HSG Lüdenscheid feiert „Wiederauferstehung“

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Der ganz stark HSG-Spielmacher Justus Jaschle troifft mitentschediend, während -Abteilungsleiter Niclas Beckmann im TuS-Dress nur hilflos hintersherschauen kann.

Dortmund - Das „Gewitter“ mit Blitz und Donner, aber auch Hagel, hatte reinigende Wirkung: Die deftigen Aussprachen bei der HSG Lüdenscheid verhalfen dem Landesligisten zu einem unglaublich willensstarken Auftritt beim Spitzenteam des TuS Wellinghofen, das bei der 21:22 (11:13)-Niederlage gegen die Bergstädter allerdings Vieles schuldig blieb.

Von Jörg Hellwig

Ihren Anhang unter den gut 100 Zuschauern jagten die Sauerländer freilich durch ein unglaubliches Wechselbad der Gefühle: Sensationeller Auftakt, im Angriff katastrophaler langer Mittelteil und ein solider Endspurt gewürzt mit 60 Minuten Kampfgeist par excellence.

Zuschauer, aber auch die gastgebende Becker-Sieben staunten nicht schlecht, wie die Fath-Sieben aus den Startlöchern kam: Der Appell an Einstellung und die Androhung gnadenlos auszusortieren, hatten Konzentration geschärft und Körperspannung erhöht. Angeführt von einem gegenüber den vergangenen Wochen nicht wieder zu erkennenden Spielmacher Justus Jaschke, einem entfesselten und torhungrigen Daniel Kahlstadt im Angriff sowie Klasseabwehrarbeit gestützt auf einen guten Volker von Oepen, beindruckten den Gastgeber. 1:4 (9.), 4:8 (13.), 5:10 (16.) und 6:12 (19.) hießen die wie selbstverständlich scheinenden Stationen auf dem Weg zur Sensation, während beim um Form ringenden TuS auch HSG-Abteilungsleiter Beckmann erkennen musste, dass es nicht einfach ist, gegen seinen „Herzklub“ Normalform zu finden.

Ebenso stark wie die ersten 19 Minuten gespielt waren, ließen die Gäste aber auch nach: Vorn ging gegen die mit Fuhr für Zankl verbesserte TuS-Deckung nichts mehr. Die HSG fiel in Muster vergangener Wochen mit unvorbereiteten Würfen zurück. Wellinghofen rückte Tor um Tor heran, war schon zur Pause (11:13) fast gleichauf. Nach 41 Minuten der erste Ausgleich, in Minute 44 erste TuS-Führung und dann das 17:15: Nach 30 Minuten mit nur drei Treffern feierte die HSG aber mit einem starken Kapp und viel Einsatz Wiederauferstehung. Jaschke legte zu, der lange Zeit völlig in der Versenkung verschwundene Walter war plötzlich da und schoss die HSG nach dem 19:19 in unglaublich dramatischer Schlussphase auf Siegkurs.

TuS: Zankl (1.-14.), Fuhr (ab 14.) – C. Becker, Stübe (2), Fürstenberg, Beckmann (2), Krewinkel (3), Kleppe, Halberstadt (1), Traumüller (5/2), Dadayli (3), Ständker (1/1), Thäsler (4), Rose

HSG: von Oepen (1.-51.), Kapp (ab 49.) – Luft (n.e.), Füller (1), Baberg (2), Kämper (1), Walter (4), F. Paetz, Niegetiet (1), Miossec (n.e.), Jaschke (5), Kahlstadt (5), Wüllner (n.e.)

Schiedsrichter: Diße/Wodzinski (Dortmund)

Zeitstrafen: TuS 0, HSG 5

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