Kritik mischt sich bei der FSV Werdohl in die Euphorie

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Damiano Intravaia (links) und die FSV Werdohl holten in Lennestadt ein glückliches 2:2-Remis. In die Euphorie über den späten Ausgleichstreffer mischt sich aber auch Kritik.

Werdohl - Marco Sadowski wollte keine Zeit verstreichen lassen. Noch auf dem Platz holte der Trainer von Fußball-Landesligist FSV Werdohl seine Spieler nach dem 2:2 in letzter Sekunde beim FC Lennestadt zusammen. „Die zweite Halbzeit – das war die FSV, wie ich sie sehen will“, rief der Coach mitten in der Spielertraube. Am Tag danach wich die Euphorie dem Realismus.

Denn bei aller Freude über das Eigentor von Andre Friedrichs in der Nachspielzeit, das einen Zähler mehr auf das nach wie vor karge Werdohler Punktekonto schaufelte, war Sadowski mit der spielerischen Leistung im Hensel-Stadion einmal mehr nicht zufrieden. „Es stellt sich die Frage, warum wir nach 15 Minuten so den Faden verloren haben“, grübelte der FSV-Trainer. Zwei halbwegs vernünftig herausgespielte Gelegenheiten verzeichneten die Gäste in der Anfangsviertelstunde. Danach übernahm Lennestadt für lange Zeit das Kommando. „Wir konnten froh sein, dass wir nicht mit einem höheren Ergebnis in die Pause gegangen sind“, betonte Sadowski mit Blick auf den 0:1-Pausenstand aus Werdohler Sicht.

Was genau dazu führte, dass die FSV-Akteure sich etwa ab Minute 15 in der Lennestädter Hälfte rar machten, hat auch der Coach noch nicht abschließend ergründet. Umso überraschender erschien der plötzliche Formabfall, weil die Riesei-Kicker nach dem 2:0-Erfolg gegen Menden vor Wochenfrist sowie dem 11:0-Schützenfest im Kreispokal bei TuRa Brügge eigentlich Selbstvertrauen gesammelt hatten. Unstrittig waren aber die Mängel, die Sadowski bei dem Duell im Nachbarkreis erkannte: „Wir haben uns zu wenig bewegt und zu wenig kommuniziert, waren sehr leise.“

Auch Werdohls Sportlicher Leiter Carsten Minker legte den Finger in die Wunde. „Als objektiver Zuschauer hätte man sich nicht wundern dürfen, wenn die Partie aus unserer Sicht 2:5 ausgeht“, so Minker mit Blick auf die stärkste Phase des FCL um das 2:0 (53.) herum. Einig ist sich der Funktionär mit Sadowski in der Einschätzung, dass die FSV trotz vier Zählern aus den beiden jüngsten Punktspielen von ruhigem Fahrwasser in der Tabelle noch ein gutes Stück entfernt ist. „Dass wir jetzt die Kurve bekommen haben, sehe ich nicht so“, stellt Minker klar. Der Trainer springt ihm zur Seite: „Ein Punkt bringt dich im Grunde genommen auch nicht viel weiter.“

Immerhin: Moralisch gesehen ist dieser eine Punkt nach einer kampfstarken letzten halben Stunde ein wertvoller. Eine Willensleistung – und die wird Sadowski in seiner Ansprache im Training genauso hervorheben wie die Kritik. - Von Christian Müller

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