Motorsport

„Mister STT“ feiert seinen 70. Geburtstag

Motorsport STT Rolf Krepschik
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Zusammen mit Holger Niklas baute Rolf Krepschik (links) den legendären Golf I einst zum Siegerauto in der STT auf.

Wenn ein Grandseigneur des Motorsports in Lüdenscheid die aktuelle Führungscrew des Automobilclubs Lüdenscheid trifft, dann ist es normal, ein bisschen in Erinnerungen zu schwelgen. Am Wochenende war das ganz ausgiebig der Fall, als Holger Niklas, Holger Anders und Thorsten Bohmann vom ACL Rolf Krepschik einen Besuch abstatteten. Der Anlass: Krepschik feierte einen runden Geburtstag. Der „Mister STT“ aus der Bergstadt wurde 70 Jahre alt.

Kreisgebiet - Vor allem Holger Niklas und Rolf Krepschik verbindet eine langjährige Motorsport-Freundschaft. Krepschik war einst Lehrlingsmeister von Niklas, als dieser seinerzeit als junger Mann bei BMW Wietis seine Ausbildung machte. Später arbeitete Niklas drei Jahre lang für Krepschik in dessen Werkstatt am Drostenstück. Die beiden bauten mit Hartmann-Motorsport in Stuttgart den später legendären Golf 1 (mit 8V-Motor und 200 PS) vom Straßenauto zum Siegerboliden der STT auf. Eine Erfolgsgeschichte der besonderen Art im deutschen Rennsport.

Und so lauschten Bohmann und Anders ganz in den Bann gezogen Geschichten von früher – zum Beispiel vom an Dramatik nicht zu überbietenden Saisonfinale 1991 in der STT, als Krepschik mit einem Konkurrenten gleichauf gelegen hatte vor dem letzten Rennen auf dem heutigen Red-Bull-Ring in Österreich. Im Training hatte der VW Golf einen Motorschaden erlitten – und während Krepschik bereits seinen Kummer mit dem einen oder anderen Kaltgetränk betäubt hatte, hatte Niklas mit Hilfe von Hartmann-Sport über Nacht den Golf mit einem neuen Motor ausgestattet und seinen „Chef“ damit am nächsten Morgen überrascht. Und dann? War Krepschik aus der letzten Reihe gestartet und hatte seinen Rivalen in der letzten Runde überholt und die STT gewonnen…

Fünfmal STT-Gesamtsieger

Fünfmal war Rolf Krepschik STT-Gesamtsieger. Nur Heinz Remmen war in dieser Rennserie erfolgreicher. 1996, als die Serie vor dem Aus stand, übernahm Krepschik sie. Seitdem ist der Lüdenscheider, der inzwischen in der Vömmelbach Oberbrügge sein Rennbüro und eine große Halle für Fahrzeuge gemietet hat, Chef der Spezial-Tourenwagen-Trophy, deren Saisonstart in diesem Jahr aufgrund der Pandemie schon wieder verschoben werden musste in den Juni. Keine guten Zeiten, auch nicht für den Motorsport…

Der dienstälteste Rennorganisator im deutschen Rennsport der Breitensport-Sparte ist nun 70 Jahre alt. Seine Rennlizenz hat Krepschik seit 50 Jahren, so lange ist er auch schon Mitglied im AC Lüdenscheid. Zu seinem Ehrentag gratulierte und beschenkte ihn nicht nur das ACL-Führungstrio, die besten Wünsche aus der gesamten Rennsportwelt erreichten ihn im Sauerland – in der Motorsportfamilie wird Krepschik überall geschätzt als noch immer schneller Fahrer und vor allem als seriöser Macher.

Saisonstart am letzten Juni-Wochenende

In Lüdenscheid verfolgt der „Oldie“ die Geschehnisse beim ACL stets interessiert, fördert und unterstützt die Jugendarbeit des Clubs, schaut auch gerne mal spontan beim Training der Kartjugend vorbei. Rolf Krepschik ist einer, ohne den der Rennsport in Lüdenscheid weniger spannende Geschichten zu erzählen hätte. Und auch wenn er nun 70 Jahre alt ist, soll noch die eine oder andere gute Erfolgsstory dazukommen.

Die nächste am liebsten schon am letzten Juni-Wochenende, wenn in Oschersleben, wie es inzwischen geplant ist, die STT-Saison startet. 23 Fahrer sind eingeschrieben – Krepschik freut sich auf die Reise in die neuen Bundesländer. Auf die Boliden mit dem ausladenden Flügelwerk, den mächtig breiten Kotflügeln und dem tollen Sound. Auf Rennsport-Normalität. Und vielleicht auch auf den einen oder anderen nachträglichen Glückwunsch, der Krepschik an der Strecke erwarten dürfte...

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