Reifenplatzer bremst Kaiser/Friedrichs

Ein Reifenplatzer verhinderte am Wochenende beim Saisonstart der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring eine noch bessere Platzierung für Willi Friedrichs und Burkard Kaiser. Foto: Ufer

Kreisgebiet - Mit den Plätzen fünf und sechs in ihrer Klasse starteten die heimischen Porsche-Teams in die neue Saison der Langstreckenmeisterschaft auf dem Nürburgring. Die gleichen Platzierungen erreichten die beiden Audi-Teams. Die Fritzsche-Zwillinge kamen beim Comeback auf Rang drei im Opel Astra-Cup.

Burkard Kaiser hatte es dieses Mal besonders eilig. Der Lüdenscheider übernahm den Part des Startfahrers am Steuer des Black Falcon-Porsche 911 GT3-Cup. „Ich muss möglichst schnell auf unseren Messestand bei der light & building in Frankfurt. Daher werde ich mal einen Zahn zulegen.“ Der 56-Jährige lieferte einen fehlerfreien Job ab, markierte als schnellste Zeit 8:47,207 Minuten und übergab auf Klassenrang vier (von zwölf) das Volant an Willi Friedrichs.

„Schon nach wenigen hundert Metern habe ich gemerkt, das was nicht stimmt“, sagte der Schalksmühler. „Das Auto fühlte sich merkwürdig an. Im Bereich Brünnchen gab es einen lauten Knall, mir platzte ein Reifen.“ Friedrichs „humpelte“ langsam an die Boxen zurück, mehr als fünf Minuten und drei Plätze gingen verloren. Der 53-Jährige blies fortan zur Aufholjagd und erreichte eine Bestzeit von 8:51,106 Minuten. Der neue Teamkollege Andreas Ziegler (Remagen) kletterte als Letzter ins Porsche-Cockpit und konnte einen weiteren Rang gutmachen.

Zufriedene Mienen beim PoLe Racing Team

Zufriedene Mienen gab es auch beim PoLe Racing Team des Porsche Zentrum Lennetal. Hinter Kaiser/Friedrichs/Ziegler fuhren Wolfgang Kemper (Menden), Ingo Vogler (Schalksmühle) und Sebastian Kemper (Ingolstadt) mit ihrem Porsche 911 GT3-Cup auf den sechsten Rang in der Klasse der Specials bis 4000 ccm.

Dabei hatte der Renntag mit einer Schrecksekunde begonnen: Gegen Ende des Qualifying rutschte Vogler im Bereich der Kurzanbindung gegen einen Reifenstapel. Hierbei wurde die rechte Fahrzeugseite etwas verbeult, außerdem eine Felge und ein Reifen beschädigt. Doch das PoLe-Team bekam den Boliden bis zum Rennstart wieder rechtzeitig fit. Vogler nahm für das 4-Stunden-Rennen als erster am Volant Platz und drehte in 8:57,540 Minuten die schnellste Rundenzeit des Tages. Im Mittelstint war Sebastian Kemper mit 8:58,718 Minuten nur einen Wimpernschlag langsamer.

Beschädigungen im Qualifying

Und Vater Wolfgang drehte als Schlussfahrer mit 9:19,529 Minuten sogar eine persönliche Bestzeit. „Viele Gelbphasen verhinderten eine noch bessere Zeit und störten den Rhythmus. In der letzten Runde musste man im Brünnchen sogar über den Grünstreifen ausweichen, weil die Strecke voller Trümmerteile und Carbonsplitter war.“

Ein actionreiches Wochenende erlebten die Hückeswagener Heinz-Otto und Jürgen Fritzsche zusammen mit dem Berliner Thorsten Wolter. In der mit 16 Fahrzeugen stark besetzten Opel Astra Cup-Klasse fuhr das Trio auf Rang drei mit nur 0,582 Sekunden Rückstand auf Platz zwei. „Der Sieg war heute absolut machbar, zwei Kleinigkeiten verhinderten dieses. Aber die Saison ist lang“, sagte Jürgen Fritzsche.

Der ältere Zwilling legte als Startfahrer den Grundstein zum Erfolg und reagierte in der vierten Runde großartig. Vier Opel hatten sich vom Start an vom Rest abgesetzt, Stoßstange an Stoßstange umrundete das Quartett Jari Nuoramo, Alexander Mies, Jürgen Fritzsche und Jürgen Nett den Eifelkurs. An einer Unfallstelle im Bereich Wippermann musste das Tempo auf 60 km/h verringert werden. Nuoramo, Mies und Fritzsche machten dieses, Nett reagierte aber viel zu spät. Der Hückeswagener erkannte beim Blick in den Rückspiegel die Situation, zog schnell neben die Ideallinie und sah, wie Nett neben ihm mit stehenden Rädern vorbeischoss und seinem eigenen Teamkollegen Mies mit voller Wucht ins Heck krachte. Für beide war das Rennen beendet.

Defekter Tankdeckel kostet 32 Sekunden

Beim ersten planmäßigen Boxenstopp büßten die Zwillinge unfreiwillig 32 Sekunden ein. „Zweimal fiel der Tankdeckel zu und Sprit schwappte heraus. Ich saß in der Karre und habe nur noch geflucht“, gestand Heinz-Otto. Am Ende seines Stints hatte Fritzsche wieder Sichtkontakt zum führenden Finnen. „Unser Thorsten ist eigentlich schneller als deren dritter Fahrer. Das müsste mit dem Sieg klappen“, war Heinz-Otto überzeugt.

Doch fünf Runden vor Schluss kam Wolter unplanmäßig an die Boxen: Eine Schraube vom Auspuffsystem war verloren gegangen, die Reparatur kostete rund eineinhalb Minuten und eine Position. Der Berliner kämpfte, aber am Ende wurde Rang zwei hauchdünn verpasst.

Bei den Turbo-Specials bis 2000 ccm fuhren der Plettenberger Bernd Hömberg und Bernhard Henzel aus Gründau mit ihrem Audi TT-S auf den sechsten Rang von acht Startern. „Wir hatten keinerlei Probleme, unser Auto lief richtig gut und die Weiterentwicklungen über den Winter haben sich ausgezahlt“, freute sich Hömberg. „Vor uns liegen im Grunde genommen nur werksunterstützte Teams, die mit ganz anderen Budgets operieren und ganz andere Möglichkeiten haben als wir. Ich bin zufrieden, mehr können wir als reine Amateure nicht erreichen.“

Jörg Ufer

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