Tischtennis, Saisonplanung läuft an

Kreisvorsitzender hofft auf volle Klassen, hat aber eine Befürchtung

Edgar Schwarzkopf
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Edgar Schwarzkopf erbittet bis zum 13. Mai konkrete Meldungen der Vereine.

Die Vermutung, die Edgar Schwarzkopf seinem aktuellen Rundschreiben an die Vereine des Tischtennis-Kreises Lüdenscheid vorausschickt, ist nicht von der Hand zu weisen: „Sicherlich werden die meisten keine große Lust haben, sich in der aktuellen Lage mit der Organisation des Tischtennisbetriebs zu beschäftigen“, schreibt der Vorsitzende und Sportwart aus Altena.

Und doch muss es sein, denn das Frühjahr ist bei den Tischtennisfunktionären stets die Zeit der Planung der nächsten Saison. Und die Hoffnung, dass es nach der vorzeitig abgebrochenen, aber zumindest noch gewerteten Spielzeit 2019/20, und der nach dem Abbruch gänzlich annullierten Saison 2020/21 ab Ende August zu einer Saison 2021/22 kommen kann, sie besteht zumindest.

Schon in fünf Wochen sind die Meldungen der Mannschaften in clickTT vorgesehene. „Höchste Zeit also, sich im Verein – soweit noch nicht erfolgt – damit zu beschäftigen, wer in der kommenden Saison noch für die Meisterschaftsspiele zur Verfügung steht“, schreibt Schwarzkopf nicht ohne ein ungutes Gefühl, das er auch konkret benennt: „Zu befürchten ist nämlich, dass einige dem Tischtennissport den Rücken zuwenden.“

Dass Corona mit all seinen Ängsten und Befürchtungen das in den vergangenen Jahren geringer gewordene Häuflein der Aktiven weiter ausdünnen wird, es könnte bittere Realität werden.

So plant der Kreis Lüdenscheid

Dennoch lautet das Gebot der Stunde: „Wir brauchen nun alle Planungssicherheit und nach Möglichkeit auch volle Spielklassen“, so Schwarzkopf weiter. Ausgangspunkt für die Bestückung der Ligen auf Kreisebene ist der Start der Saison 20/21. Alle Teams, die zum damaligen Zeitpunkt für die jeweiligen Klassen vorgesehen waren, dürfen dort nun erneut an den Start gehen – selbst dann, wenn sie sich zwischenzeitlich vom Spielbetrieb zurückgezogen haben und abgemeldet wurden. So hat es der Westdeutsche Tischtennis-Verband für alle Klassen in NRW beschlossen.

Auf- und Abstiegsregelungen, um die in der Vergangenheit manches Mal gerungen wurde, bleiben bei der Planung gänzlich außen vor: Um planen zu können und gerade die Kreisliga wieder aufstocken zu können, gehört dazu auch ein zusätzlicher Aufstieg „selbst dann, wenn die sportliche Qualifikation nicht erkennbar gegeben ist“, sagt Schwarzkopf. Aufstiegskriterien lassen sich in erster Linie von dem Tabellenendstand der Saison 2019/20 ableiten, die vorrangig für eventuelle Aufstiegswünsche herangezogen werden soll.

Schwarzkopf blickt auch schon voraus, auf die Strukturreform, die ab der Saison 23/24 greifen soll. Dann wird der TT-Kreis Lüdenscheid Geschichte sein und innerhalb des neuen Bezirks vermutlich gemeinsam mit den Teams aus dem MK-Nordkreis neue Staffeln bilden. Und für diese Zeit gelte es, „dass sich die Kreisvereine gute Voraussetzungen für die geplante Neueinteilung schaffen“, regt Schwarzkopf an. „Spätestens für die Saison 2022/23 werden entsprechende Kriterien, zum Beispiel Aufstiegsregelungen, für die neuen Bezirke beschlossen werden. Daher kann die diesjährige Planung für die Klasseneinteilung für die Einteilung in den neuen Bezirk sehr wichtig werden“, spricht Schwarzkopf aus Erfahrung.

Mitte Mai soll mit der Spielklassenplanung begonnen werden

Pflichtmeldetermin für alle Herrenmannschaften auf Kreisebene ist der 13. Mai. Zu diesem Termin sollen alle Vereine den Verbleib ihrer Teams in der bisherigen Spielklasse bestätigen, ihren Rückzug oder freiwilligen Abstieg erklären. Auch Neuanmeldungen sollen bis dahin per Mail an den Kreissportwart erfolgen. Nach diesem Meldetermin erfolgt die Planung der Spielklassen auf Kreisebene. Ab dem 25. Mai können dann die Vereine ihre Mannschaften – entsprechend der auf der Kreis-Homepage bekannt gegebenen Klasseneinteilungen – in clickTT melden.

Nachwuchsmannschaften sollen bis zum 20. Mai ebenfalls per Mail an Edgar Schwarzkopf gemeldet werden – sämtlich als Neumeldung, da im Jugendbereich die Fluktuation meist größer ist als bei den Erwachsenen. Wenn ein Verein keine Nachwuchsteams hat, ist eine Leermeldung erforderlich.

So plant der Bezirk Arnsberg

Im jetzigen Bezirk Arnsberg bereitet man sich ebenfalls auf die Saison 21/22 vor. Anträge auf Auffüllung der Bezirksliga oder Bezirksklasse im Damen-, Herren- und Jugendbereich können gestellt werden, sofern die Vereinsmeldung zu einer Unterbesetzung von Spielklassen führt, die Sollstärke also nicht erreicht wird. Bei Bewerbungen muss allerdings der Rückgriff auf die Saison 2019/20 erfolgen, um die Reihenfolge der Anwartschaft anhand der Abschlusstabellen und der vorgesehenen Quotientenregelung zu ermitteln – ein kompliziertes Verfahren, das sich an einem Gutachten des Ressorts Wettspielordnung des DTTB orientiert und den Funktionären wie Bezirkssportwart Andreas Sackmann und Bezirksjugendwart Volker Litschke noch viel Arbeit bescheren dürfte. Die Bekanntgabe frühzeitiger Klassenverzichte oder Abmeldungen von Mannschaften durch die Vereine, noch vor dem Zeitfenster für die offizielle Vereinsmeldung (25. Mai bis 3. Juni), wäre natürlich enorm hilfreich, um besser planen zu können. Die Gruppeneinteilung soll am 5. Juni vorgenommen werden, die Spielpläne um den 20. Juni herum veröffentlich werden.

So plant der WTTV

So plant auch der WTTV für seine Ligen ab Landesliga aufwärts, bittet ebenfalls darum, Klassenverzichte „idealerweise noch vor der Vereinsmeldung anzuzeigen.“ Wer nicht mehr in seiner bisherigen, sondern in einer tieferen Spielklasse starten möchte, kann einen „freiwilligen Abstieg“ beantragen. Damit seien keine Bedingungen verknüpft, „jeder wird wunschgemäß bedient“, sagt Werner Almesberger vom Ausschuss für Erwachsenensport. Die Bezirke und Kreise seien gebeten worden, Klassenverzichte ebenfalls ohne Rücksicht auf deren Anzahl aufzunehmen.

Von der Spielzeit 2020/21 indes bleibt nicht mehr viel übrig. Der Vorstand für Sport hat das Austragungsverbot für Veranstaltungen bis zum 31. Mai verlängert (mit Option auf den 15. August). Die Westdeutschen Meisterschaften der Damen und Herren – zuletzt geplant für den Juni – sind schon gestrichen.

Dennoch bedankt sich Almesberger stellvertretend für alle Spielleiter „sehr herzlich für die hervorragende Zusammenarbeit in der Spielzeit 2020/21. Das war wieder alles nicht einfach, weder für Vereine und Spieler noch für uns. Bleiben Sie gesund!“

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