Mehr Sicherheit, mehr Speed

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Der Lüdenscheider Gerrit Holthaus und Stephan Epp aus Wuppertal teilen sich in dieser Saison das Cockpit in einem Renault Clio Cup.

Nürburgring - Am Wochenende startet die VLN-Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring in ihre 40. Saison. Ein Moment, den Fans, Verantwortliche und Fahrer seit Wochen herbeisehnen.

Vor allem auch der Lüdenscheider Gerrit Holthaus und Holger Spelsberg aus Schalksmühle. Den Akteuren in der populärsten Breitensportserie Europas sind in der neuen Saison keine Grenzen mehr gesetzt.

Sie können auf den Geraden wieder Vollgas geben – die Tempolimits nach dem Zuschauertod Ende März 2015 auf der Nordschleife gehören der Vergangenheit an, die Sicherheitsvorkehrungen wurden im gleichen Atemzug nochmals verbessert. Zwischen Quiddelbacher Höhe und Flugplatz sowie auf der Döttinger Höhe darf wieder voll gefahren werden – die Schilder, die aufs Tempolimit von 200 bzw. 250 km/h hinwiesen, sind verschwunden. Bereits über die Wintermonate hatte der Nürburgring sieben Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit umgesetzt.

Strecke ist nun tiefergelegt

Kaum war die Saison 2015 beendet, rollte schweres Baugerät auf die Nordschleife. Der rund 500 Meter lange Abschnitt zwischen Quiddelbacher Höhe und Flugplatz wurde umgebaut und erneuert. Die Strecke wurde bis zu einem Meter tiefer gelegt und zusätzlich verbreitert, die Innenkurve abgesenkt, die Sprungkuppe wurde entfernt und Bodenwellen geebnet. „Der Flugplatz geht jetzt mit einem GT3-Auto vermutlich voll, am folgenden Schwedenkreuz kommt man 20 km/h schneller an als vorher“, sind sich die Experten in ihrer Einschätzung einig. An mehreren Stellen wurden neue FIA-Zäune und Zuschauer-Rückhaltezäune errichtet, z.B. an der Döttinger Höhe, um die parallel verlaufende Bundesstraße 258 deutlicher abzugrenzen. Anpassungen im technischen Reglement für die Fahrzeuge gaben dem Sicherheitskonzept den letzten Schliff.

170 Teams sind dabei

Nach einer Saison mit vielen Diskussionen und Unklarheiten können die Teilnehmer am 2. April bei der 62. ADAC Westfalenfahrt also voll durchstarten. Rund 170 Teams haben ihre Nennung abgegeben. „Zusammen mit dem Münchener Tim Schrick habe ich eine komplette Saison geplant“, sagt Spelsberg. „Bei den Specials bis 2000 ccm werden wir einen Subaru BRZ einsetzen. Das Fahrzeug ist komplett unter unserer Regie entstanden auf Basis eines normalen Serienwagens und einer Idee von Tim für einen geilen Motor. Ich bin mir sicher, der kommt bei den Fans gut an und wird auch sehr wettbewerbsfähig sein. Allerdings werden wir natürlich auch Entwicklungszeit benötigen. Im November haben wir begonnen, den Serienwagen zu zerlegen, Ende März war Rollout, leider zwei Wochen später als erwartet. Ich würde sagen, wir liegen noch im gelben Bereich.“

Beim 24h-Rennen Ende Mai wird Schrick übrigens wieder zu den Werksfahrern im Subaru Impreza STI zählen. „Das ist unabhängig von unserem Projekt. Wir haben einen Saugmotor-Boliden auf Basis eines Serienwagens, der 24h-Renner ist ein echter Rennwagen mit Turbomotor.“ In der gleichen Klasse teilen sich Gerrit Holthaus sowie Stephan Epp aus Wuppertal das Cockpit in einem Renault Clio Cup. Epp ist mit diesem seit vielen Jahren in der Langstreckenmeisterschaft unterwegs, während der Lüdenscheider seinerseits in der Rundstrecken-Challenge, der zweiten Nordschleifen-Serie, in den letzten beiden Saisons mit seinem eigenen Clio viele Siege feierte. „Wir sind fahrerisch sehr ausgeglichen, verstehen uns gut und haben ein gutes Paket geschnürt“, ist sich Holthaus sicher. „Beim Saisonfinale der RCN 2015 haben wir gegen 13 Mitbewerber recht locker gewonnen. Danach fiel die Entscheidung für eine volle VLN-Saison. Jetzt wollen wir das Beste daraus machen.“

Starke Konkurrenz für Katthage/Uelwer

Bei den Serienwagen bis 2000 ccm bilden, wie auch im Vorjahr, Björn Katthage aus Halver, Michael Uelwer (Wuppertal) und Michael Bohrer (Merzig) ein Trio. Mit ihrem Renault Clio RS treffen sie auf starke Konkurrenz in Form von Toyota GT86, Mazda MX5 und Honda Civic Type-R. „Wenn die Technik hält, sollten Podiumsplätze oder sogar ein Klassensieg unser Ziel sein“, sagt Katthage. Das PoLe Racing Team greift frühestens nach dem 24h-Rennen Ende Mai ins Geschehen auf dem Eifelkurs ein. Bis dahin ist man mit einem Audi R8 LMS ausschließlich in der europaweiten 24h-Series unterwegs, wo bereits die Rennen in Dubai (24h) und Mugello (12h) auf dem Programm standen. Bei den VLN-Rennen auf dem Nürburgring werden Ingo Vogler (Lüdenscheid) und Wolfgang Kemper (Menden) den etatmäßigen Porsche 911 Cup einsetzen.

Der Lüdenscheider Burkard Kaiser wird in der Eifel nur sporadisch an den Start gehen. „Ich würde gerne ein paar Rennen zum Porsche Sports Cup bestreiten“, sagt der 58-Jährige. „So komme ich mal an andere Strecken in anderen Ländern und kämpfe ähnlich wie in einem Markenpokal. Darauf freue ich mich.“ Die Hückeswagener Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche werden frühestens ab dem dritten VLN-Rennen ins Geschehen eingreifen. Die 60-Jährigen wollten eigentlich sowieso Ende 2015 aufhören, doch ein Comeback steht praktisch fest. Der Wermelskirchener Gerry Diel, unter anderem Leiter des Opel Astra Cups, bestätigt: „Der von Opel auf Basis des Astra K entwickelte Astra TCR muss für die Nordschleife abgestimmt und für zukünftige Kunden entwickelt werden. Die Fritzsches haben vor 15 Jahren mit dem damaligen Corsa C auch eine Testsaison eingelegt und wurden im Jahr danach Meister. Warum nicht auch dieses Mal?“.

Die Termine der Saison 2016: 2. April (4h), 17. April (24h-Qualifikation/6h), 30. April (4h), 14. Mai (4h), 28./29. Mai (24h), 25. Juni (4h), 16. Juli (4h), 20. August (4h), 3. September (6h), 24. September (4h), 8. Oktober (4h), 22. Oktober (4h)

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