TSKV-Kicker dann in vollem Tempo auf ihn zugestürmt, habe ihm einen heftigen Stoß versetzt, wobei die rechte Hand ihn am Unterkiefer getroffen hätte. Daraufhin sei er zu Boden gestürzt, habe sich überschlagen und das Bewusstsein verloren. Als er wieder aufwachte, habe seine Uhr die 86. Minute angezeigt, in der er das Spiel auch abbrach.

Fußballer schlägt Schiedsrichter nieder - wegen Gelb

Später ließ er sich im Krankenhaus untersuchen (nach MZV-Informationen soll ein Schädeltrauma diagnostiziert worden sein) und stellte bei der Polizei Strafanzeige wegen Körperverletzung gegen den TSKV-Spieler.

Spieler vorerst für zwei Wochen gesperrt

Nach Einsicht des Spielberichtes sperrte Tekir den Altenaer per einstweiliger Anordnung ad hoc für zwei Wochen („Länger kann ich das als Staffelleiter nicht“), übergab die Angelegenheit auch am Mittwoch noch an das Kreissportgericht (KSG).

Sollte dieses binnen zwei Wochen nicht tagen, wäre der Spieler wieder entsperrt, KSG-Vorsitzender Heiko Kölz hätte in diesem Fall aber die Möglichkeit, den Altenaer per einstweiliger Verfügung für vier weitere Wochen „auf Eis“ zu legen. „Aber“, so Tekir, „da spreche ich für alle weiteren Funktionäre im Kreis mit: Wir hoffen natürlich, dass das KSG schnell tagen wird.“

TSKV Altena: Spieler wird suspendiert

Stellung bezog am Mittwoch mit Fikret Durak auch der Trainer des TSKV Altena. Der war am Sonntag zwar nicht vor Ort, weil er noch im Urlaub weilte, hat nach seiner Rückkehr aber zahlreiche Gespräche geführt.

„Fakt ist, nach allem, was ich gehört habe, dass dieser tätliche Angriff nicht verzeihbar ist. Nach meiner Kenntnis hat sich der Spieler aber schon telefonisch beim Schiedsrichter entschuldigt. Herr Schlieper hätte diese angenommen, wird seine Anzeige aber nicht zurücknehmen, was auch nachvollziehbar ist. Wir werden uns jetzt am Samstag mit dem Vorstand zusammensetzen, wie wir mit diesem traurigen Vorfall umgehen wollen. Ohne dem vorzugreifen: Zu 99 Prozent wird der Spieler suspendiert, er kann beim TSKV keine Zukunft mehr haben. Wir werden aber gemeinsam eine Stellungnahme für den Verein verfassen, und ich werde auch dafür plädieren, Herrn Schlieper aufzusuchen, um uns im Namen des Vereins zu entschuldigen“, so Durak.

Unmissverständlich bringt der TSKV-Trainer aber auch seine Wut darüber zum Ausdruck, was sich seit Tagen in den sozialen Medien abspielt: „Ein Einzelner hat Mist gebaut, an den Pranger gestellt wird aber der gesamte Türkische Sport- und Kulturverein Altena. Da läuft eine regelrechte Hetzkampagne. Ich habe Spieler aus gleich zehn Nationen in der Mannschaft, bei uns wird Integration gelebt. Und derjenige, der den Mist gebaut hat, ist noch nicht einmal Ausländer.“

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