Holthaus: Bestzeit, aber Titelchance dahin

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Keine Titelchancen mehr trotz persönlicher Bestzeit: der Lüdenscheider Gerrit Holthaus.

Kreisgebiet - Persönliche Bestzeiten, aber keine zählbaren Ergebnisse: Für die heimischen Motorsportler verlief der sechste Saisonlauf zur Rundstrecken-Challenge Nürburgring (RCN) nicht rund.

„Am meisten ärgert mich, dass ich jetzt keine Chancen mehr auf die Meisterschaft habe“, sagte Gerrit Holthaus. „Mein Streichergebnis hatte ich bereits zuvor aufgebraucht.“ Dabei legten der Lüdenscheider Holthaus sowie Holger Spelsberg aus Schalksmühle los wie die Feuerwehr. Beide übernahmen in ihren hartumkämpften Klassen zunächst die Führung. Holthaus hatte zur Hälfte der 15 Runden-Distanz bereits 31 Sekunden Vorsprung auf den ersten Verfolger bei den Specials bis 2000 ccm herausgefahren. In der vierten Runde markierte der Renault Clio-Pilot in 8:08 Minuten sogar eine persönliche Bestzeit. Doch einsetzender Regen machte dem 31-Jährigen zu schaffen. In zwei so genannten Sollzeitrunden hagelte es Strafsekunden.

„Die RCN besteht ja nicht nur aus Bestzeitrunden, sondern auch aus der Bestätigung von Sollzeiten“, erklärte Holthaus. „Ich hatte mir leider eine viel zu schnelle Sollzeit gesetzt, diese konnte ich mit Slicks im Nassen nicht einhalten.“ Der klar schnellste Mann in der mit 15 Fahrzeugen am stärksten besetzten Klasse landete somit nur auf Platz acht.

Ähnliches konnte Spelsberg berichten. Am Steuer des seriennahen Black Falcon-Porsche Cayman führte der 47-Jährige nach drei Runden vor den amtierenden Meistern im BMW Z4. In 8:06 Minuten stellte der Schalksmühler ebenfalls eine neue persönliche Bestmarke auf. „Das war eine großartige Runde. Viel schneller geht es nun wirklich nicht mehr.“ In der vierten Runde büßte Spelsberg die Führung ein, „weil ich beim Überrunden mehrfach im Verkehr steckengeblieben bin.“ Mit nur neun Sekunden Rückstand, aber 16 Sekunden Vorsprung auf den Dritten bei den Produktionswagen bis 3000 ccm übergab Spelsberg zur Mitte das Steuer planmäßig an Carsten Palluth aus Hohen Neuendorf.

Dieser nahm mit Regenreifen die Fahrt wieder auf, kehrte aber nach nur einem Umlauf wieder an die Boxen zurück, um auf Slicks zu wechseln. Dazu gab es auch noch 470 Strafsekunden in einer Sollzeitrunde. „In dem Moment war das Rennen natürlich gelaufen“, so Spelsberg. „So sehr uns das Wetter in den ersten beiden Läufen am Jahresanfang geholfen hat: Heute haben wir falsch gepokert. Aber das ist Motorsport.“ Mehr als Platz zehn von 13 Startern war für Spelsberg/Palluth nicht mehr möglich.

Theisen: "Mit stumpfen Waffen ist man chancenlos"

Über den vierten zweiten Platz der Saison durfte sich das Lüdenscheider Team Automobile Theisen freuen. Hierfür sorgten einmal mehr Opel-Motorsportchef Volker Strycek (Dehrn) sowie der Kölner Ralf Kraus im Opel Astra OPC. Bis zur Halbzeit konnte Strycek acht Sekunden Vorsprung bei den Produktionswagen bis 2000 ccm herausfahren. Aufgrund des einsetzenden Regens empfahl der DTM-Meister von 1984 den Wechsel auf Regenreifen. „Die Strecke ist mittlerweile rundum nass. Wir sollten lieber auf Nummer sicher gehen.“

Ein Fehler, wie sich herausstellen sollte. Die Entscheidung zu Ungunsten des Theisen-Teams gab schließlich die Reifenmischung. Kraus: „Unsere Hankook-Regenreifen funktionieren bei richtig feuchter Strecke perfekt. Aber sobald es abtrocknet, schmieren die hoffnungslos. Ich bin viele Kurven im Drift gefahren, weil mir immer wieder das Heck ausbrach. Die Dunlop-Reifenmischung unseres Konkurrenten war einfach besser.“ So wurden aus acht Sekunden Vorsprung schließlich 26 Sekunden Rückstand. Der technische Leiter Thomas Theisen war daher auch nicht allzu traurig über den verpassten Sieg. „Mit stumpfen Waffen ist man chancenlos, da nützt auch der beste Fahrer nichts.“ Bei seinem ersten Start in der RCN kam der Schalksmühler Rolf Droste am Steuer eines BMW M3 auf den zweiten Platz von sieben Startern in der Gruppe H bis 2500 ccm. Jörg Ufer

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