Motocross

Motocross: Hoffen auf eine späte Saison

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Voll besetzte Starterfelder schon im Juni? – Noch ist das Rennwochenende in der zweiten Juni-Hälfte am Hahnenberg nicht offiziell abgesagt. Die Aktiven rechnen aber eher mit einem Saisonstart nach den Sommerferien.

Kreisgebiet – Das Ordnungsamt der Stadt Radevormwald hat „grünes Licht“ gegeben, und so knatterten am Samstag wieder die Motocross-Maschinen über den Hahnenberg zwischen Halver und Radevormwald. Die Zeit der Corona-Ruhe ist vorbei auf der Rennstrecke der MSF Kräwinkler Brücke.

Olaf Jarosch zählte zu den ersten Mitgliedern, die eine perfekt getrimmte Anlage genießen durften. „Ich habe es einfach nur genossen“, sagt der Starter der Veteranenklasse aus Schalksmühle, „ich habe die Anlage noch nie in so einem Zustand erlebt. Fast wie ein Park. Wir hatten ja auch viel Zeit in den letzten Wochen, um sie vorzubereiten...“ 

Anlage bestens in Schuss

Die Umlagen in Schuss, die Steine von der Strecke entfernt, dazu eine neue Bewässerungsanlage installiert – die Auszeit aufgrund der Corona-Pandemie ist bei den MSF genutzt worden. Die ersten Trainingseinheiten standen allerdings im Zeichen der Corona-Auflagen. Nach einem strengen Hygiene-Konzept durften zunächst die Hälfte der Mitglieder auf die Strecke, die zweite Hälfte folgt am nächsten Wochenende. Nur 25 Aktive sind fürs Erste erlaubt. Klar abgesteckt sind die Parkbereiche, die Meldung, der Abstand. Jaroschs Tochter Janice, die in diesem Jahr fürs Zah-Racing-Team fährt und mit ihrer neuen 250er-Yamaha sowohl die Pisten beim Ladies-Cup als auch im MX-Cup beackern wollte, fehlte beim ersten Training. Da in Radevormwald die Bedingungen ungewiss waren, hatte sie sich bereits für zwei Trainingstage in Bremen eingebucht – und absolvierte dort ihr Pensum... „Es war einfach wieder schön, auf der Piste zu sein, hat sich direkt gut angefühlt“, sagt sie, „das hat schon sehr gefehlt...“

Die Motocross-Szene ist heiß auf die ersten Einheiten. Im Osten der Republik hatten bereits am vergangenen Wochenende die ersten Kurse geöffnet, ebenso in Greven im Münsterland. Binnen einer Stunde hatten sich für Greven 400 Fahrer fürs Training angemeldet, 100 davon durften am Ende tatsächlich ihre Runden drehen.

Am Hahnenberg ging es beschaulicher zu. Viel mehr kann sich Olaf Jarosch aktuell auch nicht vorstellen. Nach den Absagen der ersten Saisonrennen des MX-Cups in Euskirchen-Euenheim, Laubus-Eschbach, Bielstein und Grevenbroich hat der ADAC Nordrhein nun auch die Rennveranstaltung am 13./14. Juni in Grenzland gecancelt. Die MSF Kräwinklerbrücke mit ihrem Rennwochenende am 20./21. Juni wären die nächsten Veranstalter. Abgesagt ist das Wochenende noch nicht. „Aber wie soll es gehen“, fragt Jarosch, „im letzten Jahr hatten wir 250 Fahrer hier – und das geht doch bei den Auflagen, die es noch gibt, gar nicht... Und dazu kommt, dass die Fahrer noch gar nicht trainiert haben – wenn man da ohne Training am Gatter steht, da ginge es drunter und drüber.“

Rennwochenende im Herbst?

Die gut vernetzte Szene setzt darauf, dass die Saison womöglich nach den Sommerferien doch noch durchstarten kann. Eine Komplettabsage gibt es noch nicht. Ende Mai soll beraten und entschieden werden. Dass die Saison verlängert werden könnte, ein Rennwochenende am Hahnenberg irgendwann im Herbst nachgeholt werden könnte – es ist nicht ausgeschlossen.

Darauf hoffen die Aktiven natürlich, auch Julius Riepegerste. Der Lüdenscheider gewann im vergangenen Jahr die Klasse 3 des MX-Cups. Nun startet der 16-Jährige in der Klasse 4 (Jugend) und wird fürs Team Motorrad Waldmann seine neue 250er-Honda an den Start bringen. Es ist eine neue Herausforderung, für die der Bergstädter zunächst einmal mit Fitness-Training die Grundlagen gelegt hat. Jetzt wartet zunächst die Abschlussprüfung seiner Ausbildung, und dann soll Vollgas gegeben werden, wobei Riepegerste im Februar vor der Corona-Krise bereits erste Einheiten absolviert hat. Die Erfolge des vergangenen Jahres haben ihn hungrig gemacht auf die neue Saison, in der er neben den MX-Cup-Rennen am Samstag auch in der LK2-Klasse am Sonntag Erfahrungen sammeln will. 

Ebenfalls heiß auf den Saisonstart ist Louis Leise aus Kierspe. Am Wochenende gehört er nach Alphabet noch nicht zu den Mitgliedern, die die Strecke am Hahnenberg beackern durften, am nächsten Wochenende ist es für den Youngster aus Kierspe aber soweit. In der Vorbereitung auf sein Saison-Highlight, einen Start in der Dortmunder Westfalenhalle, hatte sich Leise im Dezember verletzt und war lange ausgefallen. Inzwischen aber ist er wieder fit und heiß darauf, sich in der 65ccm-Klasse erneut so gut zu präsentieren, dass es wieder für eine Nominierung für das Rennen im Januar 2021 in der Dortmunder Westfalenhalle reicht. Wenn, ja wenn denn die Saison noch in einem normalen Rahmen stattfinden kann. Darauf hoffen die Aktiven in ganz Deutschland, eine Garantie dafür aber gibt es im Moment keineswegs...

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