SGSH-Trainer Grasediek tritt auf die Euphoriebremse

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Machte im rechten Rückraum ein gutes Spiel: Julian Mayer.

Halver - Ein Derbysieg gegen den Südwestfalenrivalen TuS Ferndorf – darauf hatten die Fans der SGSH in der Premierensaison in der 3. Liga West vergeblich gewartet. Umso euphorischer waren Anhängerschaft und Team am Samstag nach dem 30:27-Auftaktsieg gegen den Ex-Zweitligisten aus Kreuztal.

Trainer Mathias Grasediek sprach zwar auch mit ein paar Tagen Abstand noch immer von „sensationellen zwei Punkten“, doch der Tritt auf die Euphoriebremse war da schon nicht mehr weit. „Ich versuche, weder im Sieg noch in der Niederlage euphorisch zu sein“, stellte er fest, „es waren Kleinigkeiten, die dieses Derby positiv für uns gestaltet haben. Es war eine gute Leistung gegen einen gewiss nicht schlechten Gegner. Wir hatten die Highlights, die man braucht in so einem Spiel. Aber ich habe auch vieles gesehen, was noch nicht gut war.“

Zu den Punkten, die Grasediek nicht gefallen hatten, zählte das Kreisläuferspiel seiner Mannschaft, aber auch die Abwehrqualität im Innenblock. Vieles im SGSH-Spiel wurde in den 60 Minuten erfolgreich nachjustiert, aber gegen die Schlagwürfe des Gastes blieb die SGSH in der Defensive unterm Strich nicht gut aufgestellt. „Zu viele Fehler im Innenblock“ beklagte Grasediek, „und auch vorne müssen wir eigentlich in der Lage sein, diese Deckungsformation noch besser auszuspielen.“

Volles Haus an der Mühlenstraße: Den 30:27-Sieg der SGSH gegen den TuS Ferndorf zum Auftakt der neuen Drittliga-Saison sahen am Samstagabend rund 800 Zuschauer.

Der Schlüssel gegen die zunächst so sattelfeste 6:0-Abwehr der Ferndorfer war der Faktor Geschwindigkeit. Die wurde mit Mateusz Rydz im zentralen Rückraum höher. Es war ein gutes Debüt des jüngsten Polen im SGSH-Dress, aber auch hier sieht Grasediek noch Luft oben –gerade, was die Nutzbarmachung der durch das Tempo gewonnenen Ressourcen am Kreis angeht.

In der Ferndorfer Analyse stand der Punkt der Abschlussqualität im Zentrum. „Zu viele gute Chancen ausgelassen nach der so guten ersten Halbzeit“ – der Tenor war einhellig, griff jedoch nicht weit genug. Die Gäste spielten an der Mühlenstraße so lange wie ein Titelkandidat, so lange ihr Spielkonzept griff. Aber während die SGSH fortlaufend ihr eigenes Spiel sinnvollen Updates unterzog, hatte der Gast keinen Plan B in der Schublade, als der Motor ins Stocken geriet. Womöglich das Resultat einer Vorbereitung, in der sehr oft sehr viel gelang und Problemstellungen gar nicht erst in den Fokus gerückt waren.

Sei’s drum: Die SGSH hat nach dem Start zwei Pluspunkte auf dem Konto und fährt nun mit viel Rückenwind an den Niederrhein. Dort wartet der TV Korschenbroich und mithin noch ein Team mit tollen Vorbereitungs-Ergebnissen. Der Vorjahresvierte ist nach dem 29:22 in Zweibrücken der erste Tabellenführer der Saison. Das allein ist nicht viel Wert, aber eine ordentliche Herausforderung wartet in der Waldsporthalle wohl trotzdem auf die SGSH. „Wir können nicht auf Understatement machen nach unserem Sieg – da werden in Korschenbroich die Alarmglocken an sein“, sagt Grasediek, „auf uns wartet auf jeden Fall noch einmal eine noch höhere Tempo-Qualität. Darum wussten wir auch im Vorjahr und waren trotzdem chancenlos. Ich hoffe, dass wir diesmal nun nicht nur athletisch, sondern auch vom Kopf her einen Schritt weiter sind.“ - von Thomas Machatzke

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